Robert Lewandowksi stellte am letzten Hinrundenspieltag auch Gerd Müllers Rekord für die meisten Bundesligatore (43) in einem Kalenderjahr ein.
Robert Lewandowksi stellte am letzten Hinrundenspieltag auch Gerd Müllers Rekord für die meisten Bundesligatore (43) in einem Kalenderjahr ein.Bild: www.imago-images.de / Markus Fischer

"Als Trainer war das herausfordernd": Flick gibt Einblick in die Arbeit mit Robert Lewandowski

27.12.2021, 14:4927.12.2021, 14:50

Sein großer Wunsch, den Ballon d'Or zu gewinnen, ging zwar nicht in Erfüllung, zum Jahresabschluss darf sich Bayerns Robert Lewandowski aber trotzdem über eine Auszeichnung freuen. Zugegebenermaßen hat der Preis "Persönlichkeit des Jahres 2021" vom Sportmagazin "kicker" nicht das Prestige eines Ballon d'Or, dennoch freut sich der Pole über die Auszeichnung. "Wenn meine Haltung auf dem Platz und meine Arbeit mit der kicker-Auszeichnung als Persönlichkeit des Jahres honoriert werden, kann ich versichern, dass ich sehr stolz darauf bin. Es ist der optimale Jahresabschluss", erklärte er.

Im Rahmen der Auszeichnung äußerten sich Weggefährten Lewandowskis über den Stürmer. Ex-Bayern-Coach Hansi Flick verriet, wie die Zusammenarbeit mit dem Torjäger in eineinhalb Jahren ablief. Zudem kann sich Uli Hoeneß einen ganz speziellen Job für den Polen nach seinem Karriereende vorstellen.

Flick lobt Lewandowskis Mentalität

Bundestrainer Flick kennt den Bayern-Star ganz genau. Zusammen gewannen sie zwei Deutsche Meisterschaften, den DFB-Pokal und die Champions League.

"Drei Begriffe fallen mir spontan ein, wenn ich an Robert Lewandowski denke: Motivation, Ambition und Perfektion", beginnt der ehemalige Bayern-Trainer Hansi Flick seinen Gastbeitrag im "kicker". Im Vordergrund stehen also nicht seine unbestrittenen überragenden fußballerischen Fähigkeiten.

"Natürlich verfügt Robert über großes Talent, eine seiner größten Fähigkeiten ist für mich aber sein Wille, sein Ehrgeiz, seine größte Qualität ist für mich seine Mentalität", schreibt Flick.

Unter Flick gewann der FC Bayern seine achte und neunte Meisterschaft in Folge.
Unter Flick gewann der FC Bayern seine achte und neunte Meisterschaft in Folge.Bild: EIBNER/Sascha Walther/POOL / imago images

Unter dem heutigen Bundestrainer fand der FC Bayern zu alter Stärke zurück, nachdem es mit Niko Kovač Probleme gegeben hatte. Für Flick, der unter Kovač bereits als Co-Trainer arbeite, und das gesamte Trainerteam, sei es "ein großes Vergnügen" gewesen, den Stürmer weiterzuentwickeln.

"Von Beginn an hat es mir imponiert, wie zugänglich er war, wie offen für unsere Ideen und Gedanken. Er hat den Sinn von Übungen hinterfragt, wollte wissen, warum wir was und wie trainieren. Als Trainer hat uns dies herausgefordert, aber wenn Robert überzeugt war, dann ist er vorangegangen, dann hat er andere mitgezogen und mit seiner Begeisterung seine Mitspieler angesteckt."

"Exemplarisch für seine Persönlichkeit war seine Reaktion auf die Wahl zum Ballon d'Or."
Hansi Flick über den Menschen Robert Lewandowski

Exemplarisch für seine Persönlichkeit sei seine "Reaktion auf die Wahl zum Ballon d'Or" gewesen, als er Lionel Messi den Vortritt lassen musste, so Flick. Der Bayern-Stürmer gratulierte dem Argentinier und kündigte an, im nächsten Jahr noch härter arbeiten zu wollen. "Robert steht für Anstand, für Fairplay. Und so hat er respektvoll dem Gewinner gratuliert und sich aufrichtig bedankt für die Auszeichnung, die er stattdessen bekommen hat: die für den weltbesten Stürmer des Jahres 2021."

Es wird klar, warum die Wahl der "Persönlichkeit des Jahres 2021" auf Lewandowski fällt. Der "kicker" schreibt: "Professionalität, Disziplin, Ehrgeiz und Bescheidenheit zeichnen den polnischen Nationalspieler aus, der abseits des Rasens immer noch einen zurückhaltenden und unaufdringlichen Umgang pflegt. Aber stilsicher und offener als zuvor nimmt Lewandowski dabei seine Rolle als Weltstar und verantwortungsbewusster Profi mit sozialem Engagement jetzt an und wahr". Die Wahl war deshalb so unumstritten wie selten zuvor.

"Lewandowski hat nie mit unsachlichen Kommentaren provoziert"

Auch der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist voller Lob für den Polen, könnte sich ihn in Zukunft sogar als Ministerpräsident seines Landes vorstellen. Lewandowski sei ein "Mensch, der viel nachdenkt" und ein "intelligenter Bursche" mit einem "klaren Blick auf die Welt". Deshalb würde er es ihm "zutrauen, dass er Ministerpräsident in Polen wird, wenn er in die Politik ginge."

Sportlich sei das Besondere an Lewandowski, dass er permanent auf hohem Niveau spiele, so Hoeneß. Darüber hinaus identifiziere sich der 33-Jährige mittlerweile voll und ganz mit dem FC Bayern. "Er äußert sich immer sehr positiv über den FC Bayern und hat uns auch in schwierigen Zeiten nie mit unsachlichen Kommentaren provoziert", lobt Hoeneß.

(jvj)

"Stört mich": Nagelsmann trotz souveränem Sieg mit harter Kritik an Bayern-Star

Eigentlich hatte Julian Nagelsmann ziemlich gute Laune. Beim 4:1-Auswärtssieg über Hertha BSC zeigte der FC Bayern gegen eine seiner besten Offensivleistungen. Mit 28 Schüssen auf das Tor von Hertha Schlussmann Schwolow stellten sie einen neuen Saisonrekord auf.

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