Der Schock sitzt tief, nachdem dänemarks Nationalspeler Eriksen mitten auf dem Spielfeld Kollabierte.
Der Schock sitzt tief, nachdem dänemarks Nationalspeler Eriksen mitten auf dem Spielfeld Kollabierte.
Bild: imago images / Liselotte Sabroe

Nach Schock um Eriksen: Dänemark verliert gegen Finnland – Trainer meldet sich zu Wort: "Unglaublich, was meine Spieler geleistet haben"

13.06.2021, 08:4113.06.2021, 12:24

"Dänemark verliert. Aber das Leben hat gewonnen." Das titelte die dänische Zeitung "Ekstrabladet" nach dem Schock von Kopenhagen. Dänemarks bester Spieler Christian Eriksen kollabierte am Samstag während des EM-Spiels gegen Finnland und musste danach von mehreren Medizinern per Herzbehandlung "zurückgeholt", sprich: reanimiert werden. So beschrieb es der Mannschaftsarzt Morten Boesen hinterher bei der Pressekonferenz. Dass der 29-Jährige von Inter Mailand diesen Zusammenbruch überlebt hat und später in einem stabilen und ansprechbaren Zustand in ein Krankenhaus gebracht wurde: Die Erleichterung darüber war wesentlich größer, als es die dänische Enttäuschung oder die finnische Freude über den überraschenden 1:0 (0:0)-Sieg des EM-Debütanten jemals hätten sein können.

"Alle Gedanken sind bei Christian und seiner Familie", sagte Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand. "Er ist einer der besten Spieler. Und dann kann ich sagen, dass er ein noch besserer Mensch ist."

Dänemark verliert die Partie gegen Finnland mit 1:0.
Dänemark verliert die Partie gegen Finnland mit 1:0.
Bild: Lehtikuva / Markku Ulander

Spieler wollten Partie fortsetzen

Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand hat bestätigt, dass es der Wunsch der Spieler war, die Partie trotz des Zusammenbruchs und der minutenlangen Reanimation ihres Kollegen Christian Eriksen noch am Samstagabend fortzusetzen. "Wir hatten zwei Optionen: Das Spiel fortzusetzen oder morgen um 12.00 Uhr zu spielen. Aber jeder wollte heute weiterspielen", sagte der frühere Bundesliga-Coach von Mainz 05 nach dem 0:1 gegen Finnland bei der Pressekonferenz.

Spieler beider Teams und auch ein Offizieller des dänischen Verbands berichteten am Abend, dass es Eriksens Wunsch gewesen sei, die Partie zu beenden. Hjulmand sprach aber noch von einem weiteren Argument: "Die Spieler waren sich sicher, heute nicht mehr schlafen zu können. Morgen zu spielen, hätte die Situation noch schwerer gemacht. So haben sie beschlossen, es hinter sich zu bringen. Das war ihre Entscheidung." Der Trainer nannte es "unglaublich, was meine Spieler geleistet haben. Ich könnte nicht stolzer auf meine Spieler sein".

Wie schnell sich Eriksen von seinem Zusammenbruch und der Rest des Teams von diesen Bildern erholen wird, ist unklar. Der dänische Verband kündigte noch am Abend an, dass den Spielern und Eriksens Familie nun professionelle Hilfe in Form von psychologischer Betreuung angeboten werde. "Es ist eine traumatische Erfahrung, der sie ausgesetzt sind", sagte Trainer Hjulmand. Als Beispiel nannte er Simon Kjaer, seinen erfahrenen Kapitän. Der 32-Jährige vom AC Mailand hatte noch auf dem Rasen des Parken Stadions Eriksens Freundin Sabrina Kvist Jensen getröstet. Er war es auch, der seine Mannschaft nach der Unterbrechung wieder zurück auf das Spielfeld führte. Doch schon da hatte der ehemalige Wolfsburger Tränen in den Augen. "Simon war tief betroffen und zweifelte, ob er weitermachen konnte. Er hat es versucht, aber es war nicht möglich", erzählte Hjulmand später.

Zahlreiche Genesungswünsche nach Eriksens Zusammenbruch

Aleksander Ceferin, UEFA-Präsident, meldet sich bei Twitter zu Wort: "Momente wie diese relativieren alles im Leben. Ich wünsche Christian eine vollständige und schnelle Genesung und bete, dass seine Familie Kraft und Glauben hat. In diesen Zeiten ist die Einheit der Fußballfamilie so stark und er und seine Familie tragen die guten Wünsche und Gebete aller mit sich. Ich habe von Fans beider Mannschaften gehört, die seinen Namen skandierten."

Auch die DFB-Elf schickt mit einem Gruppenfoto Genesungswünsche an den dänischen Nationalspieler: "Wir sind in Gedanken bei dir und wünschen dir gute Besserung", postet die deutsche Nationalmannschaft auf Twitter.

(jab/dpa)

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