Markus Braun (Christoph Maria Herbst).

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Christoph Maria Herbst als Markus Braun, ehemaliger CEO von Wirecard. Bild: TVNOW / Gordon Muehle

Gericht wollte Wirecard-Film von RTL stoppen – der Sender ignoriert's

Während der Bundestag Politiker und auch die Kanzlerin zum Finanzskandal rund um Wirecard vernahm, strahlte RTL am vergangenen Donnerstag einen Film zur unrühmlichen Geschichte des einstigen Finanzdienstleisters aus.

In "Der große Fake – Die Wirecard-Story" spielen unter anderem Christoph Maria Herbst und Franz Hartwig den Skandal nach. Doch der Film hätte so eigentlich gar nicht über den Sender gehen dürfen, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ)" berichtet.

Demnach hatte das Oberlandsgericht München die Ausstrahlung von Teilen des Doku-Dramas verboten. Die Darstellung des Kronzeugen Oliver B., der eine maßgebliche Rolle im Wirecard-Konzern gespielt und später gegen ihn ausgepackt hatte, sei "vorverurteilend". Konkret dürfe nicht der Verdacht geäußert werden, Oliver B. hätte bei Wirecard mit der Finanzierung von Kinderpornografie und Terrorismus zu tun gehabt.

Kronzeuge fordert Ordnungsgeld von RTL

Der Entscheid des Gerichts erreichte den Sender offenbar kurz vor der Ausstrahlung des Films. Doch RTL stellt sich auf den Standpunkt, dass der Kronzeuge darin nicht im Zusammenhang mit den fraglichen Machenschaften gestellt wird.

RTL sendete den Film trotz Gerichtsentscheid in der Originalfassung, kürzte die bemängelten Szenen – rund zwei Minuten – aber für die Mediathek heraus. Der Sender stützt sich dabei auf einen Entscheid, den zuvor das Landgericht München fällte. Demnach wäre die Ausstrahlung unproblematisch gewesen. Den neuen Entscheid des Oberlandgerichts halte RTL "schlicht für falsch". Der Anwalt des Kronzeugen, der die Entscheidung vor Gericht erstritten hatte, wird laut FAZ nun das angedrohte Ordnungsgeld beantragen.

(ogo)

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