Das Ex-Playmate Bea Fiedler mischt die

Bea Fiedler fand in der "Dschungelshow" viel Anlass zur Frustration. Bild: RTL/screenshot

"Kämpft gegen zwei Drachen": Suchtexperte erklärt, wie RTL Dschungel-Kandidatin Bea in "kritische Situation" brachte

Wenn eine Kandidatin in der diesjährigen "Dschungelshow" auch abseits der sogenannten "Dschungelprüfungstauglichkeitsprüfungen" so richtig leiden musste, dann war es mit Sicherheit Bea Fiedler. Gerade erst absolvierte das ehemalige Playmate drei Tage im Tiny House des RTL-Formats und zeigte sich dabei von ihrer unterhaltsamsten Seite.

Im Netz galt sie schon von Anfang an als absolute Favoritin auf das goldene Ticket ins "echte" Dschungelcamp 2022. Die Zeit mit ihren Mitkandidaten Lydia Kelovitz und Lars Tönsfeuerborn war für sie aber äußerst strapaziös: Aus der Dusche kam nur kaltes Wasser und, noch sehr viel schlimmer, ihre geliebten Zigaretten wurden zunächst streng limitiert und schließlich gestrichen.

Noch dazu sorgte ein Alkoholskandal in der Sendung für Aufsehen. Denn als Goody bekamen Lydia und Lars an Tag zwei eine Weißweinflasche ins Haus geschickt. Für Bea ein Grund zu toben, immerhin hat die Ex-Schauspielerin seit Jahren nach einer Leberzirrhose keinen Alkohol mehr angerührt und dadurch gar nichts von der großzügigen Belohnung. Dass ihre TV-Mitbewohner nun also genüsslich am Glas nippten, war nicht nur unfair gegenüber Bea, sondern auch gefährlich für sie, wie der Suchtexperte Dr. Andreas Jähne jetzt gegenüber watson klar herausstellt:

"Wenn sie Leute sieht, die vor ihren Augen Alkohol trinken und sie Alkohol riecht, kann das ein sehr starkes Verlangen und im Zweifelsfall auch einen Rückfall auslösen, oder einen Konsum, der in einen Rückfall führt, auch mit zeitlicher Verzögerung. Es ist eine kritische Situation für sie."

Sehr viel Achtsamkeit und Willenskraft sei auf Beas Seite vonnöten gewesen, um dieser Versuchung zu widerstehen. Eine besondere Rolle spielt dabei ebenfalls der Fakt, dass der Wein in der "Dschungelshow" ein Goody, und damit eine Art Belohnung für die prominenten Kandidaten ist. Extrem heikel, denn laut Jähne belohnen sich Alkoholpatienten tendenziell ebenfalls mit ihrem Suchtmittel.

Immense Stresssituation für Bea Fiedler

Bereits seit Jahren ist die 63-Jährige trocken und hat sicherlich viele Situationen erlebt, in denen vor ihren Augen Alkohol getrunken wurde – solche Momente lassen sich nicht vermeiden in einer Gesellschaft, in der Alkohol eben dazugehört. Innerhalb der "Dschungelshow" befindet sie sich aber in einer besonderen Stresssituation. Zusätzlich spielen laut des Experten Reize, sogenannte "Cues", eine Rolle, zu denen all das gehört, was mit Alkohol zu tun hat.

Also "Geruch, Geschmack, die Geräusche beim Öffnen der Flasche, beim Eingießen oder Trinken", ergänzt Jähne gegenüber watson. Diese Cues sind innerhalb der Alkoholsucht der Beginn einer Handlungskette, die mit dem Konsum von großen Mengen Alkohol und letztlich Kontrollverlust enden. "Diese Reize sind im Suchtgedächtnis Jahre, Jahrzehnte gespeichert", sagt Jähne.

Wenn das Erleben der Reize erfolgreich durchgestanden wird, könne das helfen, die Handlungskette mehr und mehr zu "verlernen". "Aber solche Experimente würde man lieber, zumindest in der Frühphase der Abstinenz, im therapeutisch geschützten Rahmen machen", also sicher nicht im Fernsehen.

Dr. med. Andreas Jähne, Ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura

Dr. med. Andreas Jähne, Ärztlicher Direktor der Oberberg Fachklinik Rhein-Jura, sprach mit watson über Bea Fiedlers Rückfall-Potenzial in der "Dschungelshow". Bild: www.oberbergkliniken.de

RTL zog die Daumenschrauben bei Bea mit Zigarettenentzug weiter an

Dass ihr auch noch die geliebten Zigaretten genommen wurden, stellte zudem eine weitere Schikane für Bea dar: "Jetzt kämpft die Kandidatin gegen mindestens zwei Drachen: Das eine hat sie schon relativ im Griff, seit einigen Jahren, aber ist jetzt gerade in der Entzugsphase des Nikotins. Da ist sie nochmal zusätzlich vulnerabler für Rückfälle. Es ist eine sehr harte Situation, der sie jetzt ausgesetzt ist, das erfordert viel Kraft", lautet Jähnes Fazit.

Das gesteigerte Risiko für Beas Rückfall in die Alkoholsucht hat die Produktion in Kauf genommen. Auf Anfrage von watson reagierte RTL knapp: "Alle Kandidaten von 'Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow' sind volljährig und wir setzen auf die Eigenverantwortung der Tiny House-Bewohner."

Dabei scheint bei Bea für den Suchtexperten eindeutig, dass auch nach mehreren Jahren Alkoholentwöhnung schon geringe Mengen Alkohol zurück in die Abhängigkeit führen könnten: "Also für sie gibt es nur den Weg, ganz konsequent keinen Tropfen zu sich zu nehmen. Eine Alternative dazu, also der kontrollierte Konsum, die gibt es, aber oft nur in den Anfangsphasen. Wenn das fortgeschritten ist, ist diese Kontrollfähigkeit meist nicht mehr erhalten und die können das nicht mehr selber steuern. Und ich würde ihr auch abraten von irgendwelchen Experimenten, auch nach Jahren."

Dschungelshow

Lars Tönsfeuerborn, Lydia Kelovitz und Bea Fiedler stritten oft im Tiny House. Bild: screenshot tvnow

Auch wenn Bea liebend gerne im Tiny House zum Meckern aufgelegt war, hat sie in der Situation, in der ihre Konkurrenten Wein getrunken haben, besondere Stärke bewiesen. Das erkennt auch Jähne an: "Ganz ehrlich, ich drück ihr die Daumen. Sie wollte da rein, jetzt muss sie da durch. Sie hat das auch ganz gut gemacht bis hierhin, ich wünsche ihr, sie bleibt standhaft."

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