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24.04.2019, Fussball GER, Saison 2018 2019, DFB Pokal, Halbfinale, SV Werder Bremen - FC Bayern Muenchen 2:3, Trainer Florian Kohfeldt (Werder Bremen) nach dem Spiel DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. *** 24 04 2019 Football GER Season 2018 2019 DFB Cup Semifinal SV Werder Bremen FC Bayern Muenchen 2 3 Coach Florian Kohfeldt Werder Bremen after the game DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Team2

Trauerte mit Stil: Florian Kohfeldt. Bild: www.imago-images.de

Meinung

Zwischen Dusel-Bayern und Schiri-Chaos: Warum Florian Kohfeldt unser Pokal-Held ist

An jeder Offensiv-Aktion beteiligt, eine Torvorlage per Kopf, ein typisches Müller-Tor samt Arschplatscher und Simeone-Gedächtnisjubel mit Hampelmann-Ausklang: Thomas Müller wurde nach dem 3:2-Pokalsieg der Bayern in Bremen nicht ganz unverdient zum offiziellen "Man of the Match" gewählt. Doch Müller ließ sich im hitzigen Pokalfight, wie seine Mitspieler und sein Trainer, zu kleineren Scharmützeln mit den Gegenspielern verleiten. Nur einer ließ sich nicht davon anstecken: Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

Florian Kohfeldt diskutierte in der Endphase des Spiels gestenreich mit dem vierten Offiziellen. Es gab Grund zur Aufregung: Nach zwei Blitztoren in der 74. und 75. Spielminute stand es 2:2, Werder hatte das Momentum auf seiner Seite. Eigentlich. Fünf Minuten später verwandelten die Bayern einen äußerst umstrittenen Elfmeter, von dem selbst Bayern-Coach Niko Kovac nach dem Spiel sagte, dass man darüber streiten könne. Die letzten 15 Minuten des Spiels entwickelten sich zu einer Ansammlung an ungezügelten Situationen.

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Moisander und Müller maulen sich an. Bild: www.imago-images.de

Bremens Moisander und Thomas Müller gerieten aneinander, auch James und Werder-Kapitän Max Kruse erhielten Gelb für eine kleine Rudelbildung. Auch nach Abpfiff gingen die Diskussionen weiter, Niko Kovac musste noch Kruse und Jérôme Boateng auseinander halten. Kruse erklärte den Vorfall wenig später: "Es ging darum, dass er meinte, Bayern war ja klar besser als wir und hätte schon in der ersten Halbzeit vier Tore schießen müssen. Da soll er mich nicht vollquatschen, da soll er mit seinen Fans feiern."

Die Bremer waren angefressen, zurecht. Nur einer brodelte mit Stil. Mitten im Pulk stand Werders Trainer Kohfeldt und reichte allen artig die Hand – auch dem Schiedsrichtergespann, ohne sich dabei im Ton zu vergreifen.

"Natürlich ist der Pfiff brutal. Aber ganz deutlich: Bayern hat sich das verdient", fasste der 36-jährige Trainer anschließend zusammen. "Das jetzt zu reduzieren auf einen Bayern-Bonus, das will ich nicht, das wird auch uns nicht gerecht. Das ist Quatsch."

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Was Kohfeldt Serge Gnabry hier wohl mitgibt? Sicherlich keine bösen Worte. Bild: www.imago-images.de

Florian Kohfeldt zeigte nicht nur, dass er ein fairer Verlierer ist. Sportlich unterstrich er abermals, warum er vor rund einem Monat vom DFB als "Trainer des Jahres 2018" ausgezeichnet wurde. Er brachte den FC Bayern an den Rand einer Niederlage und tat dies mit attraktivem Offensivfußball. Viele Spieler blühen dabei unter der Führung des erst 36-jährigen Coaches auf. Doch auch menschlich zeigte Kohfeldt mal wieder, warum er der Typ ist, dem man seine Wohnungsschlüssel anvertrauen würde, wenn man in den Urlaub fährt, damit er nach dem Rechten sieht, die Blumen gießt. Er verlor nicht nur wie ein Gewinner, sondern bedankte sich auch bei seinen Spielern und den Fans im Hexenkessel an der Weser.

"Es war ein geiles Spiel. Ich kann mich nur bei meiner Mannschaft bedanken für den Mut, den sie gezeigt hat", sagte er. "Sie haben alles reingeworfen. Wir werden hart daran arbeiten, öfter solche Abende hier im Weserstadion zu erleben."

Die Fans feierten trotz des Elfmeter-Frustes vor allem ihren Trainer. Twitter-User "vertblanc" konstatierte: "Vom Cheftrainer können wir wohl alle sehr, sehr, sehr viel lernen. Florian Kohfeldt – Du bist ein wahnsinnig guter Typ."

Besonders in einem Spiel, in dem es durch eine umstrittene Schiedsrichterleistung am Ende so hitzig und mitunter unsportlich wird, kann die Reaktion von Kohfeldt nicht hoch genug angerechnet werden. Weil sie normal sein sollte, es aber nicht ist. Thomas Müller hat sehr gut gespielt, aber für so viel Größe, müssen wir einen anderen Akteur zum "Man of the Match" küren. Der wahre Mann des Abends war ein Verlierer, ein guter, fairer, respektvoller Verlierer: Florian Kohfeldt.

(bn)

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