Thomas Müller hat mit den Bayern glorreiche Siege errungen, aber auch bittere Niederlagen erlitten.
Thomas Müller hat mit den Bayern glorreiche Siege errungen, aber auch bittere Niederlagen erlitten. Bild: dpa / Sven Hoppe

"Der extremste Moment meiner Karriere": Bayern-Star Thomas Müller spricht über seine schlimmste Niederlage

19.01.2022, 14:24

Wer so lange Profisportler ist wie Thomas Müller, weiß, dass es dabei nicht immer bergauf geht. Der Stürmer hat ganze 609 Spiele für den FC Bayern bestritten und dabei so viele Titel gewonnen wie kein anderer deutscher Fußballer. Doch auch, wenn er zweifelsohne eine der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte geprägt und zahlreiche Trophäen angehäuft hat, hat Müller im Dress des FC Bayern einige bittere Niederlagen erlebt.

Sei es 2014 die 0:4-Klatsche im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid oder das 0:3 gegen den FC Barcelona im Jahr darauf. Im DFB-Pokal setzte es für den FC Bayern jüngst gar ein 0:5 gegen Gladbach. Doch über all dem schwebt ein anderes verlorenes Spiel, verriet Müller jetzt in der Artikelserie "Mein schlimmster Tag" auf Zeit Online.

In seinen Augen wiegt keine Niederlage in den vergangene 13 Jahren schwerer als die gegen den FC Chelsea 2012, als die Bayern in der Münchener Arena das Champions-League-Finale verloren. Die Mannschaft habe genau gewusst, wie wichtig den FCB-Fans das Spiel damals war, berichtet Müller. "Die Bundesligasaison lief nicht gut, zum zweiten Mal hintereinander wurden wir nicht Meister. Da ist beim FC Bayern schon ein bisschen Musik drin."

Die Bayern-Spieler sind nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea am Boden zerstört.
Die Bayern-Spieler sind nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen den FC Chelsea am Boden zerstört.Bild: Offside Sports Photography / Mark Leech

Und tatsächlich sah es lange gut aus für die Münchener. Sie dominierten das Spiel, der FC Chelsea konzentrierte sich nur auf das Verteidigen des eigenen Tores. Dann in der 83. Minute die Erlösung: Müller selbst köpft den Ball nach einer Flanke von Toni Kroos per Aufsetzer an die Unterkante der Latte und von dort ins Tor.

"Alle in der Mannschaft denken: Jetzt haben wir es geschafft! Es ist wie in Hollywoodfilmen, wenn auf einmal die Glühbirnen ganz, ganz hell leuchten, kurz vorm Zerplatzen. So fühlt sich das an im Stadion, und, ich glaube, in der ganzen Stadt", erzählt Müller und sagt weiter: "Das war der extremste Moment meiner Karriere."

Doch dann fünf Minuten später der Schock: Nach einer Chelsea-Ecke köpft Stürmer Didier Drogba den Ball ins Bayern-Tor. Das Spiel ging in die Verlängerung und endete für die Münchener schließlich mit einer Niederlage im Elfmeterschießen.

"Am liebsten wären wir alle unter die Bettdecke gekrochen. Zum Heulen."
Thomas Müller über den Abend des verlorenen Champions-League-Finales 2012

"Der Unterschied war extrem: zwischen dem Glücksgefühl beim Tor, das ich in meiner Karriere so nicht mehr erlebt habe, und meinem Negativgefühl später", erinnert sich Müller. Dieser Tag habe der ganzen Bayern-Familie "richtig wehgetan". Nach dem Spiel habe noch ein Bankett stattgefunden, doch damals sei niemandem zum Feiern zumute gewesen. "Am liebsten wären wir alle unter die Bettdecke gekrochen. Zum Heulen."

Doch wenige Wochen später, im Trainingslager am Gardasee, habe sich die Mannschaft wieder aufgerappelt, berichtet Müller. Und tatsächlich: In der Saison darauf gewannen die Münchener nicht nur die Meisterschaft und den DFB-Pokal, sondern auch endlich die Champions League. Im Londoner Wembley-Stadion bezwangen sie nach einem späten Tor von Arjen Robben Borussia Dortmund mit 2:1. "Das hat zur Heilung der Narbe aus 2012 beigetragen", ist Müller überzeugt.

(nik)

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