Sport
Bild

Freundlicher Empfang im Kosovo für die zuletzt immer wieder rassistisch angefeindeten Spieler aus England. Bild: imago images / Focus Images

0:4 gegen England – aber Kosovo-Fans sorgen für beste Aktion des Wochenendes

Eigentlich war es ein bedeutungsloses Spiel: England trat im letzten Spiel der EM-Qualifikation im Kosovo an und die starbesetzte Tuppe von der Insel gewann mit 4:0. Doch das Spiel war auch ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen Gewalt und Rassismus.

Die "Three Lions" taten sich gegen die Mannschaft vom Balkan fast 90 Minuten lang sehr schwer. Den ersten Treffer erzielte Harry Winks in der 32. Minute – für den Tottenham-Youngster war es im fünften Länderspiel der erste Treffer im Nationaltrikot. Für das 2:0 in der 79. Minute sorgte Top-Torjäger Harry Kane, der damit in jedem Spiel getroffen hat und auf unglaubliche 12 Tore in den Qualifikationsspielen kommt. Marcus Rashford erhöhte wenig später auf 3:0. Den Schlusspunkt setzte Mason Mount in der Nachspielzeit.

Kosovo-Fans sind Gewinner des Abends

Trotz der Niederlage waren die eigentlichen Gewinner des Abends aber die Fans aus dem Kosovo. Im 13.000 Fans fassenden Fadil-Vokrri-Stadion in der kosovarischen Hauptstadt Pristina hießen sie die Engländer mit einer besonderen Aktion willkommen. Beim Abspielen der englischen Nationalhymne hielten die Kosovo-Fans die englische Flagge hoch und erwiesen ihrem Gegner so Respekt.

Hinter dem Tor wurde ein Banner mit der Aufschrift "Welcome & Respect" gehisst. Das Transparent spielte optisch auf die "Poppy" an – eine Mohnblume, mit der in Großbritannien jährlich zum 11. November an die Gefallenen der beiden Weltkriege gedacht wird.

Der Hintergrund der Aktion: 1999 waren britische Soldaten Teil der Nato-Streitkräfte, die gegen Serbien in den Kosovo-Krieg eingriffen und dem Land zur Unabhängigkeit verhalfen. Die Kosovo-Fans zeigten mit der Aktion ihre Dankbarkeit. Die Bilder bildeten aber auch einen denkwürdigen Kontrast zu den Auswärtsspielen der englischen Nationalmannschaft zuletzt...

Bild

Unter dem Motto "Welcome and Respect" begrüßten die Fans in Pristina die Gäste aus England. Bild: imago images / Focus Images

Denn das eigentlich selbstverständliche Fair-Play hatte es zuletzt nicht gegeben: Beim EM-Qualifikationsspiel zwischen Bulgarien und England beschimpften bulgarische Fans die englischen Spieler rassistisch. Es seien zudem Hitlergrüße gezeigt worden. In der ersten Halbzeit wurde das Spiel deswegen zweimal unterbrochen. Auch in Montenegro hatte es Affenlaute gegen englische Spieler gegeben. Im Kosovo wollte man anders auftreten.

England fährt zur EM, Kosovo hofft noch

England fährt mit dem 4:0-Sieg als Tabellenerster der Qualifikationsgruppe A mit 21 Punkten in acht Spielen zur Europameisterschaft. Der Kosovo darf als Drittplatzierter hinter den ebenfalls qualifizierten Tschechen noch auf eine EM-Teilnahme hoffen. Dahinter steckt der komplizierte, neue Vergabemodus. Anders als in den vergangenen Jahren werden die Playoff-Partien nicht nur mit durch die Ergebnisse aus der EM-Quali ermittelt, sondern auch die Resultate der Nations League haben einen Einfluss.

Die Auslosung der Playoffs findet am 22. November statt, acht Tage vor der eigentlichen EM-Auslosung. Da die Playoffs selbst erst im März 2020 ausgetragen werden, werden bei der EM-Auslosung also noch nicht alle 24 EM-Teilnehmer bekannt sein und stattdessen nur die "Sieger der Playoffs aus den Ligen A bis D" den anderen Gruppenmitgliedern zugelost. Mit solch fairen Fans wäre ein Wiedersehen bei der EM sicherlich schön...

(bn)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dieter Nuhr teilt erneut gegen Greta Thunberg aus – und zwar doppelt

Kabarettist Dieter Nuhr witzelte in seiner ARD-Sendung Ende September über Greta Thunberg. "Ich bin gespannt, was Greta macht, wenn es kalt wird. Heizen kann es ja wohl nicht sein", sagte Nuhr unter anderem. Und weiter: "Ich werde, weil meine Tochter zu den Freitagsdemos geht, im Kinderzimmer nicht mehr heizen. Wenn unsere Kinder meinen, wir könnten diese Welt mit ein bisschen Sonne und Wind antreiben, dann sollten wir Eltern ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen. Da können …

Artikel lesen
Link zum Artikel