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 SOCCER - 1.DFL, Bayern, press conference, PK, Pressekonferenz MUNICH,GERMANY,07.JAN.20 - SOCCER - 1. DFL, 1. Deutsche Bundesliga, FC Bayern Muenchen, press conference. Image shows member of the board Oliver Kahn Bayern. PUBLICATIONxINxGERxHUNxONLY GEPAxpictures/xUlrichxGamel

Oliver Kahn hatte bei seiner Vorstellung bei "seinem" FC Bayern München gut lachen. Bild: GEPA pictures/ Ulrich Gamel

Oliver Kahn lässt mit Satz zu Nübel-Transfer aufhorchen

Die Vorstellung von Oliver Kahn als neues Vorstandsmitglied des FC Bayern München fing mit einer kleinen Hiobsbotschaft an. Bei der Pressekonferenz in der Allianz Arena saß neben dem ehemaligen Weltklasse-Torhüter lediglich Präsident Herbert Hainer. Auf dem Podium fehlte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der sich wegen eines Norovirus entschuldigen ließ. Doch Kahn, der ab 2022 Rummenigges Nachfolger als Vorsitzender werden soll, bewies schon mal, dass er in dessen Fußstapfen treten kann.

Kahn machte sofort klar, dass er eigentlich nie weg gewesen ist: "Ich habe 14 Jahre für den FC Bayern gespielt. Die DNA dieses Vereins steckt so tief in einem drin, dass man diesen Verein niemals ganz verlassen kann", sagte Kahn, der sich wortgewandt zeigte und bewies, dass er nach Jahren als TV-Experte mit den Medien kann. "Für mich ist der FC Bayern eine Herzensangelegenheit. Da ist natürlich viel Herzblut dabei", erklärte Kahn.

Hoeneß-Nachfolger und Ex-Adidas-Vorsitzender Hainer geriet während der Vorstellung immer wieder ins Schwärmen über Kahn und erklärte nochmals, wie es zur Entscheidung für die Bayern-Legende kam: "Wir haben im Aufsichtsrat ein Profil erstellt für den perfekten Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge. Er soll Fußballkompetenz haben, er soll das Bayern-Gen besitzen und Wirtschaftskompetenz haben. Bei Kahn sind wir schnell zum Schluss gekommen, dass er diese Dinge vereint."

Kahn äußert sich zum Nübel-Neuer-Duell

Klare Ansagen wollte Kahn noch nicht machen, sondern er wünschte sich ein wenig Zeit: "Ich muss mir erstmal einen Einblick verschaffen", sagte Kahn über mögliche Veränderungen. "Wir haben eine klare Struktur aufgesetzt, wie die Einarbeitung geschehen soll. Es geht nicht nur um den sportlichen Bereich, es geht um das Ganze."

Soccer Football - Bayern Munich Press Conference - Allianz Arena, Munich, Germany - January 7, 2020  Bayern Munich board member Oliver Kahn and president Herbert Hainer during the press conference   REUTERS/Andreas Gebert

Herbert Hainer und Oliver Kahn leiten fortan die Geschicke des FC Bayern. Bild: reuters / ANDREAS GEBERT

Zur Torwart-Diskussion zwischen der langjährigen Nummer eins Manuel Neuer und dem bereits feststehenden Neuzugang Alexander Nübel musste sich der ehemalige Welttorhüter dann aber natürlich auch äußern. Kahn tat dies gekonnt diplomatisch: "Wir alle wissen, welche Qualitäten Alexander Nübel hat. Daher ist es eine strategisch gute Entscheidung, so einen Torwart zu verpflichten. Er hat sich bereits geäußert, dass er bereit ist, sich hinter Neuer anzustellen und zu Beginn zu lernen. Über die Qualitäten von Manuel Neuer muss man eh nicht sprechen."

Kahn sieht dem Zweikampf gelassen entgegen: "Das Schöne ist, wenn man wie ich neu dazu kommt, dass man entspannt auf die Dinge zugehen kann." Kahn erklärte aber auch, dass der Wechsel, der erst im Sommer stattfinden wird, noch Zukunftsmusik sei: "Wir werden dann sehen, wie wir das Thema handhaben, im Moment spielt das keine Rolle."

Andere Sätze ließen aufhorchen: Nochmal auf Nübel angesprochen, sprach Kahn über Nübels gewagten Schritt als Stammtorhüter den Schalke zu verlassen und sich dem Zweikampf mit dem Nationalkeeper Neuer beim FCB zu stellen: "Alexander Nübel muss seinen eigenen Weg gehen. Er sieht sich in einigen Jahren als absolute Nummer eins. Er ist aber auch bereit, von einem Welttorhüter wie Manuel Neuer zu lernen. Es ist ein sehr mutiger Schritt, aber seinen Weg gilt es zu akzeptieren." Der einstige Torhüter Kahn untermauert mit den Worten abermals, wie gewagt der Sprung von Nübel ist.

Kahn sorgt mit "Druck"- Aussage für Lacher

Doch Oliver Kahn wäre nicht Oliver Kahn, wenn er selbst bei solch einer ruhigen Veranstaltung nicht doch noch für den ein oder anderen Lacher sorgt: Als ein Reporter wissen wollte, wie Kahn mit dem ganzen Lob des ehemaligen Top-Managers Hainer umgehe, antwortete Kahn nur ganz trocken: "Druck", sagte Kahn grinsend und sorgte für einige Lacher im Presseraum. Der Begriff hatte sich während seiner Karriere als Running Gag etabliert, da er gerne und ausführlich über den Druck im Fußball-Zirkus sinnierte. Herbert Hainer grätschte daraufhin rein: "Das Lob war nicht da, um Druck aufzubauen, sondern um die Wahrheit auszusprechen."

Auch einen zweiten Lacher hatte Kahn noch auf den Lippen, als er gefragt wurde, ob sich die Öffentlichkeit künftig auch auf einen explodierenden Vulkan Kahn wie zu seiner aktiven Zeit freuen könne. Kahn erklärte: "Emotionen sind auf dem Platz sehr wichtig, für mich als Spieler war das ein wichtiger Bestandteil. Auf der Tribüne muss ich mich da erst kennenlernen", erklärte Kahn und machte schmunzelnd klar: "Ich werde aber nicht durch den Meeting-Raum grätschen. Auf dem Platz hat mir das geholfen, aber Dinge ändern sich."

Dass er das Bayern-Gen in sich trägt, bewies er auch mit einer kleinen Kampfansage: "Wir wollen uns es nicht erlauben, dieses Jahr die Meisterschaft abzugeben." Auch in der Champions League müsse man sich nicht verstecken. Die Gruppenphase sei überragend gewesen: "Es ist wie immer beim FC Bayern alles möglich."

(bn)

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