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Hendrik Pekeler Nr. 13, Deutschland, Philipp Weber Nr. 20, Deutschland, Kai Haefner Nr. 25, Deutschland, Andreas Wolff Nr. 33, Deutschland, Julius Kuehn Nr. 35, Deutschland und Fabian Boehm Nr. 38, Deutschland nach der Nationalhymne. Belarus vs. Deutschland, Handball, Hauptrunde, EHF Euro 2020, 16.01.20 Wien Wien Oesterreich *** Hendrik Pekeler No. 13, Germany , Philipp Weber No. 20, Germany , Kai Haefner No. 25, Germany , Andreas Wolff No. 33, Germany , Julius Kuehn No. 35, Germany and Fabian Boehm No. 38, Germany after the national anthem Belarus vs. Germany, Handball, main round, EHF Euro 2020, 16 01 20 Wien Wien Austria Copyright: xAgentur54Gradx/xFelixxKoenigx

Die deutsche Handballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Kroatien bei der EM in Wien. Bild: imago images / Agentur 54 Grad

WDR-Doku thematisiert fehlende Vielfalt im Handball – und erntet Shitstorm von ganz rechts

"Handball in Deutschland: Weiß und deutsch wird zum Problem" lautet der Titel einer WDR-Doku für "sport inside". Der Beitrag thematisiert fehlende Durchlässigkeit und Diversität im deutschen Handball. Denn: Der Handball hat im Vergleich zu anderen Sportarten sehr wenige Mitglieder mit Migrationshintergrund. Damit geht viel Potential verloren.

Handball kein Spiegel der Gesellschaft

Der WDR-Beitrag kritisiert beispielsweise, dass im EM-Kader 2020 der deutschen Handballnationalmannschaft mit Patrick Wiencek nur ein Spieler mit Migrationshintergrund stünde.

Yilmaz Dogan, ehrenamtlicher Jugendtrainer beim TBV Lemgo, merkt im WDR-Beitrag an, dass eine Nationalmannschaft Spiegelbild der Gesellschaft sein müsse. Im Fußball sei das so. Da sehe man einen Boateng, einen Khedira, einen Gündogan. Im Handball aber fehle das.

Dogan sieht vor allem den Verband in der Pflicht. Er fühlt sich von der Außendarstellung nicht angesprochen und würde sich wünschen, dass der Handballbund mit "Handball ist Integration, Handball ist für alle da, Handball ist multikulti" werben würde.

Für Dogan geht dadurch, dass es kaum gelingt, Menschen mit Migrationshintergrund für den Handball zu gewinnen, sehr viel Potential verloren: "Allein vier Millionen Türken leben in Deutschland und du kannst es mit den Fingern abzählen, so viele spielen Handball. Das ist dann traurig", sagt er.

Dem deutschen Handball fehlt der Migrationshintergrund

Dabei hat der Handball in Deutschland längst ein Mitgliederproblem. Im Beitrag des WDR erklären das die Sportwissenschaftler Carmen Borggrefe und Klaus Cachay unter anderem auch damit, weil der deutsche Handballbund die Integration von Deutschen mit Migrationshintergrund schlicht versäumt habe.

Laut ihrer Studie haben selbst Sportarten wie Tennis oder Reiten einen größeren Anteil an Migranten. "Wir beobachten, dass es nahezu keine Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Handball gibt", mahnt Klaus Cachay, Ex-Handballer und Sportsoziologe an der Uni Bielefeld. Er kritisiert vor allem den Verband: "Man hat nichts gemacht."

Für Carmen Borggrefe senden die Vereine ungewollt falsche Signale nach außen. Diese präsentierten sich meist als geschlossene Gruppe, so dass sich Menschen mit Migrationshintergrund abgeschreckt fühlten. Das passiere latent, "ohne das Vereine das wollen", sagt die Wissenschaftlerin.

Der WDR-Beitrag nennt aber auch Beispiele gelungener Integration im Handballsport – beispielsweise im brandenburgischen Guben oder auch bei den Füchsen in Berlin.

AfD und Rechte werfen dem Sender Rassismus vor

Auf Social Media sorgt der Beitrag allerdings bei einigen Usern für heftige Kritik. In den Kommentarspalten auf Youtube werfen Kommentatoren von rechts dem WDR Rassismus vor. Der Beitrag diskriminiere weiße Deutsche, lautet der Vorwurf. Auch die AfD versucht, das Thema zu nutzen und greift den WDR an. AfD-Frontfrau Alice Weidel beispielsweise twittert von offener Hetze gegen Deutsche.

Der Vorgang erinnert an die Kontroverse um das sogenannte "Umweltsau"-Video. Ein Kinderchor im WDR hatte aus dem Klassiker der im Hühnerstall fahrenden Großmutter die SUV-ratternde Kreuzfahrt-Oma mit hundsmiserabler Klimabilanz gemacht. Es folgte ein Shitsorm von rechts, der WDR knickte ein, nahm das Video aus der Mediathek, WDR-Intendant Tom Buhrow entschuldigte sich und sogar der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet schaltete sich ein.

(ts)

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