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Moderator Frank Plasberg versuchte zu provozieren. bild: Screenshot ard

"Hart aber fair": Plasberg ätzt gegen Gast – "Sollen wir sammeln?"

Dirk Krampitz

Homeoffice und Homeschooling oder der eigene Laden geschlossen und die Rücklagen aufgebraucht. Der Lockdown sei für viele Menschen wie "ein Leben im Dampfkochtopf" und der Druck steige täglich, befindet Moderator Frank Plasberg. Das Thema "Lockdown und kein Ende – wie geht es Ihnen in der Krise?" diskutiert Plasberg bei "Hart aber fair" mit folgenden Gästen:

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Friseurin Kirstin Vietze kämpft um ihren Laden. bild: / screenshot rtl

Kirstin Vietze ist Inhaberin eines Friseursalons in Berlin. Sie hat 22 Angestellte ohne Arbeit, drei schulpflichtige Kinder zu Hause und die Schwiegereltern in häuslicher Pflege. "Man weiß gar nicht mehr, wie man das bewältigen soll", klagt die Friseurin. Ihr Geschäft ist durch alle Kriterien der Hilfsprogramme der Bundesregierung gefallen. "Man sieht auch kein Licht mehr am Ende des Tunnels. Wie soll man denn vier Monate ohne Umsätze schaffen?", fragt die Friseurin resigniert.

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Arbeitsminister Hubertus Heil bewegt Vietzes Schicksal. bild: screenshot rtl

"Das lässt mich nicht kalt, das bedrückt mich", entgegnet Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), aber die Corona-Toten würden ihn ebenso bedrücken und machten die Einschränkungen notwendig.

"Es hat sich ja niemand die Lockdown-Maßnahmen ausgedacht, um Unternehmer zu quälen."

Hubertus Heil

Darauf, dass die Unterstützungsmaßnahmen aber viele Unternehmer im Regen stehen lassen, geht er nicht ein.

Fast alle Lesungen abgesagt – Plasberg ätzt: "Oh, der arme Schriftsteller, müssen wir sammeln?"

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Jan Weiler findet das aktuelle Vorgehen gegenüber Kulturbetrieben "absolut zynisch". bild: screenshot rtl

Finanziell spürt auch Bestseller-Autor Jan Weiler ("Maria, ihm schmeckt’s nicht!") die Pandemie. Ab September wollte er mit seinem neuen Buch auf Lesereise gehen, doch von 60 Lesungen konnten nur zwei stattfinden. "Oh, der arme Schriftsteller, müssen wir sammeln?", ätzt Plasberg. Und dann merkt er offenbar selbst, dass er sich im Ton vergriffen hat und schickt entschuldigend hinterher, dass das vielleicht die Gedanken einige Zuschauer seien.

Jan Weiler entgegnet trocken, dass man nicht für ihn sammeln müsse, aber immerhin fast die Hälfte seines Einkommens sei weggefallen. Er findet Maßnahmen gegen das Virus nötig und richtig, aber er erwartet ebenso Zukunftsperspektiven von der Politik.

Weiler will Abitur ohne Prüfung

Weiler erzählt, wie er zur Sendung "in der fliegenden Petrischale von der Lufthansa" gebracht worden. Dort hätten alle Passagiere geredet und gegessen. Die Oper, wo niemand spricht oder isst, sei hingegen wegen Corona geschlossen.

"Ich erwarte von der Politik, dass sie mitteilt, wie sie mit Leuten umgeht, die geimpft sind oder es schon hatten."

Jan Weiler

Es sei "absolut zynisch" gegenüber den geschlossenen Theatern, Konzertsälen und auch Geschäften, wenn es nicht wenigstens Geimpften erlaubt sei, wieder ein Leben wie vor der Pandemie zu führen. Und dann hat er noch einen überraschenden Vorschlag für das Abitur 2021: "Keine Schule, keine Prüfung". Allen Schülern ein Abi von 2,8 geben und "entlassen in die Freiheit ohne diesen Quatsch".

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Monika Sieverding glaubt, dass es bald Vorteile für Geimpfte gibt. bild: screenshot rtl

Dieser Vorschlag wird wohl keine Mehrheit finden und vermutlich nicht mal diskutiert werden. Ganz im Gegensatz zum Gewähren von "Impfprivilegien", das ja eigentlich nur eine Rückgabe von Grundrechten ist. Auch Gesundheitspsychologin Monika Sieverding glaubt, dass es bald eine Diskussion um Rechte geben wird. "Das wird kommen. Da bin ich ganz sicher."

Auf Plasbergs Einwand, dass bisher noch kein Politiker davon spreche, verweist sie darauf, dass es die Diskussionen in anderen Ländern bereits gebe. "Schleichend wird das hier auch kommen." Und Arbeitsminister Hubertus Heil bestätigt, dass Diskussionen darüber in der Politik bereits laufen. Für ihn sei aber erstmal entscheidend, ob Geimpfte das Virus noch übertragen können.

Ärztin schneidet Haare selbst

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Carola Holzner hat ihre erste Impfung bekommen. bild: screenshot rtl

Die Ärztin Carola Holzner hat zwar ihre erste Biontech-Impfung schon erhalten, trotzdem würde sie "nie ungeschützt einen Patienten behandeln". Sie ist als "Doc Caro" auf ihren Social-Media-Kanälen mit Berichten aus dem Krankenhaus bekannt geworden. Ihre auffälligen weiß-blonden Haare hat sie selbst geschnitten, live auf Instagram und aus Solidarität, erzählt sie. Auch wenn sie findet:

"Ich bleibe dabei, beim Friseur stecke ich mich nicht an."

Carola Holzner

Plasberg will mit ihr über die Troll-Kommentare von Corona-Leugnern und Impfgegnern sprechen. Aber sie liest die gar nicht mehr. "In der Zeit helfe ich lieber den Menschen." Und auch die Medizinpsychologin Sieverding lässt den Moderator eiskalt abblitzen, als Plasberg nach Corona-Leugnern und Maßnahmen-Skeptikern fragt, die ja wohl "nicht alle doof" seien. "Ich weiß nicht, ob die nicht doof sind. Vielleicht sind die doof." Und es war nicht zu überhören, wie doof sie die Frage von Plasberg fand.

Und in der Tat: Es war nicht gerade die beste Sendung, die der ARD-Talker zum Thema Corona abgeliefert hat. Obwohl er seine Gäste ungewöhnlich oft unterbrochen hat, zerfaserte der Talk in Allgemeinplätze. Da halfen auch Plasbergs Zuspitzungen diesmal nichts.

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