Julian Nagelsmann ist seit Sommer Trainer des FC Bayern. Davor war er zwei Jahre Coach in Leipzig.
Julian Nagelsmann ist seit Sommer Trainer des FC Bayern. Davor war er zwei Jahre Coach in Leipzig.
Bild: www.imago-images.de / Frank Hoermann

Nagelsmann kontert "Lügenbaron"-Vorwürfe: "Es war die Wahrheit in dieser Situation"

13.09.2021, 11:38

Zwei Jahre war Julian Nagelsmann an der Seitenlinie bei RB Leipzig aktiv, führte das Team vergangene Saison sogar ins DFB-Pokalfinale. Mit dem FC Bayern München kehrte er am Samstag erstmals seit seinem Abgang nach Leipzig zurück. An einen Ort, mit dem der 34-Jährige viel Positives verbindet: "Grundsätzlich freue ich mich sehr auf meine Rückkehr. Wir hatten zwei sehr gute Jahre, auch das Trainerteam freut sich. Wir werden uns sicherlich gut zurechtfinden", hatte er zuvor gesagt.

Nagelsmann wurde beim Spiel, das die Bayern klar mit 4:1 für sich entschieden, mit Pfiffen von den Leipzig-Fans empfangen. Der Hauptgrund: Eine seiner Aussagen, die er im April 2021 tätigte, nachdem sein Wechsel zu den Münchnern bekannt wurde.

Nagelsmann rechtfertigt Aussage vom April

Damals sagte der jetzige Bayern-Trainer: "Ich werde jetzt nicht einen T6 mieten [...], um nach München zu fahren und im Schlepptau den ein oder anderen guten Spieler von Leipzig dabei zu haben." Am Ende wechselten mit Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer aber trotzdem zwei Spieler von Leipzig nach München. Dazu nahm Nagelsmann auch die Co-Trainer Benjamin Glück, Xaver Zembrod, Dino Toppmöller und Team-Psychologen Maximilian Pelka mit zum deutschen Rekordmeister. Also insgesamt sechs ehemalige Leipziger. Das verübelt ihm nun die Leipziger Fan-Szene, nannte ihn unter anderem "Lügenbaron".

Xaver Zembrod (l.) und Dino Topmöller (M.) gingen mit Julian Nagelsmann (r.) aus Leipzig zu den Bayern.
Xaver Zembrod (l.) und Dino Topmöller (M.) gingen mit Julian Nagelsmann (r.) aus Leipzig zu den Bayern.
Bild: www.imago-images.de / MIS

Am Tag vor dem Top-Spiel äußerte sich Nagelsmann zu den Vorwürfen. Er erklärte auf einer Pressekonferenz:

"Ich habe damals gesagt, dass ich keine Spieler oder Staff-Mitglieder mitnehmen werden. Wenn du da sitzt und sagst, dass du sechs Spieler und sieben Staff-Mitglieder mitnehmen willst, weiß ich nicht, ob das die Fans besser finden. Ich glaube nicht, dass der Fan dann am Samstag beim Spiel klatschen würde. Er würde es genauso ungut finden, wie wenn du sagst, dass es nicht geplant ist, jemanden mitzunehmen."

Später sagt er: "Am Ende war es die Wahrheit in dieser Situation." Danach führt er aus: "Es war zum damaligen Zeitpunkt so, dass ich noch gar kein Gespräch mit einem Bayern-Mitarbeiter – sprich Co-Trainer – hatte und demnach nicht entscheiden konnte, ob ich jemanden mitnehmen muss, will oder darf. Es mussten erstmal Gespräche geführt werden, um Entscheidungen zu treffen."

Zusätzlich argumentierte Nagelsmann damit, dass der Upamecano-Abgang aus Leipzig schon längst feststand, als der Trainer selbst in München unterschrieb – eine Tatsache. Der Wechsel wurde im Februar offiziell. Hier hatte Nagelsmann demnach seine Finger gar nicht im Spiel. Der jüngste aktuelle Trainer der Bundesliga argumentiert weiter: "Mit Ausnahme von Maximilian Pelka (Team-Psychologe, d. Red.) sind die Mitarbeiter auch mit mir nach Leipzig gekommen und es war kein langjähriger Leipzig-Mitarbeiter. Sie sind mit mir dahin und mit mir weitergezogen." Dies sei ein normaler Vorgang aus seiner Sicht.

"Es ist nicht so schlecht, dass wir den Spieler nicht erst nächstes Jahr ablösefrei holen, sondern wir auch noch etwas für ihn bezahlen."
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann

Letztlich fügt Nagelsmann abschließend zum Wechsel vom ehemaligen Leipzig-Kapitän Marcel Sabitzer zu den Bayern an: "Bei Sabi muss man sagen, dass RB es nicht hinbekommen hat, den Vertrag zu verlängern. Sabi hat sich dagegen entschieden. Dann ist es nicht so schlecht, dass wir den Spieler nicht erst nächstes Jahr ablösefrei holen, sondern wir auch noch etwas für ihn bezahlen. Ganz so schlecht ist das für Leipzig nicht gelaufen."

(stu)

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