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Hat Redebedarf mit Schiedsrichter: Mario Gomez. Bild: dpa

Nach fünf Abseits-Toren: Gomez schießt gegen Schiedsrichter – und wird vom DFB eingeladen

Einst war Mario Gomez gefeierter Bayern-Stürmer mit der besten Torquote seit "Bomber" Gerd Müller. Heute dreht er seine Runden in der tristen 2. Bundesliga – mit seinem Jugendverein VfB Stuttgart, zu dem er vor knapp zwei Jahren zurückgekehrt ist.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er hin und wieder vom Frust geplagt wird. Zumal ihm am Montagabend bereits das fünfte Tor wegen Abseits wieder aberkannt wurde – wegen Abseits!

Alle Entscheidungen waren hauchdünn. Beim Spiel gegen Darmstadt am Montagabend etwa war nur ein Teil seines Knies im Abseits. Doch dem Videoschiedsrichter VAR entging nichts.

Gomez schießt gegen Schiedsrichter

Spieler und Fans sind nicht immer glücklich über die penible Genauigkeit – vor allem dann nicht, wenn es sie oder ihren Verein betrifft. Beim Sender "Sky" ließ Gomez seiner Wut über die knappe Entscheidung freien Lauf. "Das ist das sechste Mal, dass es nur um Zentimeter geht", sagte er hörbar sauer. "Stürmer wie ich, die auf Flanken und Pässe angewiesen sind und mit der Abseitslinie spielen, die werden durch diesen Videobeweis einfach extrem bestraft. "

"Wenn wir jetzt jedes Mal wegen zwei Zentimetern zurückpfeifen und der Linienrichter, weil so viel Druck auf dem bescheuerten Videobeweis lastet, immer aus Sicherheit die Fahne hebt, ist er ja fein raus, weil ihn der Videobeweis revidiert. Das ist so ein Bullshit."

Mario Gomez ist kein Freund des Videobeweises

Nach viel nachvollziehbarer Kritik ließ Gomez sich dann noch zu einem Ausflug in die Welt der Verschwörungstheorien hinreißen: "Vielleicht ist das jetzt die Quittung der Schiedsrichter, die da im Keller sitzen, dafür, dass ich ihnen 20 Jahre auf die Eier gegangen bin auf dem Platz."

DFB lädt Gomez ein

Der DFB reagierte inzwischen auf die Aussagen. Er will Mario Gomez in den VAR-Keller in Köln einladen. "Er kann gerne mal zu uns ins Video-Assist-Center kommen und sich das Ganze mal anschauen", sagte Jochen Drees, Projektleiter Videobeweis beim DFB, am Dienstag der dpa.

Man werde ihm gerne erklären, wie der Video-Assistent und die kalibrierte Linie funktionierten, so Drees weiter. "Er kann sich auch selbst mal an eine Arbeitsstation setzen und Abseitssituationen bewerten. Er ist herzlich willkommen!"

Weiter betonte Drees, die von Gomez kritisierten Entscheidungen hätten wenig mit dem VAR zu tun. Bis auf eines seien alle nicht anerkannten Tore bereits vom Schieds- oder Linienrichter aberkannt worden. Der VAR habe die korrekten Entscheidungen auf dem Feld nur bestätigt.

Ist die Abseitsregel so noch zeitgemäß?

Es lässt sich darüber streiten, ob die Genauigkeit auf den Millimeter wirklich im ursprünglichen Sinne der Abseitsregel ist. Eingeführt wurde sie im Fußball bereits im 19. Jahrhundert. Sie sollte verhindern, dass ein Stürmer sich einfach vor das gegnerische Tor stellt und hinter dem Rücken der Abwehr auf lange Bälle wartet. Von kalibrierten Linien und Kniespitzen, die sich im Abseits befinden, wusste damals noch niemand etwas.

Dementsprechend erfährt Gomez – neben viel Hohn und Spott – auch Zustimmung auf Twitter.

Andere dagegen vermuten, er habe früher von den fehlenden technischen Möglichkeiten profitiert:

(om/dpa)

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