William und Harry rauften sich für die Gedenkzeremonie ihrer Mutter Diana zusammen.
William und Harry rauften sich für die Gedenkzeremonie ihrer Mutter Diana zusammen.Bild: ap / Yui Muk
Analyse

Gedenkzeremonie für Diana "trägt Williams Handschrift" – welchen neuen Weg die Royals nun einschlagen könnten

03.07.2021, 14:25

In letzter Sekunde wurde der Ablauf einer Gedenkfeier zu Ehren von Prinzessin Diana am 1. Juli noch einmal verändert – das Vorgehen könnte einen neuen Weg der Royals bereits andeuten.

Am Donnerstag wurde im Sunken Garden des Kensington-Palastes eine Diana-Statue enthüllt. 1997 war die Mutter von Prinz William und Prinz Harry bei einem Autounfall in Paris ums Leben gekommen, als ihr Wagen von Paparazzi verfolgt wurde. Prinzessin Diana wäre in dieser Woche 60 Jahre alt geworden.

Im Vorfeld wurde viel über die Enthüllungszeremonie spekuliert, denn es war ein Anlass, zu dem sich die eigentlich entzweiten Brüder um ihrer verstorbenen Mutter Willen wiedersehen würden. Harry reiste dafür extra aus seiner neuen Wahlheimat Kalifornien nach London an. Schnell sickerte durch, dass sich der 36-Jährige nicht an Generalproben zur Zeremonie beteiligte und Wert darauf legte, dass er und sein Bruder getrennte Reden bei dem Event halten.

Letztlich kam doch alles anders: Die Palasttüren blieben für die Öffentlichkeit zunächst verschlossen. Es gab keine Live-Übertragung, die wurde kurz vor Beginn der Gedenkveranstaltung abgeblasen. Stattdessen gaben die Royals mehr als eine Stunde später einen Zusammenschnitt der Enthüllung zur Veröffentlichung frei, Reden gab es plötzlich ebenfalls keine mehr.

Der Adelsexperte Jürgen Worlitz sieht darin eine neue Möglichkeit für das Britische Königshaus, sich künftig mit der Presse zu arrangieren. Zusätzlich bewertet er im Gespräch mit watson, was auch Harry von diesem Vorgehen für sein künftiges Leben mitnehmen könnte.

Zusammen wurde die Diana-Statue von ihren Söhnen enthüllt.
Zusammen wurde die Diana-Statue von ihren Söhnen enthüllt.Bild: ap / Dominic Lipinski

Statue-Enthüllung sollte um jeden Preis kein "PR-Desaster" werden

Dass es keine Live-Übertragung der Diana-Statue-Enthüllung gab, zeigt laut Worlitz, dass in erster Linie Prinz William aus der jüngsten Vergangenheit gelernt zu haben scheint. Der Royal-Kenner führt dazu aus:

"Die Veranstaltung am 1. Juli trägt die Handschrift von Prinz William. Er wird sich überlegt haben, dass man auf alle Fälle ein PR-Desaster vermeiden sollte, wie es bei der Trauerfeier von Prinz Philip war, wo allein darauf rumgeritten wurde, wie die Prinzen miteinander umgegangen sind."
Jürgen Worlitz sieht in der Art und Weise der Enthüllung der Diana-Statue einen zukunftsweisenden royalen Umgang mit der Presse.
Jürgen Worlitz sieht in der Art und Weise der Enthüllung der Diana-Statue einen zukunftsweisenden royalen Umgang mit der Presse.Bild: privat

Die Trauerfeier für Philip im April zeigte zuletzt, wie es bei einer Live-Berichterstattung laufen kann. Die Prinzen William und Harry sollen seit Monaten zerstritten sein. Nach knapp über einem Jahr begegneten sich die Brüder dann bei der Zeremonie nach dem Tod ihres Großvaters. Schon während die Live-Bilder im TV liefen, wurde in jede kleine Situation sehr viel zur angespannten Beziehung der beiden hineininterpretiert. Vor allem der Gang zur Kapelle, bei dem Harry und William hinter Philips Sarg schritten und dabei durch einen Cousin getrennt wurden, eignete sich für Spekulationen.

"Wenn ein Verwandter auch nur einen halben Schritt zurückblieb, wurde sofort aufgeschrien: 'Er gibt Freiraum, damit sie sich näherkommen.' Es wurden Lippenleser engagiert, um herauszukriegen, ob da vielleicht getuschelt wurde. Also dieses Ganze kann man natürlich vermeiden, wenn man keine Liveveranstaltung macht", erklärt Worlitz weiter.

William und Harry bei der Trauerzeremonie für Prinz Philip.
William und Harry bei der Trauerzeremonie für Prinz Philip.Bild: Alastair Grant/Pool via AP

Neuer royaler Umgang mit der Presse

Dieses Vorgehen scheint durchaus ein Erfolg für die beiden Prinzen gewesen zu sein – deshalb könnte es auch die Richtung vorgeben, wie künftig mit Anlässen des Königshauses umgegangen wird.

In absehbarer Zeit wird William König werden. Momentan steht er hinter seinem Vater Prinz Charles auf Rang zwei der Thronfolge. Mit ihm könnte sich das Image des Königshauses in die Moderne entwickeln, gibt Worlitz zu verstehen:

"Ich denke mal, das könnte auch ein bisschen der moderne Stil sein, der durch William eingeführt werden wird, wenn er mal König wird. Dass man sich sagt, man lässt die Presse teilhaben, aber man hat ganz zum Schluss die Möglichkeit, eine kleine Korrektur vorzunehmen. Wo etwas herausgeschnitten oder angepasst wird."

