Mario Gómez spielte mit Sami Khedira (vl.l), Jérôme Boateng und Mats Hummels in der Nationalmannschaft.
Sie bescherten Deutschland in ihrer Karriere schon großen sportlichen Erfolg: Sami Khedira (v. l.), Jérôme Boateng, Mats Hummels und Mario Gomez.Bild: imago sportfotodienst / MIS

Ex-DFB-Star: Ehemaliger Boss findet drastische Worte zu Transfer – "war ein Fehler"

09.01.2023, 17:19

Wenn Fußballklubs teure Spieler verpflichten, gehen sie damit immer ein Risiko ein. Denn auch wenn der Fußballer bei anderen Vereinen Großes geleistet hat, ist nicht garantiert, dass er wieder so abliefern wird.

Mal sind es Verletzungen, mal ein Zerwürfnis mit dem Trainer, das den Plan von der erhofften Verstärkung durchkreuzt. Und schnell hat der Klub Millionen in einen Spieler investiert, der in vielen Partien maximal auf der Bank sitzt.

Eden Hazard kommt einem da in den Sinn, der beim FC Chelsea Weltklasse war und nach seinem 115 Millionen Euro teuren Transfer zu Real Madrid nie wieder zu gewohnter Stärke zurückfand. Oder Mario Götze, der dem FC Bayern 2013 satte 37 Millionen Euro wert war, in München aber nie Fuß fassen konnte.

FUSSBALL DFB POKAL HALBFINALE SAISON 2015/2016 FC Bayern Muenchen - SV Werder Bremen 19.04.2016 Mario Goetze (li) und Trainer Pep Guardiola (re, beide FC Bayern Muenchen)
Mario Götze spielte drei Jahre für den FC Bayern, blieb letztendlich aber hinter den Erwartungen zurück.Bild: imago sportfotodienst / Ulmer

In die Kategorie "Transferflops" fällt auch Jérôme Boateng – zumindest nach der Einschätzung Juninhos, Boatengs ehemaligem Sportdirektors bei Olympique Lyon.

Dorthin war der langjährige Bayern-Verteidiger im Sommer 2021 gewechselt. "Wenn ihr mich fragt, ob wir einen Fehler gemacht haben, ja, wir haben alle zusammen einen Fehler gemacht", sagt Juninho jetzt gegenüber RMC Sport.

Der Brasilianer, der selbst von 2000 bis 2009 bei dem französischen Spitzenklub spielte und dort auch wegen seiner spektakulären Freistoßtore zur Vereinslegende wurde, hatte Boatengs Transfer als Sportdirektor selbst eingefädelt.

Juninho gibt Einblicke in Boateng-Deal

"Peter Bosz [Lyons damaliger Trainer, Anm. d. Red.] hatte große Sorgen wegen der Abwehr. Er gab mir zu verstehen, dass Jérôme Boateng zu diesem Zeitpunkt angesichts der Situation ein sehr wichtiger Spieler für uns sein kann. Ich sagte ihm, er solle ihn anrufen", erzählt Juninho – und offenbart: "Dann fanden wir heraus, dass es ein Problem gab."

Was der Ex-Funktionär damit meint: Boatengs Prozess gegen seine Ex-Freundin, in dem es um den Vorwurf der Körperverletzung geht. Dazu sagt Juninho rückblickend:

"Wir hätten die Dinge auf den Tisch legen und uns fragen sollen, wie viele Reisen er nach Deutschland machen muss, wie der Prozess läuft. Es hätte Fragen geben müssen, um zu wissen, welche Entscheidung zu treffen ist. Das war ein Fehler von uns, weil es eine ernste und wichtige Geschichte war."

Wirkte Weltmeister und Champions-League-Sieger Boateng bei seiner Verpflichtung im Sommer 2021 noch eine Nummer zu groß für Lyon, hat sich das Blatt inzwischen gewendet. Der Deutsche hat beim Tabellenachten der Ligue 1 in dieser Saison nur vier Spiele absolviert.

Mit dem Kroaten Dejan Lovren hat Lyon zudem zum Jahreswechsel einen erfahrenen Innenverteidiger geholt, der Boateng den Rang ablaufen könnte. Nach seinem Ausscheiden beim FC Bayern steht der einstige Weltklasse-Verteidiger also auch in Frankreich vor dem Aus.

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