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Kann Belgien Weltmeister werden? Thorgan Hazard glaubt fest daran

10.06.18, 13:23

David Digili und Benjamin Zurmühl

In Belgien leben lediglich elf Millionen Menschen. Trotzdem zählt der kleine Nachbar Deutschlands zu den Titelkandidaten – und glaubt auch selbst an seine Chance.

Kevin de Bruyne, Dries Mertens, Eden Hazard, Romelu Lukaku, Jan Vertonghen, Thibaut Courtois. Diese und noch viele weitere Top-Spieler schmücken den Kader der "Roten Teufel". Deshalb kommt man an Belgien nicht vorbei, wenn es um Titelkandidaten für die WM geht. Doch wirklich auf das Team von Trainer Roberto Martinez tippt kaum jemand. Zu groß sind die Zweifel daran, dass die "Goldene Generation" Belgiens es bei einem Turnier schafft, das gesamte Potenzial abzurufen. Doch in diesem Jahr ist die Chance größer den je.

Belgian national team players pose for a team picture, after the final selection, prior to the 2018 FIFA World Cup Russia at the national training center in Tubize, Belgium, Tuesday, June 5, 2018. Top from left to right, Laurent Ciman, Toby Alderweireld, Leander Dendoncker, Romelu Lukaku, Inaki Vergara, Richard Evans, Erwin Lemmens, Jan Vertonghen, Thomas Meunier and Nacer Chadli. Middle row left to right, Dedryck Boyata, Michy Batshuayi, Marouane Fellaini, Axel Witsel, Thierry Henry, manager Roberto Martinez, assistant coach Graeme Jones, Vincent Kompany, Moussa Dembele, Thomas Vermaelen and Yannick Carrasco. Bottom row left to right, Adnan Januzaj, Youri Tielemans, Eden Hazard, Simon Mignolet, Thibaut Courtois, Koen Casteels, Dries Mertens, Thorgan Hazard and Kevin De Bruyne. (Nico Vereecken, Pool Photo via AP)

Die "Roten Teufel". Bild: PHOTONEWS POOL

Die Vorfreude steigt dank starker Quali

Auf der Trainerbank sitzt Roberto Martinez, der als Nachfolger von Marc Wilmots die Geschicke leitet. Unter dem ehemaligen Schalker kam Belgien bei der WM 2014 und der EM 2016 nicht über das Viertelfinale hinaus. Bei beiden Turnieren galt man als Geheimfavorit, doch am Ende hieß es beide Male, dass die Mannschaft noch etwas Zeit bräuchte. Spieler wie de Bruyne, Lukaku oder Carrasco galten als zu jung und unerfahren.

Nach der EM 2016 übernahm dann Martinez – mit Erfolg. Neun der zehn WM-Qualifikationsspiele gewann Belgien, nur gegen Griechenland ließ man Punkte liegen (1:1). Mit torreichem Offensivfußball begeisterten de Bruyne und Co. die Fans. Die Vorfreude auf eine erfolgreiche WM stieg an.

Topspieler hat nicht nur Belgien. Das sind die besten 20 Torschützen Europas

"Einige von uns gehören zur absoluten Spitze"

In diesem Jahr ist jedoch der Druck auf die "Roten Teufel" so groß wie nie. Viele Spieler sind im besten "Fußballer-Alter". Das Abwehr-Trio um Jan Vertonghen (31), Vincent Kompany (32) und Toby Alderweireld (29) wird wohl das letzte mal bei einer WM in der Form zusammenspielen. Auch Back-up Thomas Vermaelen (32) ist davon betroffen.

Belgium's Thorgan Hazard, right, goes up against Egypt's Ahmed Elmohamady during a friendly soccer match between Belgium and Egypt at the King Baudouin stadium in Brussels, Wednesday, June 6, 2018. (AP Photo/Geert Vanden Wijngaert)

Thorgan Hazard (rechts) beim Freundschaftsspielgegen Ägypten am 6. Juni. Bild: AP

Doch der vermeintliche Druck steigert nur das Selbstvertrauen der Belgier. Das gilt auch für Thorgan Hazard von Borussia Mönchengladbach, der mit nach Russland fährt. 