Ähnlich seien die Royals beispielsweise auch bei Hochzeiten vorgegangen, führt der Experte weiter aus: "Das haben wir daran schon gesehen, dass nur ein einziger Sender reindurfte und letztlich ein wenig gefilterte Bilder rausgingen, sodass da nicht jeder noch mit seiner Kamera rumfuchtelt."

Der künftige König William und sein Bruder auf dem Weg zur Zeremonie der Statuen-Enthüllun.
Der künftige König William und sein Bruder auf dem Weg zur Zeremonie der Statuen-Enthüllun.Bild: ap / Yui Muk

Dieser neue Umgang der jungen Königshaus-Generation mit der Öffentlichkeit war bei der Enthüllung so deutlich sichtbar, weil die Senior-Royals, also unter anderem Prinz Charles und die Queen, der Veranstaltung fernblieben. Die Organisation wurde somit wohl komplett William und Harry überlassen. Durchaus nachvollziehbar, denkt auch Worlitz:

"Man kann sich vorstellen, dass weder Charles noch die Queen das Recht haben, den Jungs zu sagen, wie sie um ihre Mutter zu trauern oder ihre Mutter zu ehren haben. Das hätten die beiden sicher auch nicht zugelassen."

So lag die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nicht allein auf William und Harry und ihrem Zwist, sondern eben auch auf Diana, die am 1. Juli geehrt werden sollte. Interpretationen bezüglich der Beziehung der Brüder wären der Bedeutung des Gedenktages nicht gerecht geworden, zeigt sich Worlitz überzeugt.

Am Ende gab es statt der getrennten Reden eine gemeinsame Erklärung, die auf Social Media veröffentlicht wurde. "Das ist ein kluger Schachzug, der auf Williams Gedankengut beruht. Dass dort gar nicht unterschiedliche Meinungen nach außen getragen werden, wo ja jedes halbe Wort schon wieder interpretiert werden würde", so der Experte. Ausgerechnet eine Feier zu Ehren Dianas als Startschuss für eine neue Royal-Ära zu wählen, empfindet er als angemessen.

Harry und William waren sich bei diesem Vorgehen einig

Auch wenn Harry in der Vergangenheit beispielsweise in dem berühmten Interview bei Oprah Winfrey eher Negatives anstatt Positives über seine Verwandtschaft zu sagen hatte, schien er sich mit der Form der Enthüllung gut abfinden zu können: "Er hat gescherzt, er hat gezeigt, dass er der Sache positiv und aufgeschlossen gegenübersteht und hat mit William durch seine Körpersprache zu verstehen gegeben, dass er nicht auf Konfrontation gebürstet ist, sondern im Gegenteil, auf Lockerung der Atmosphäre", bewertet Worlitz weiter. Durchaus könnte auch er erwägen, künftig bestimmte Dinge im Umgang mit seinem Bruder so zu handhaben:

"So wie das gelaufen ist, kann Harry nicht negativ eingestellt sein. Vielleicht ist er ganz froh, diesen Weg mal gezeigt bekommen zu haben, dass er sagt, so kann man vielleicht weitermachen. Das heißt: Wir machen unser Ding, wir greifen den anderen nicht an, und wenn wir zusammen sind, ist schön Wetter angesagt, denn schön Wetter erwartet man von der Monarchie."

Ist die Statue Dianas würdig?

In Großbritannien sind sich die Royal-Fans durchaus uneins darüber, ob die Statue des Bildhauers Ian Rank-Broadley Diana gerecht wird. Auch Jürgen Worlitz sieht die Darstellung der "Königin der Herzen", die sie mit drei Kindern zeigt, kritisch.

Die Statue von Diana, die sie umgeben von drei Kindern zeigt.
Die Statue von Diana, die sie umgeben von drei Kindern zeigt.Bild: ap / Dominic Lipinski

Einerseits symbolisieren die drei Kinder, um die Diana schützend ihre Arme legt, Themen, gegen die sie sich zu Lebzeiten eingesetzt hat: Rassismus und Kinderleid. Durch die realistische Darstellung Dianas versucht man jedoch typische Züge der zweifachen Mutter in der Statue wiederzuerkennen: "Das ist hier total misslungen. Für mich ist es befremdend, wenn etwas so realistisch dargestellt wird. Eine künstlerische Freiheit ist dort ausgeschlossen worden", findet Worlitz dazu eindeutige Worte.

Das, was ihm jedoch fehlt, ist auch hier ein zeitgemäßer Ansatz: "Ein Standbild wie diese Statue soll aber für die Ewigkeit sein, da hätte man es auf die heutige Zeit anpassen können, man hätte einen modernen Künstler nehmen können, der vielleicht auch etwas abstrakter an die Sache rangegangen wäre."

Nach der Enthüllung der Statue ihrer verstorbenen Mutter bleibt nun abzuwarten, wie Prinz William und Prinz Harry künftig royale Events durchführen werden. Zumindest ist geplant, im September noch eine weitere Gedenkveranstaltung zu Ehren Dianas in Großbritannien abzuhalten. Dabei wird sich zeigen, ob die Richtung, die mit der Feier eingeschlagen wurde, in der Form fortgeführt werden wird.

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