19.11.2019, Fussball, EM Qualifikation, 2018 2019, 10. Spieltag, Deutschland - Nordirland 6:1, Bundestrainer Joachim Loew, Joachim L

Jogi Löw schlägt mit Toni Kroos nach dem EM-Quali-Spiel gegen Nordirland im Jahr 2019 ein. Bild: www.imago-images.de / TEAM2

Kroos über Löw-Abschied: "Ich hätte nicht so lange durchgehalten"

Toni Kroos verrät im Podcast "Einfach mal Luppen" im Gespräch mit seinem Bruder Felix, dass er über den Rücktritt des Bundestrainers Jögi Löw schon im Vorhinein Bescheid wusste. "Ich habe das genau zwei Leuten gesagt, das waren meine Frau und du", sagt er zu seinem Bruder. Kroos findet die Entscheidung Löws "total verständlich".

Er habe es aber nicht kommen sehen, sagt Kroos. "Ich war im ersten Augenblick doch überrascht, weil der Vertrag ein bisschen länger lief, zumindest bis zur WM, aber auch nur im ersten Augenblick", sagte der Nationalspieler. Die Entscheidung könne er aber nachvollziehen.

Jogi Löw war 15 Jahre lang der deutsche Nationaltrainer

Kroos lobt das Timing seines Ex-Trainers, die Entscheidung zu veröffentlichen. "Ich finde ich den Zeitpunkt absolut gut, weil a) hat der DFB genug Zeit einen Nachfolger zu finden und b) ändert das rein gar nichts am Willen der Mannschaft, beim Turnier erfolgreich zu sein", so Kroos im Hinblick auf die kommende EM.

Löw begleitete die Nationalmannschaft fast 15 Jahre lang, das weiß auch Kroos zu würdigen. "Ich hätte so lange nicht durchgehalten", sagt er anerkennend. Der Fußballer hatte auch in seiner elfjährigen Nationalkader-Karriere auch nur Löw als Trainer.

Das Verhältnis zwischen Toni Kroos und Jogi Löw soll immer gut gewesen sein

Felix fragt seinen Bruder, ob es denn auch der einzige Bundestrainer sein werde, den er je haben werde – eine Anspielung auf einen möglichen Abschied aus der Nationalelf. Kroos lässt sich aber nicht in die Karten blicken und tut so, als könne er seinen Bruder nicht hören: "Entschuldigung, die Verbindung ist gerade schlecht."

Das Verhältnis zwischen ihm und Löw sei immer positiv gewesen, so Kroos. "Wir haben uns immer weiterentwickelt", sagt er. "Das Verhältnis war immer gut und wir haben große Erfolge gefeiert, natürlich den größten, den man sich vorstellen kann. Dann gab es natürlich auch die ein oder andere Niederlage zusammen", resümiert er.

Toni Kroos zieht eine positive Bilanz aus 15 Jahren Jogi Löw

Gerade deshalb sei es schade, dass Löw in den letzten Jahren unter so starker Kritik stehe, sagt Kroos. Seit der WM 2018, in der die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde ausschied, sei die Stimmung getrübt. "Er ist ja schon immer der, der da im Wind steht", sagt Kroos und fügt hinzu, "natürlich sehr lange fast ausschließlich positiv, aber seit der WM – weil Deutschland sowas auch weniger gewohnt ist – steht er hier und da in der Kritik. Das ist im Fußball einfach so und ich glaube, dass er das gut abkann."

Ein schlechtes Turnier reiche, um drei Jahre in der Kritik zu stehen, so Kroos, aber das schmälere nicht die Leistung des Bundestrainers. Im Hinblick auf die anstehende EM sagt Kroos: "Unabhängig davon wie das Turnier ausgeht, hat er einen sehr guten Job gemacht und daran werden 4 oder 5 Wochen im Sommer in meinen Augen nichts ändern."

Er wünsche ihm für das Turnier "alles Gute und vor allem einen guten Abschied." Die Mannschaft wolle weiterhin die volle Leistung bringen, sagt er und weiter: "Wir sind Deutschland, wir werden versuchen, bei dem Turnier alles herauszuholen."

(lfr)

Neue Details zum Hopp-Skandal: Reaktionen waren zum Teil inszeniert

Am 29. Februar 2020 geriet der 6:0-Kantersieg des FC Bayern München gegen die TSG Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga zur Nebensache. Stattdessen sprachen alle über den Skandal, der dieses Spiel hervorbrachte. Bayern-Fans provozierten mit Schmäh-Plakaten gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp. Das Spiel drohte sogar abgebrochen zu werden. Aus Solidarität mit Hopp entschieden sich die beiden Mannschaften schließlich, die restlichen 13 Minuten der Partie verstreichen zu lassen und spielten …

Artikel lesen
Link zum Artikel