"Es wird schwer, aber es ist möglich, dass wir Weltmeister werden. Wir haben die Spieler und den Trainerstab dafür. Einige von uns spielen in den besten Klubs der Welt und gehören auf ihren Positionen zur absoluten Spitze"

Thorgan Hazard t-online

Die vielleicht beste belgische Mannschaft aller Zeiten

Für Hazard ist es die erste WM – und dann auch noch mit seinem Bruder Eden. "Ich freue mich immer, mit ihm zusammenspielen zu können. Wir sehen uns ja nicht so oft." Während Eden als Kapitän das Team auf den Platz führt, bleibt für Thorgan eher die Jokerrolle. Kein Problem für den 25-Jährigen: 

"Es ist eine große Ehre, das Trikot Belgiens tragen zu dürfen. Das Gefühl ist einfach anders, das macht mich sehr stolz. Ich darf schließlich in der vielleicht besten belgischen Nationalmannschaft aller Zeiten spielen."

Thorgan Hazard t-online

Soccer Football - Bundesliga Promotion/Relegation Playoff First leg - VfL Wolfsburg v Holstein Kiel - Volkswagen Arena, Wolfsburg, Germany - May 17, 2018   Wolfsburg's Divock Origi in action with Holstein Kiel's Dominic Peitz   REUTERS/Fabian Bimmer    DFL RULES TO LIMIT THE ONLINE USAGE DURING MATCH TIME TO 15 PICTURES PER GAME. IMAGE SEQUENCES TO SIMULATE VIDEO IS NOT ALLOWED AT ANY TIME. FOR FURTHER QUERIES PLEASE CONTACT DFL DIRECTLY AT + 49 69 650050

Divock Origi (links) beim Spiel des VfL Wolfsburg gegen Holstein Kiel im Mai. Bild: reuters

Anders als 2014 ist Divock Origi nicht mit dabei. Dabei ließ sich der Stürmer extra aus Liverpool nach Wolfsburg verleihen, um im WM-Jahr die nötige Spielpraxis zu bekommen. Durch die turbulente Saison bei den Niedersachsen reichte es jedoch nicht. Doch über weite Teile der Qualifikation gehörte er fest zum Kader der Belgier, kennt die Mannschaft gut.

"Auf dem Papier können wir jedes Team schlagen! Wir müssen unsere Fähigkeiten nur auf den Platz bringen, konzentriert und fokussiert arbeiten. Dann ist für uns einiges drin."

Divock Origi t-online

Besonders eine Eigenschaft könnte bei der WM helfen:

"Unsere Mentalität wird oft unterschätzt. Wir sind Kämpfer!"

Divock Origi t-online

Auf dem Platz mögen wir sie. Aber stell dir vor, Fußballer würden im Büro arbeiten...

Video: watson/Marius Notter, Lia Haubner

"Wir zählen zu den Favoriten"

Während Belgien bei der EM 1980 erst im Finale scheiterte, kam man bei der WM nie über das Viertelfinale hinaus. Dieses Jahr soll das gelingen. Angesichts der machbaren Gruppe mit England, Panama und Tunesien als Gegner, sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche K.o.-Phase gut. "Wir zählen daher sicherlich zu den Favoriten, aber ich würde uns nicht als Top-Favorit sehen, da andere Länder mehr Erfahrung haben", glaubt Hazard.

Auch Divock Origi sieht eher andere Länder als Top-Favoriten: "Brasilien hat natürlich eine super Mannschaft, Frankreich auch. Deutschland gehört immer zu den Top-Favoriten. Spanien, Portugal, Argentinien – und vielleicht wir auch", sagte Origi mit einem Grinsen. Das "vielleicht" kann er wohl streichen, denn Belgien sollte jeder auf dem Zettel haben.

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