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Dazn-Chefin Mascia rechnet mit ARD-"Sportschau" ab

ARCHIV - 01.06.2023, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Alice Mascia, Geschäftsführerin von Streamingdienst DAZN in der DACH-Region, spricht während einer Podiumsrunde beim SpoBis-Kongress. (zu dpa: «Ex ...
Die "Sportschau" macht Streaming-Diensten das Leben schwer, findet Dazn-Chefin Alice Mascia.Bild: dpa / David Inderlied
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Dazn-Chefin Mascia schießt deutlich gegen die ARD-"Sportschau"

01.11.2023, 17:25
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Bereits Ende 2022 hatte Alice Mascia, die Deutschland-Chefin des Sport-Streamingdienstes Dazn, versichert, weiter am Markt anzugreifen. Das Ziel: endlich schwarze Zahlen zu schreiben. Seit dem Start von Dazn vor sieben Jahren hat der Streamingdienst Milliarden in Übertragungsrechte investiert, machte seitdem jedoch keine Gewinne. Nicht umsonst gab es umstrittene Abo-Preiserhöhungen. Was die eigene TV-Berichterstattung zur Bundesliga angeht, ist Mascia derzeit jedoch glücklich.

Ihre "Wunschliste" für die TV-Produktion bei Fußballspielen sei dennoch "lang". Denn: Die Fußball-Berichterstattung laufe hierzulande Gefahr, altmodisch zu bleiben.

Die "Sportschau" habe einen großen Anteil daran und mache Streaming-Diensten zusätzlich das Leben schwer, wie Alice Mascia nun im Interview mit der "Sport Bild" verriet. Sie wünsche sich größere Veränderungen und teilte heftig gegen das ARD-Format aus.

Fußball im TV: Dazn-Chefin kritisiert altmodische Praxis

Im Gespräch sprach die Dazn-Chefin der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) über ihre konkrete Wunschliste. Darauf stünden etwa Interviews mit den Profis kurz vor den Bundesliga-Spielen: "Wenn das Formel-1-Piloten direkt vor dem Rennen können, sollte das auch bei Fußballern möglich sein", findet sie. Sie glaubt, dass Fans diese Emotionen miterleben möchten.

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Die ARD-"Sportschau" kassiert heftige Kritik. Bild: imago images / Roland Krivec

Geht es nach Mascia, sollten die Einblicke für Zuschauende noch tiefer gehen: "Ich könnte mir auch Kameras in den Kabinen oder Richtmikrofone rund ums Spielfeld oder am Körper der Spieler vorstellen." Das sei die Zukunft im Fußball. Sie findet, dass es schade wäre, wenn "die größte Sportart in Deutschland altmodisch bleibt und versucht, sich gegen alles Neue zu sperren." Der Fußball solle bei der "Party" mitmachen.

Was sie mit "altmodisch" meint, macht sie anschließend in dem Gespräch auch klar. Dazn meint sie damit jedenfalls nicht.

Dazn-Chefin Mascia: ARD-"Sportschau" nicht innovativ

Wohl aber die "Sportschau", wie sie andeutet. Auf die Frage, ob es Bezahl-Anbietern helfen würde, wenn die "Sportschau" samstags später als bisher 18 Uhr senden würde, sagt sie:

"Deutschland ist damit eine Ausnahme in der europäischen Fußball-­Landschaft, und die Sportschau ist wohl auch ein Grund, warum Deutschland ein schwieriges Marktumfeld für Abonnement-­Dienste ist."

Die "Sportschau" sei nicht mehr der Platzhirsch am Markt wie ehemals. Sie glaubt: "Die Technologie hat sich aber so weiterentwickelt, dass eine Sendung zu einer festen Sendezeit nicht mehr den Großteil der Zuschauer anspricht." Das Vorgehen der "Sportschau" sei nicht gerade "innovativ". Es sei wichtiger, Dinge weiterzuentwickeln, als beim Status quo zu bleiben.

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Auch die Art, Fußball zu konsumieren, verändere sich zusehends. Nicht nur die reinen Spiele seien wichtig. Jüngere Fans schätzen es laut Mascia zunehmend, die Highlights eines Spiels zu sehen oder aber einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Das komme bei den Menschen an. "Der Fußball möchte seine Fanbasis verjüngen, tatsächlich wird sie aber älter, weil wir den Jüngeren nicht das bieten, was sie möchten", sagt die Dazn-Chefin.

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