Die Drachen der Targaryens kreisen über der Driftmark.
Die Drachen der Targaryens kreisen über der Driftmark.bild: screenshot "house of the dragon"
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"House of the Dragon" bleibt "Game of Thrones"-Tradition treu – der "Tanz der Drachen" beginnt

03.10.2022, 14:3703.10.2022, 15:30
Paul Seiler
Paul Seiler
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Achtung, es folgen Spoiler zur neuen Folge von "House of the Dragon" sowie zu "Game of Thrones". Wer die Episode mit dem Originaltitel "Driftmark" oder "Game of Thrones" noch nicht gesehen hat, sollte also vorsichtig sein.

Die siebte Folge jeder Staffel von "Game of Thrones" war traditionell immer diejenige, in der alles irgendwie den Bach runterging. "House of the Dragon" bleibt dieser Tradition erfreulicherweise treu.

Wie der Name der siebten Folge der ersten Staffel es verspricht, spielt sich die gesamte Handlung ausschließlich auf der Insel "Driftmark" ab. Die Insel und das dazugehörige Schloss sind Stammsitz der Velaryons, wie die Targaryens ebenfalls valyrischer Abstammung.

Interessant an dieser Folge ist aber nicht nur der Ort, sondern auch die Zeit: Ein Großteil der Handlung spielt am Tag und der darauf folgenden Nacht der Bestattung von Laena Velaryon. Der Rest am Tag danach.

Wir erinnern uns: Laena Velaryon, das war die Gemahlin von Daemon Targaryen, Bruder des Königs. Sie beging Ende der sechsten Folge einen "Selbstmord durch Drachen", um dem qualvollen Tod im Kindbett zu entgehen.

Ihre Bestattung in den Gewässern ihrer Heimat Driftmark bringt das gesamte Haus des Drachen für zwei Tage wieder zusammen – und auch endgültig zum Einsturz.

Der Tanz der Drachen beginnt

Die erste Staffel von "House of the Dragon" arbeitet in halsbrecherischer Geschwindigkeit auf ein Großereignis in der Geschichte von Westeros hin: dem "Tanz der Drachen".

Bei diesem Bürgerkrieg gingen sich zwei Zweige der Targaryens, der herrschenden Dynastie in Westeros, an die Kehle. Auf der einen Seite die "Männer der Königin" Alicent Hightower, nach den Farben ihrer Majestät auch "die Grünen" genannt. Und auf der anderen Seite die "Partei der Prinzessin" Rhaenyra Targaryen, nach den Farben des Hauses Targaryen auch "die Schwarzen" genannt. In dieser Folge bekommen zumindest die "Männer der Königin" auch endlich ihren Spitznamen zugewiesen: Rhaenyra bittet ihren Onkel Daemon um Hilfe gegen "die Grünen".

Die Macht der Königsfamilie ruht im Wesentlichen auf zwei Säulen: ihren Drachen und starken familiären Allianzen. Nicht umsonst ist das Motto des Hauses Targaryen schließlich "Feuer und Blut". Wobei das Wappen des Hauses weniger ein dreiköpfiger Drache sein sollte, sondern angesichts der Vielzahl an Kindern vielmehr eine Hydra.

In den letzten sechs Folgen haben wir diese Charaktere dabei begleitet, wie sie auf diesen beiden Säulen von "Feuer und Blut" aufbauend die Macht im Land beansprucht haben. Alicent durch ihre Kinder, die Prinzen Aegon und Aemond sowie Prinzessin Helaena. Rhaenyra durch ihre eigene Position als Erstgeborene des Königs und Erbin des eisernen Throns. Daemon, Laenor und Laena jeweils durch ihre Drachen und das Blut der Targaryens.

In dieser Folge erreicht der Konflikt endlich den Siedepunkt und es geht Schlag auf Schlag.

Ein Todesfall ...

Der Tod von Laena Velaryon bringt die ganze Familie mit ihren vielen Zweigen wieder zusammen. Schon die ersten Minuten der Bestattung zeigen, wie zerrüttet dieses Geschlecht eigentlich ist: Der Vater der Verstorbenen spottet versteckt über das Aussehen der Prinzen Lucerys und Jahaerys, der Witwer findet das alles zum Schießen komisch und verführt seine Nichte, Prinzessin Rhaenyra, und die Prinzen Aegon und Aemond diskutieren offen darüber, wer von ihnen weniger gerne mit ihrer Schwester und Verlobten, Prinzessin Helaena, schlafen möchte.

Um es vorsichtig zu formulieren: Die Beziehung der Targaryens zueinander ist schwierig.

Durch den Tod von Laena verlor ihr Drache Vhagar auch ihre Reiterin. Diese Gelegenheit nutzt Aemond, um das Tier für sich zu beanspruchen und endlich selbst ein Drachenreiter zu werden. Er schleicht sich aus dem Schloss, hinunter in die Dünen. Einen kurzen Augenblick sieht es so aus, als würde Vhagar ihn einfach trösten, aber schließlich lässt sie ihn doch auf sich reiten.

