Wegen Doppeladler-Geste: FIFA leitet Verfahren gegen Xhaka und Shaqiri ein

24.06.2018, 08:26

Den Schweizer Nationalspielern Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri sowie Serbiens Coach Mladen Krstajic drohen Strafen nach dem brisanten Vorrunden-Duell bei der Fußball-WM. Der Weltverband FIFA eröffnete jeweils Disziplinarverfahren gegen die beiden Profis und startete eine Voruntersuchung gegen Krstajic.

Die beiden Profis müssen sich wegen ihrer Torjubel beim 2:1 über Serbien am Freitag verantworten, teilte die FIFA am Samstag mit. Die ehemaligen Bundesligaspieler haben kosovarische Wurzeln und formten nach ihren Treffern mit den Händen den doppelköpfigen Adler, der die Flagge Albaniens ziert.

Shaqiri...

Bild: Keystone

... und Xhaka.

Bild: imago sportfotodienst

Serbien erkennt das Kosovo nach wie vor nicht als eigenständiges Land an, was den vieldiskutierten Jubelgesten eine politische Dimension gibt.

Zudem wurden Ermittlungen gegen Krstajic wegen dessen Aussagen nach dem Spiel aufgenommen.

"Ich würde ihn nach Den Haag schicken, damit man ihm den Prozess macht, so wie man uns den Prozess gemacht hat."

Das sagte Krstajic nach Angaben des nationalen Fußballverbandes (FSS) am Samstag vor serbischen Journalisten.

Hintergrund
Das Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hatte in den vergangenen Jahren zahlreiche Serben wegen schwerster Verbrechen während der Kriege beim Auseinanderbrechen Jugoslawiens (1991-1999) verurteilt. Dem serbischen Verband droht zudem Ärger wegen Zuschauerunruhen und eines "politischen und beleidigenden Banners" seiner Fans.

Wegen eines solchen Plakats beim Spiel gegen Senegal muss der polnische Verband eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Schweizer Frankren zahlen. Zudem wurden jeweils disziplinarische Verfahren gegen die Verbände Argentiniens und Kroatiens eröffnet. Bei ihrem Vorrundenspiel war es zu Ausschreitungen gekommen.

Diskussionen mit Schiedsrichter Brych
Diskussionen mit Schiedsrichter Brych
Bild: imago sportfotodienst

Die Serben geben Brych die Schuld an der Niederlage, weil er ihnen in der 66. Minute einen Strafstoß verweigerte. Zudem bemängelt der Verband FSS, dass der Videobeweis nicht eingesetzt wurde. Deshalb haben die Serben ein Protestschreiben an die FIFA geschickt.

Die Entscheidung Brychs auf Freistoß zugunsten der Schweizer war allerdings vertretbar. Deshalb war sie auch kein Fall für den Videobeweis, der nur bei klaren Fehlern des Referees zum Einsatz kommen darf.

(gam/sid/dpa)

Unvergessen

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