Argentina's goalkeeper Emiliano Martinez throws during the World Cup final soccer match between Argentina and France at the Lusail Stadium in Lusail, Qatar, Sunday, Dec. 18, 2022. (AP Photo/Natacha Pi ...
Emiliano Martínez hielt im Elfmeterschießen einen französischen Strafstoß, trotzdem wurde er nun heftig kritisiertBild: AP / Natacha Pisarenko
WM 2022

WM 2022: Nach Provokation im Elfmeterschießen – TV-Experte geht auf Argentinien-Torwart los

20.12.2022, 09:10

Über 30 Jahre musste Argentinien auf den Weltmeistertitel warten. Zuletzt hatte das Heimatland von Lionel Messi 1986 den Pokal gewonnen. In einem dramatischen Finale am Sonntagabend gegen Frankreich gewann die Albiceleste den dritten Titel ihrer Geschichte.

Die Entscheidung musste dabei auf die wohl dramatischste Art und Weise herbeigeführt werden, die es im Fußball gibt: im Elfmeterschießen (4:2). Während die argentinischen Spieler ihre Strafstöße reihenweise versenkten, versagten Kingsley Coman und Aurélien Tchouaméni die Nerven. Durch die beiden Fehlschüsse konnte Lionel Messi seine internationale Karriere mit dem WM-Titel krönen.

Martínez mit provozierender Geste vor drittem Elfmeter

Dabei sorgte allerdings Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez während des Elfmeterschießens für Gesprächsstoff. Der Keeper hatte den Ball in den Händen, als Tchouaméni zum dritten französischen Elfmeter antreten wollte. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid ging also von der Mittellinie auf den Elfmeterpunkt zu. Statt den Ball dem 22-Jährigen zu geben, warf Martínez die Kugel aber nach rechts in den Strafraum. Der Franzose schüttelte ungläubig den Kopf.

Martínez wurde daraufhin vom polnischen Schiedsrichter Szymon Marciniak ermahnt. Eine Konsequenz, die Martínez gerne in Kauf nahm, vor allem, weil Tchouaméni den Schuss knapp am Tor vorbeischoss. Vor dem nächsten französischen Schützen, Kolo Muani versuchte Martínez erneut, den Franzosen zu verunsichern.

Der Schiedsrichter war aber dieses Mal schon vorher dazwischen gegangen, sodass Martínez den Ball nicht wegwerfen konnte. Offensichtlich versuchte der Argentinier Muani aber durch harte Worte zu verunsichern, denn Marciniak zeigte Martínez die Gelbe Karte.

"Diese Provokationen gehören sich nicht. Im sportlichen Wettbewerb, wenn es so eine Eins-gegen-Eins-Situation gibt, sowieso nicht."
Michael Ballack über die Aktion von Argentiniens Torhüter Emiliano Martínez

Muani verwandelte zwar seinen Treffer, Argentinien gewann aber das Elfmeterschießen trotzdem. Das Verhalten vom argentinischen Torhüter sorgte im Anschluss bei Magenta TV für harsche Kritik.

So bemängelte der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack: "Diese Provokationen gehören sich nicht. Im sportlichen Wettbewerb, wenn es so eine Eins-gegen-Eins-Situation gibt, sowieso nicht." Gleichzeitig forderte Ballack, der Schiedsrichter hätte früher dazwischengehen müssen.

Ballack ergänzte dann, dass es typisch für das argentinische Spiel sei: "Sie testen immer wieder, was sie mit dem Schiedsrichter beim Foulspiel, bei der Meckerei und im Zeitspiel machen können." In die Kritik stimmte auch Magenta-TV-Expertin Tabea Kemme ein. Kurz und knapp bezeichnete sie den Vorfall als "absolut unsportlich".

Das Verhalten von Martínez verwunderte allerdings besonders, wenn man sich den argentinischen Turnierverlauf anschaut. Denn die Albiceleste durchlitt während der WM eine ähnliche Situation. Die Spieler fühlten sich im Viertelfinale gegen die Niederlande (4:3) provoziert. Damals hatten mehrere niederländische Spieler, insbesondere Denzel Dumfries, auf die argentinischen Schützen eingeredet und sie bedrängt, als sie auf dem Weg zum Elfmeterpunkt waren.

Nicolás Otamendi berichtete nach der Partie: "Da war ein Spieler aus den Niederlanden, der bei jedem Elfmeter, den wir treten wollten, zum Schützen ging und etwas zu ihm sagte." So wie es nun Martínez im Finale der WM gemacht hat.

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