Viserys I. Targaryen hat in "House of the Dragon" wahrscheinlich keinen einfachen Job.
Viserys I. Targaryen hat in "House of the Dragon" wahrscheinlich keinen einfachen Job.Bild: HBO
Analyse

Fatale Entscheidung in "House of the Dragon": Die Dummheit des Königs ist nur schwer zu ertragen

29.08.2022, 13:01

Achtung, es folgen Spoiler zur neuen Folge von "House of the Dragon"! Wer die Episode mit dem Originaltitel "The Rogue Prince" noch nicht gesehen hat, sollte also vorsichtig sein.

Dass das Westeros-Prequel "House of the Dragon" das Rad nicht neu erfinden und stattdessen auf die bewährten Qualitäten von "Game of Thrones" setzen würde, war eigentlich schon lange klar. Das heißt unter anderem: Es wird wieder fröhlich intrigiert. Schon die zweite Folge steuert insoweit auf einen Höhepunkt zu – auch, weil König Viserys I. Targaryen sich manipulieren lässt, möchte man die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Ein anderer Charakter empfiehlt sich hingegen als geistiger Nachfolger von Kleinfinger aus "Game of Thrones".

Unangenehme Szenen in "House of the Dragon"

In Folge zwei der Serie ereignet sich ein kleiner Zeitsprung. Viserys' Frau Aemma, die in der ersten Folge bei der Geburt von Sohn Baelon starb, ist mittlerweile rund ein halbes Jahr lang tot – und auf den König wächst der Druck, erneut zu heiraten. Eine offensichtliche Kandidatin ist Laena Velaryon, Tochter von Lord Corlys. Dank einer Hochzeit würden sich zwei mächtige Häuser verbünden und Corlys scheint sich zweitweise sogar sicher zu sein, dass die Wahl auf Laena fallen wird.

Viserys im Gespräch mit Laena: Sie ist bereit für eine Hochzeit mit dem König.
Viserys im Gespräch mit Laena: Sie ist bereit für eine Hochzeit mit dem König.Bild: HBO

Mehrere Personen aus Viserys' Umfeld sprechen sich ebenfalls dafür aus und auch seine Tochter Rhaenyra deutet an, dass sie das offenbar Notwendige akzeptieren würde, gleichwohl dies zu ihrem Nachteil ist: Mit einer neuen Frau könnte Viserys' einen männlichen Nachkommen zeugen, der in der Rangfolge des Hauses dann vor Rhaenyra stünde.

In einer Szene kommt es folgerichtig zum direkten Dialog zwischen dem König und seiner potentiell nächsten Gattin Laena. Unangenehm anzuschauen ist das vor allem aufgrund des jugendlichen Alters der Protagonistin: Sie ist gerade einmal zwölf, was auch Viserys Unbehagen bereitet. Für den Bund der Ehe sieht sie sich dennoch bereit. Wie sie selbst sagt, müsse sie vor ihrem vierzehnten Lebensjahr noch keinen Beischlaf leisten. Na dann...

Doch der König ist und bleibt skeptisch – nicht nur aufgrund Laenas Jugend, sondern auch wegen ihres Vaters. Wie nämlich Viserys befürchtet, neidet ihm Corlys den Thron und könnte zu einer reellen Gefahr werden, wenn die beiden Häuser enger zusammenwachsen.

So trifft Viserys am Ende eine spektakuläre Entscheidung: Er wird wieder heiraten, allerdings nicht Laena. Seine Wahl fällt auf Otto Hohenturms Tochter Alicent. Bei genauerem Hinsehen hatte sich dieser Twist schon angedeutet.

Otto Hohenturm zieht die Fäden in "House of the Dragon"

Otto Hohenturm ist die Hand von Viserys, aber nicht wirklich vertrauenswürdig, gleichwohl viele seiner Ratschläge bis hierhin erst einmal besonnen klingen. Als Viserys mit ihm die Wahl seiner nächsten Frau bespricht, gibt Otto zu bedenken, dass Laena sehr jung sei, doch dann zählt der Großmaester die Vorteile einer Vermählung auf und Otto bezeichnet den Bund schließlich doch als "vernünftig".

Wichtig im Verlauf der Szene ist aber vor allem der Moment, in dem Otto sich besonders einfühlsam gegenüber dem König zeigt, denn auch er verlor vor einer Weile seine Frau und kann den Schmerz nachempfinden. Das jedoch hält ihn nicht davon ab, seine Tochter, die ihrerseits jetzt ohne Mutter auskommen muss, als Waffe einzusetzen.

Schon in Folge eins war zu sehen, wie Otto Alicent anweist, dem trauernden König Gesellschaft zu leisten und nun ist klar, was dahintersteckt: Viserys soll Gefallen an ihr finden und sie als seine neue Gemahlin auswählen. Dabei ist Alicent mit 15 Jahren lediglich drei Jahre älter als Laena. Zwar scheint sie den König tatsächlich zu mögen, an der Perfidität von Ottos Plan ändert das aber nichts. Kommt es tatsächlich zur Hochzeit, steigt damit auch er massiv im Machtgefüge auf. Wohlgemerkt trifft der König am Ende seine Entscheidung für Alicent, ohne dass Otto ihm explizit dazu geraten hätte.

Otto verfolgt ganz eigene Interessen in "House of the Dragon".
Otto verfolgt ganz eigene Interessen in "House of the Dragon".Bild: HBO

"House of the Dragon": Für den König wird die Luft dünner

Somit ist Otto hier ein Geniestreich gelungen, der an die bösartigen Coups von Kleinfinger/Lord Baelish aus "Game of Thrones" erinnert.

Viserys hingegen hat zumindest aus strategischer Sicht eine rundum dumme Entscheidung getroffen, denn verständlicherweise ist der einflussreiche Corlys Velaryon nach der Zurückweisung seiner Tochter durch den König mächtig sauer. In der letzten Szene sucht er den Dialog mit – ausgerechnet – Viserys' Bruder Daemon Targaryen, der dem König in der Serie bislang nur Ärger bereitet. Dies wäre ein Bündnis, das eine Menge Sprengstoff birgt.

Umso besser wäre der König nun beraten, mehr auf die Fähigkeiten seiner Tochter zu vertrauen: Einen Konflikt um ein gestohlenes Drachenei auf Drachenstein schlichtet Rhaenyra in der Episode ohne Blutvergießen und doch darf sie sich nach ihrer Rückkehr von ihrem Vater erst einmal eine Standpauke anhören, weil dieses Vorgehen so nicht vereinbart war. Ganz wie in "Game of Thrones" ist spürbar, dass etwas Großes auf uns zurollt. Und das wird nicht angenehm.

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