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Bilder: imago images / Fleig / Eibner-Pressefoto / Michael Eichhammer (Montage watson)

Aldi verbockt Sortiment für Frauen-WM – so ehrlich reagiert der Konzern

Der Begriff Sommermärchen ist im Fußball eigentlich schon ziemlich ausgelutscht. Zu oft hörten wir ihn seit 2006, zu viele kleine – mitunter schmutzige – Nebengeschichten kamen nach der Weltmeisterschaft im eigenen Land ans Tageslicht. Doch 2019 wäre eigentlich prädestiniert für so ein Sommermärchen.

Das sonnige Wetter lädt zum Public Viewing beim Grillen ein, das deutsche Team marschierte bei der WM in Frankreich mit drei Siegen durch die Gruppenphase und mehrere Millionen Zuschauer fieberten dabei vor den TV-Geräten mit. Doch irgendwas fehlt... Vielleicht sind es die Autofähnchen, Trikots und Kartoffelsalate in Schwarz-Rot-Gold, die uns beim Vorrunden-Aus der deutschen Männer bei der WM im vergangenen Jahr noch in jedem Supermarkt um die Ohren gehauen wurden. Aber, warum erschlagen uns die Händler in diesem Jahr nicht mit den Produkten? Liegt das daran, dass eben nicht die Männer spielen?

Watson fragte bei Aldi und Lidl, den zwei größten deutschen Discountern, nach und wollte wissen, warum sie in diesem Sommer während der Fußballweltmeisterschaft der Frauen – anders als im Sommer 2018 zur WM der Herren – keine Deutschland-Fanartikel im Sortiment haben.

Aldi Nord erwartete keine Nachfrage durch Frauen-WM

Aldi Nord bestätigte auf Nachfrage von watson, dass die Kette im Rahmen der Frauenfußball-WM keine Fanartikel anbiete. "Generell erfreuen sich unsere Aktionsartikel bei unseren Kundinnen und Kunden großer Beliebtheit. Daher kann es vorkommen, dass wir besonders erfolgreiche und stark nachgefragte Aktionsartikel erneut anbieten. Bei den Fußballfan-Artikeln ist dies in diesem Jahr nicht der Fall." Kurzum: Zur Frauen-WM erwartete das Unternehmen kaum Nachfrage für Schland-Produkte.

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Alle zwei Jahre kommen die Schland-Produkte in die Regale der Supermärkte – zur Frauen-WM aber nicht. Bild: imago images / Müller-Stauffenberg

Aldi Süd wurde da direkter: "Da das allgemeine Interesse an Frauen-Fußball geringer ist als an Herren-Fußball, bieten wir in diesem Jahr ein vergleichsweise kleines Angebot an Fußball-Produkten an", teilte der Konzern auf Nachfrage von watson mit. Dabei handelt es sich aber nicht um Artikel zur Frauen-WM: "Dazu zählten beispielsweise ein Bundesliga Pop-up-Tor-Set oder ein Fußball."

Aldi Süd ist ziemlich ehrlich was die Frauen-WM angeht

Fußballartikel soll es bei Aldi Süd erst wieder im kommenden Jahr geben – wenn die Männer spielen: "Im nächsten Jahr wird es bei Aldi Süd anlässlich der Fußball-Männer-EM voraussichtlich wieder eine vielfältige Auswahl an Aktions- bzw. Fanartikeln aus dem Food- und Non-Food-Bereich zu kaufen geben."

Unterschätzt hat das Unternehmen aber wohl die Strahlkraft der WM: In Sachen TV-Quoten hat derzeit kaum ein Format eine Chance gegen die Spiele der deutschen Kickerinnen. Den 4:0-Erfolg der deutschen Fußballerinnen gegen Südafrika am Montag verfolgten in der Live-Übertragung der ARD 5,98 Millionen Zuschauer. Der Marktanteil betrug bei dem 18-Uhr-Spiel 32,4 Prozent. Dagegen hatten auch die gehypten Nachwuchskicker des DFB keine Chance: Die Männer der U21, die zur Primetime um 21 Uhr spielten, zogen im Ersten dann nur 4,92 Millionen Zuschauer (Marktanteil von 20,2 Prozent) an. Auch der 6:1-Galasieg am Donnerstag gegen Serbien der U21-Bubis kam da nicht ran: Im Schnitt 5,24 Millionen Zuschauer sahen den zweiten Sieg bei der EM in Italien.

Auf die Frage, ob man denn den Hype und die starken TV-Quoten unterschätz habe, erklärte ein Pressesprecher von Aldi Süd ganz offen und ehrlich:

"Wir drücken unserer Frauen-Nationalmannschaft kräftig die Daumen und hoffen sehr, dass sie weiter Erfolg hat – auch, wenn wir nicht als Sponsor oder mit Fanartikeln daran beteiligt sind. Die Chance haben wir dieses Jahr wohl verpasst."

Anders als Aldi ließ Lidl die Anfrage auf ein Statement unbeantwortet.

Die fehlenden Fanartikel bei den Discountern sind nur ein weiteres Kapitel, das zeigt, wie groß die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Fußball noch sind.

Die erst 23-jährige Weltfußballerin Ada Hegerberg beendete vor zwei Jahren ihre Karriere in der norwegischen Nationalelf wegen ungleicher Prämien. Und auch die deutschen Nationalspielerinnen zeigten vor der WM in Frankreich in einem viralen Werbeclip mit dem Titel "Pferdeschwänze statt Eier" so allerhand Klischees auf.

Die Einschaltquoten der aktuellen Frauen-WM jedenfalls klingen nach einem Sommermärchen für die DFB-Frauen. Nur ohne Autofähnchen und Grillwürstchen in Schwarz-Rot-Gold. Ob wir die überhaupt brauchen, ist eine ganz andere Frage. Doch wir sind uns sicher: Abnehmer hätten sie dieses Jahr gefunden – denn schon jetzt sind die Frauen weiter gekommen als die Männer im vergangenen Jahr.

(bn)

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