Novak Djokovic kritisiert den Ausschluss russischer Sportler in Wimbledon.
Novak Djokovic kritisiert den Ausschluss russischer Sportler in Wimbledon.Bild: www.imago-images.de / imago images

"Verrückt": Djokovic kritisiert Wimbledon-Turnier nach Ausschluss russischer Spieler

21.04.2022, 12:0721.04.2022, 12:13

Profis aus Russland und Belarus dürfen in Wimbledon in diesem Jahr nicht mit dabei sein. Diese Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine gaben die Wimbledon-Organisatoren am Mittwoch bekannt.

Beim Rasen-Klassiker vom 27. Juni bis zum 10. Juli werden damit auch der Weltranglisten-Zweite Daniil Medwedew (Russland) und die Weltranglisten-Vierte Aryna Sabalenka (Belarus) nicht dabei sein dürfen.

Daniil Medwedew im Finale der Australien Open 2022. Der Weltranglisten-Zweite darf in Wimbledon dieses Jahr nicht mitspielen.
Daniil Medwedew im Finale der Australien Open 2022. Der Weltranglisten-Zweite darf in Wimbledon dieses Jahr nicht mitspielen.Bild: dpa / Frank Molter

Weltranglisten-Erster Djokovic findet Ausschluss "verrückt"

Medwedew wäre als einer der Mitfavoriten auf den Titel ins Turnier gestartet. Beim bisher einzigen Grand-Slam-Turnier dieses Jahr – den Australien Open im Januar – musste sich der 26-Jährige erst im Finale gegen Rafael Nadal geschlagen geben. Im März hatte er sogar für einige Wochen in der Weltrangliste Novak Djokovic überholt. Allerdings war der Serbe auch zurückgefallen, weil er wegen seiner fehlenden Corona-Impfung nach einem langen Hin-und-Her in Australien nicht antreten durfte.

Djokovic selbst kritisierte den Ausschluss seiner Konkurrenten noch am Mittwoch. "Wenn sich die Politik in den Sport einmischt, ist das Ergebnis nicht gut", sagte der sechsmalige Wimbledon-Sieger. Der 34-Jährige erinnerte angesichts der Kriege im Balkan daran, dass er selbst ein Kriegskind sei. Er sei der Erste, der Kriege verurteile, betonte Djokovic auch mit Blick auf das Leid der Zivilbevölkerung. Die Profis wegen ihrer Staatsbürgerschaft auszuschließen sei jedoch "verrückt".

ATP und WTA "sehr enttäuscht" über die Entscheidung

Ähnlich argumentierte die Spielervereinigung der Herren, ATP: "Eine Diskriminierung auf Grundlage einer Nationalität bedeutet eine Verletzung unserer Übereinkunft mit Wimbledon, wonach die Teilnahme von Spielern einzig auf der ATP-Rangliste fußt."

Die Frauen-Vereinigung WTA zeigte sich ebenfalls "sehr enttäuscht" von der scharfen Sanktion. Gleichzeitig betonten beide Organisationen die russische Invasion "aufs Schärfste" zu verurteilen und "solidarisch an der Seite der Millionen unschuldigen Menschen, die von dem Krieg betroffen sind" zu stehen.

Die Wimbledon-Organisatoren räumten ein, es sei hart für die Betroffenen, dass sie unter den Handlungen der russischen Führung leiden müssten – dies änderte jedoch nichts an dem Ausschluss. Wimbledon ist das erste Tennis-Event, das diesen Schritt geht. Zahlreiche andere Sportarten haben Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus bereits in den vergangenen Wochen von ihren Veranstaltungen ausgeschlossen.

(kpk, mit Material von dpa und afp)

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