Unterhaltung
Apache 207, buergerlich Volkan Yaman - der deutsche Rapper und Saenger mit tuerkischen Wurzeln bei einem Konzert beim Reeperbahnfestival 2019. Musikfestival in den Clubs um die Hamburger Reeperbahn vom 18.09.-21.09.2019.


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Rapper Apache 2017 veröffentlicht im Juli sein Debütalbum und ist trotzdem schon megaerfolgreich – auf Streaming-Diensten. Bild: JAZZ ARCHIV HAMBURG / Jazz Archiv/Rainer Merkel

Analyse

Sogar Capital Bra überholt – so funktioniert Apache 207s Gelddruckmaschine

Apache 207 ist ein Millionen-Magnet. Sowohl was seine Streams als auch seinen wahrscheinlichen Verdienst anbelangt. An dem 22-jährigen Rapper führt derzeit kein Weg vorbei. Der Ludwigshafener dominiert die Spotify-Charts, Radiostationen spielen seine Tunes rauf und runter, auf Instagram folgen ihm 1,5 Millionen Fans.

In den deutschen Spotify Top-100-Charts ist Apache in der aktuellen Woche (ab dem 16. Juli) mit fünf Singles vertreten. Der Hit "Bläulich", der die Liste dazu noch anführt, bringt es auf 6,12 Millionen Streams innerhalb von sieben Tagen, "Boot" auf 2,24, "Fame" auf 1,92, "Roller" auf 1,66 und "200 km/h" auf 870.000 Abrufe. Das macht zusammen 12,8 Millionen Streams in nur einer Woche – seine Tracks, die aktuell nicht in den oberen hundert Plätzen mitlaufen, nicht mitgerechnet! Selbst Rap-Superstar Capital Bra taucht derzeit nur mit drei Tracks in der Liste auf. In den internationalen Spotify-Jahrescharts 2019 war Apaches Mega-Hit "Roller" der meistgestreamte Song Deutschlands.

Fun Fact: In den offiziellen deutschen Charts liegt Apache mit "Bläulich" ebenfalls auf Platz 1. Das ist allerdings nicht weiter verwunderlich, denn mittlerweile werden in die Auswertung nicht mehr nur CD-Abverkäufe gezählt, sondern eben auch Musik-Streams und Downloads integriert.

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Vor einigen Monaten hatte sich Apache allerdings öffentlich gegen Streaming-Betrugsvorwürfe wehren müssen. Via Instagram teilte er seinen Fans mit: "Bei 'Matrix' wurden allem Anschein nach gestern die Streamingzahlen in Hongkong manipuliert. Abgesehen davon, dass ausländische Streams für die deutschen Charts nicht zählen, will mir jemand mit dieser dubiosen Hongkong-Platzierung offensichtlich ans Bein pissen." Für ihn käme der (illegale) Kauf von Streams nach eigener Aussage niemals infrage. Der Grund, vom offensichtlichen moralischen Aspekt abgesehen: "Weil ich immer nur meine Musik sprechen lasse und niemals irgendwelche Zahlen."

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland laut Angaben des Bundesverband Musikindustrie rund 895 Millionen Euro mit Abonnements von Musikstreamingdiensten erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr sind die Umsätze somit um 27 Prozent gestiegen.

Apache 207 könnte in einer Woche an nur fünf Songs 11.375 Euro verdienen

Wie auch immer sich Apaches Spotify-Streams nun zusammensetzen mögen: Woche für Woche scheffelt der Rapper jede Menge Geld. Das Label eines Künstlers bekommt für eine Million Streams durchschnittlich zwischen 3000 und 4000 Euro. Marktführer Spotify selbst zahlt laut Künstler-Rechtevertretung "The Trichordist" eher maue Tantiemen aus (3433 Euro), beim weniger verwendeten Amazon Music (6399 Euro) sieht es da schon besser aus.

Geht man also von durchschnittlich 3500 Euro pro Stream-Million aus, ergeben sich allein für die vergangene Woche rund 45.000 Euro, die Apaches Label mit seinen Tracks verdiente. Den Löwenanteil könnte das Label behalten, "Bild" geht davon aus, dass normalerweise ein Viertel des Betrags direkt an den Künstler geht. Das wären in diesem Fall also 11.375 Euro, die der Rap-Star in der vergangenen Woche allein mit seinen Streams in den Spotify-Top-100 abgreifen könnte. Wie gesagt: In einer Woche. Mit nur fünf Songs.

Experte: "Apache verspricht, Gelddruckmaschine zu werden"

Mittlerweile dürfte sein Anteil aber weitaus höher sein, wie ein ehemaliger Plattenmanager im Gespräch mit watson erklärt: "Apache 207 ist binnen Monaten zu einer eigenen Marke emporgeschossen. Die Resonanz auf seine Titel ist enorm, wenn man bedenkt, dass er noch nicht einmal ein eigenes Album veröffentlicht hat. Er verspricht, eine Gelddruckmaschine zu werden. Deswegen dürfte er von seinem Label mehr als 35 Prozent der Erlöse kassieren, wenn er gut verhandelt hat." Das wären dann nach oben stehendem Beispiel 15.750 Euro, die direkt an ihn gehen würden. Aufs Jahr gerechnet würde der Rapper also allein mit seinen fünf Top-100-Tracks 819.000 Euro verdienen. Und in dieser Summe sind sonstige Songs oder Projekte noch nicht inkludiert. Addiert man diese hinzu, dürfte sein Verdienst im einstelligen Millionenbereich pro Jahr liegen.

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Apropos Album: Das ist der Rapper seinen Fans noch schuldig. Mit "Platte" war im Oktober 2019 lediglich eine EP und noch kein vollständiges Album erschienen, die allerdings bereits mit Gold ausgezeichnet wurde. Sein Debütalbum "Treppenhaus" wird am 31. Juli gedroppt. Bereits jetzt können sich Fans für saftige 45 Euro eine limitierte Edition sichern, die inklusive Kühlbox, Shirt und Stickerset daherkommt. Ein reiner Marketing-Gag, wie der Experte erklärt.

"Diese Fan-Boxen lassen sich gut bewerben, wirklich Geld lässt sich damit aber nicht machen. Es ist eher ein kleiner Nebenverdienst. Der große Gewinn lauert bei den Streaming-Portalen und der wesentlich größere natürlich bei der Tour zum Album. Da Auftritte coronabedingt abgesagt wurden, könnte die Album-Box aber ausnahmsweise mehr Umsatz als gewöhnlich generieren, da Fans ihm so ein Stück näher sein können und quasi ein Teil von Apache zu Hause haben." Beim Verkauf einer physischen CD bleiben dem Künstler bei einem Major-Label im Normalfall um die vier Prozent vom Verkaufspreis. Bei Apache selbst würden pro verkaufter Fan-Box somit nur 1,80 Euro hängenbleiben.

Eins dürfte aber sicher sein: Mit dem Release seines Debütalbums rückt Apache seinem nächsten Millionen-Deal wieder ein Stück näher.

(ab)

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