Sportdirektor Michael Zorc (l.) und Leiter der Lizenzabteilung Sebastian Kehl sehen für die Rückrunde noch Luft nach oben bei den Dortmundern.
Sportdirektor Michael Zorc (l.) und Leiter der Lizenzabteilung Sebastian Kehl sehen für die Rückrunde noch Luft nach oben bei den Dortmundern.Bild: www.imago-images.de / RHR-FOTO

"Daran müssen wir verstärkt arbeiten": BVB-Boss Zorc mit klarer Ansage an die Mannschaft

20.12.2021, 12:06

Anfang Dezember war die Situation beim BVB noch hervorragend. Vor dem Kracher gegen den FC Bayern München hatten die Dortmunder lediglich einen Zähler Rückstand, es roch endlich mal wieder nach einem spannenden Meisterschaftsrennen und einem guten Jahresabschluss.

Keine drei Wochen später macht sich nun aber Ernüchterung breit. Nach der Niederlage gegen die Konkurrenz aus München sammelte der BVB in drei weiteren Partien nur noch vier Zähler. Der Rückstand wuchs bis auf neun Punkte an. Die Meisterschaft scheint entschieden.

Körpersprache als Kritikpunkt

Dabei fiel bei der abschließenden 2:3-Niederlage bei Hertha BSC am Samstagabend besonders die Körpersprache von einigen Leistungsträgern auf. Erling Haaland überzeugte nicht durch Torgefahr, sondern winkte ab und lamentierte. Gleiches galt für Kapitän Marco Reus oder Routinier Axel Witsel.

Doch gerade das seien falsche Signale, ordnete BVB-Sportdirektor Michael Zorc gegenüber den "Ruhr Nachrichten" ein. Er nahm das Team in die Pflicht und kündigte an: "Wir können nur als Mannschaft funktionieren. Daran müssen wir verstärkt arbeiten."

Dabei habe Zorc wohl auch verärgert, dass der BVB im Berliner Olympiastadion erst 1:0 in Führung lag und die drei Punkte dann noch verspielte. "Bringst du das Ding nach Hause, ist die Hinrunde mit 37 Punkten gut gelaufen." Gleichzeitig mahnte Zorc aber auch gegenüber einer zu hohen Erwartungshaltung.

"Wenn Topniveau bedeutet, punktgleich mit Bayern München durch die Saison zu spazieren, dann sage ich: Das hatten wir nicht, wobei die finanziellen Voraussetzungen auch in keiner Weise zu vergleichen sind. Ob Platz zwei dann gleich Mittelmaß bedeutet, muss jeder für sich beantworten."

Auch Sebastian Kehl, der aktuell Leiter der Lizenzspielerabteilung ist und im Sommer als Zorc-Nachfolger neuer Sportdirektor wird, äußerte sich zur Hinrunde. Gegenüber der "WAZ" ordnete er den Punkteschnit (2 Zähler pro Spiel) als "okay" ein. Er verwies auf die angespannte Verletztensituation des BVBs in der Hinrunde. Teilweise fehlten zehn Spieler.

Der 41-Jährige sagte deshalb: "Ich hoffe, dass der Trainer ab dem Trainingsstart im Januar fast alle Profis zur Verfügung hat und mit dem Team besser arbeiten kann. Unser Ziel ist es, eine Schippe draufzupacken, weniger Gegentore zu kassieren, als Team besser zu verteidigen."

Mit aktuell 28 Gegentreffern ist der BVB in dieser Statistik nur im Mittelfeld. Nur sieben Mannschaften sind schlechter. Als Bayern-Jäger hat man da wohl noch am meisten Nachholbedarf und somit einen guten Ansatz für die nächsten Spiele im neuen Jahr.

(stu)

"Stört mich": Nagelsmann trotz souveränem Sieg mit harter Kritik an Bayern-Star

Eigentlich hatte Julian Nagelsmann ziemlich gute Laune. Beim 4:1-Auswärtssieg über Hertha BSC zeigte der FC Bayern gegen eine seiner besten Offensivleistungen. Mit 28 Schüssen auf das Tor von Hertha Schlussmann Schwolow stellten sie einen neuen Saisonrekord auf.

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