Erster Fußballprofi Australiens bekennt sich zu seiner Homosexualität

16.05.2019, 08:53

Homosexualität im Fußball ist auch im Jahr 2019 immer noch ein großes Tabuthema. In Deutschland hatte zum Beispiel noch kein einziger aktiver Spieler sein Coming-out, einzig Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger bekannte sich nach seiner aktiven Karriere dazu, dass er schwul ist. Und so ist es auch im Jahr 2019 immer noch eine Meldung wert, wenn ein Fußballer sein Coming-out hat.

In Australien hat sich zum ersten Mal ein aktiver Profi-Fußballer als homosexuell geoutet. Der 26 Jahre alte Andy Brennan, früher beim Erstliga-Verein Newcastle Jets unter Vertrag, bekennt sich nun offen zu seiner Homosexualität.

In einem Artikel für die Webseite der Fußballergewerkschaft PFA schreibt er: "Ich bin schwul." Er habe viele Jahre mit sich gerungen, wolle seine sexuelle Veranlagung nun aber nicht länger verbergen. Brennan ist heute bei Green Gully SC unter Vertrag, einem Zweitliga-Verein aus Melbourne.

In dem Beitrag für die Gewerkschaft Professional Footballers Australia (PFA) schreibt Brennan:

"Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, dass ich diese Lüge nicht länger leben kann. Dass ich glücklich sein will, so wie ich bin. Irgendwann muss man zur Kenntnis nehmen, dass man so ist. Und man sein muss, wer man ist."

Seine aktuellen Gefühle fasst er so zusammen: "Es fühlt sich klasse an. Und merkwürdigerweise auch nicht, als ob das eine große Sache wäre. Das sollte es 2019 auch nicht sein."

Hier spricht Brennan über sein Coming-out:

Brennan ist der erste australische Berufssportler, der sich outet, während er noch aktiv ist. Andere homosexuelle Sportler wie der Schwimmer Ian Thorpe oder der Rugbyspieler Ian Roberts haben dies auch getan, aber – wie auch Hitzlsperger – erst nach dem Ende ihrer Karriere.

Vor einigen Tagen hatte es in Australien auch Berichte über ein Outing des Cricket-Profis James Faulkner gegeben. Der 29-Jährige stellte dann aber klar, dass einer seiner Instagram-Einträge, der ihn mit seinem "Boyfriend" beim Essen zeigte, falsch verstanden worden sei. "Ich bin nicht schwul", schrieb Faulkner. "Obwohl es großartig war, so viel Unterstützung aus und für die LBGT-Gemeinde zu bekommen." LGBT steht für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender.

(as/dpa)

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