Vhagar ist übrigens die größte und älteste Drachin in Westeros. Sie kam vor mehr als hundert Jahren zusammen mit Aegon dem Eroberer nach Westeros, als dieser die sieben Königslande eroberte.

Bei der Rückkehr ins Schloss Driftmark wird Aemond allerdings überrascht. Die Töchter der Verstorbenen – Baela und Rhaena – sowie die Prinzen Lucerys und Jahaerys lauern ihm auf. Sie sind erbost, halten sie doch Vhagar für ihr Geburtstrecht, schließlich war es der Drache ihrer Mutter.

Böse Worte und Anschuldigungen fallen, es kommt zu Gewalt, die schnell eskaliert. Am Ende hat Prinz Jahaerys eine gebrochene Nase – und Prinz Aemon ein Auge weniger.

Wie Kinder eben so sind.

... eine Messerstecherei ...

Ein solcher Skandal kann natürlich nicht folgenlos bleiben. Die ganze Familie findet sich also mitten in der Nacht wieder in der großen Halle des Schlosses ein, nicht um den Konflikt beizulegen, sondern um mehr um Öl ins Feuer zu gießen.

Die folgende Szene ist eine der besten der gesamten ersten Staffel, sogar der gesamten Reihe: Elf Targaryens, alle in der gleichen Halle versammelt, buhlen um die Macht und das Ohr Königs Viserys I.

Der wiederum versucht mit allen Mitteln seine zersplitterte Familie zur Vernunft zu bringen und muss doch scheitern. Es gibt nichts, was diese Sippe zusammen hält, außer gegenseitige Verachtung, Geltungssucht und ein Ego so groß wie Balerion, der schwarze Schrecken.

"Jeder weiß es. Schau sie dir doch an."

Der Zankapfel ist – wie so oft in dieser Serie – die Frage der Legitimität und der Erbfolge: Prinz Aemond warf den Kindern von Thronerbin Rhaenyra vor, Bastarde zu sein. Ein schwerer Vorwurf, wie Rhaenyra feststellt, in einer Monarchie kommt das dem Hochverrat gleich.

Von Viserys unter Druck gesetzt, wer ihm diese "infamen Lügen" erzählt habe, stößt der Prinz seinen älteren Bruder vor den Karren. Dessen Verteidigung, woher er das wisse? "Jeder weiß es. Schau sie dir doch an."

Und wie so oft löst König Viserys I. diesen Konflikt nicht, er sitzt ihn aus, er verbietet ihn einfach.

König Viserys I. befiehlt allen, sich zu vertragen.
König Viserys I. befiehlt allen, sich zu vertragen.bild: screenshot "house of the dragon"

Königin Alicent ist außer sich ob dieser Entscheidung und greift zu Selbstjustiz – das heißt zum nächstbesten Dolch – und attackiert Prinzessin Rhaenyra.

... und eine Hochzeit

Der dritte Schockmoment in dieser Folge folgt am Morgen danach: Prinzessin Rhaenyra weiß, dass ihre Position unhaltbar geworden ist. Dem ganzen Land ist bewusst, dass die Prinzen Lucerys, Jahaerys und Joffrey Bastarde sind – deren Onkel Aegon hat diese Wahrheit offen im Hof des Königs ausgesprochen.

Sie entschließt sich also zu einem drastischen Schritt und bittet ihren Onkel Daemon um seine Hand. Mit seinem starken Anspruch auf den Thron, seiner Macht und seinem Targaryenblut will sie ihre Position stärken.

Dabei gibt es nur ein klitzekleines Problem namens Laenor. Der ist nämlich noch mit Rhaenyra vermählt und hat ihr soeben erst versprochen, sich von seinen Gelüsten loszusagen und ihr bei ihrem Kampf gegen "die Grünen" beiseite zu stehen.

Daemon und Rhaenyra fassen also in aller Eile einen schrecklichen Plan: Sie lassen Laenor in der Halle seines Vaters von seinem Liebhaber ermorden.

Daemon und Rhaenyra Targaryen heiraten nach altem Stil.
Daemon und Rhaenyra Targaryen heiraten nach altem Stil.bild: screenshot "house of the dragon"

Aber keine Sorge: Laenor bleibt nicht lange tot. Das Ganze war ein ausgefeilter Plan, um den homosexuellen Prinz-Gemahl mit seinem Geliebten zusammen nach Essos zu schaffen, wo er in Frieden leben möchte.

Es scheint, als hätte Ser Criston damals der falschen Person den Antrag gemacht, als er Rhaenyra das Gleiche anbot. Oder ihr auch nur eine nützliche Idee eingepflanzt.

Wer jetzt aber glaubt, in den nächsten Folgen würde der Cast etwas übersichtlicher werden, der irrt. Für Folge 8 mit dem Titel "The Lord of the Tides" ist nämlich ein weiterer Zeitsprung angekündigt – und Zeitsprünge bedeuten in dieser Serie vor allem eines: mehr Kinder. Der Tanz geht also weiter.

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