Die Lanxess-Arena: Rund 18.000 Zuschauer passen normalerweise in die Halle.
Die Lanxess-Arena: Rund 18.000 Zuschauer passen normalerweise in die Halle.
Bild: imago images/ Norbert Schmidt
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Mega-Halle in Köln öffnet wieder: Veranstalter erklärt besonderen Corona-Plan

14.06.2020, 08:4814.06.2020, 09:12

In Nordrhein-Westfalen treten am Montag weitere Lockerungen in Kraft. Die Landesregierung teilte mit, dass ab dem 15. Juni Versammlungen und Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen mit mehr als 100 Teilnehmern erlaubt seien. Die Bedingung dafür: Hygiene- und Schutzmaßnahmen müssen eingehalten werden, genauso müsse die Rückverfolgung der Anwesenden nachvollziehbar sein.

Großveranstaltungen bleiben bis mindestens zum 31. August 2020 eigentlich weiterhin verboten.

Umso überraschender ist es, dass der Betreiber der Lanxess-Arena nun bekannt gab, dass dort noch im Juni wieder Live-Konzerte stattfinden werden. Dies ist durch ein besonderes Eventkonzept möglich. Ab dem 20. Juni soll bereits das erste Konzert stattfinden. Die Veranstalter erklärten watson den ausführlichen Corona-Plan.

Die Lanxess-Arena: Sie ist die größte Veranstaltungshalle in Deutschland.
Die Lanxess-Arena: Sie ist die größte Veranstaltungshalle in Deutschland.
Bild: imago images/ Horst Galuschka

So sieht das Corona-Hygienekonzept für Konzerte aus

Schaut man auf die Online-Eventliste der größten Veranstaltungshalle Deutschlands (rund 18.000 Plätze), ist natürlich auch hier zu sehen, dass alle Konzerte coronabedingt abgesagt oder verschoben wurden. Die Liste der Superstars, die in der Lanxess-Arena in Köln hätten spielen sollen, ist lang. Hier finden sich große Namen wie Sting, Camila Cabello, Céline Dion, Alicia Keys, Billie Eilish oder die Toten Hosen.

Doch nun können wieder erste Konzepte stattfinden, was durch ein besonderes Hygienekonzept möglich ist, das von den Veranstaltern Arena Now entwickelt wurde und in der Lanxess-Arena erstmals realisiert wird.

In sogenannten Premien-Locations können die Zuschauer wieder live das Spektakel auf der Bühne verfolgen. Die Besucher werden zu viert geschützt in Boxen, beziehungsweise "Cubes", sitzen.

Das sind die "Cubes": In einer Box gibt es vier Plätze.
Das sind die "Cubes": In einer Box gibt es vier Plätze.
Bild: Arena Now

Dabei gibt es die Regelung: Jeweils zwei Personen des gleichen Haushalts oder eine Familie dürfen Platz nehmen. Der Sicherheitsabstand zu den anderen Boxen beträgt 1,5 Meter. Tim Voigt vom Veranstalter-Team erklärt watson dazu:

"Durch ein entsprechendes Hygiene- und Schutzkonzept können wir die Veranstaltungen ermöglichen. Das Hygienekonzept umfasst sämtliche Bereiche der Veranstaltungen und ist äußerst umfangreich. Neben den bekannten Abstandsregeln sowie Mundschutzpflicht auf Laufwegen, werden Hygienestationen eingerichtet."

Zudem sei die Arena in fünf Bereiche eingeteilt, die jeweils über eine eigene Infrastruktur verfügen. Das bedeute, dass es für diese fünf Bereiche einen eigenen Eingang und Ausgang gebe, eigene Gastronomieangebote und eigene Sanitäranlagen – jeweils mit entsprechenden Schutzmaßnahmen. Und weiter:

"Zwischen den Bereichen ist kein Übergang möglich, sodass wir das Kreuzen von größeren Besucherströmen vermeiden."

Das sagt der Lanxess-Arena-Geschäftsführer über den Millionen-Verlust

Die Schutzmaßnahmen wurden eng mit den Behörden abgestimmt. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorkehrungen werden nur fünf bis zehn Prozent der Gesamtkapazität genutzt. Für das erste Konzept erhielten die Veranstalter laut der "Kölnischen Rundschau" die Genehmigung, eine Show für 896 Besucher auszurechten.

Wincent Weiss, Felix Jaehn und Don Diablo sind die ersten Künstler, die in der Lanxess-Arena wieder einen Auftritt haben werden. Die ersten beiden Konzerte von Weiss sind bereits ausverkauft.

Stefan Löcher, Geschäftsführer der Lanxess-Arena sagte in einer Mitteilung dazu:

"Geld verdienen werden wir bei den Millionen-Verlusten damit nicht. Im Moment ist es uns viel wichtiger, den Stillstand zu beenden und das Live-Entertainment zurück zu den Menschen zu bringen."
Die Gründer Tom Thomas und Thomas Fasshauer (v.l.) haben sich mit dem Geschäftsführer der Lanxess-Arena Thomas Löcher (r.) zusammengetan.
Die Gründer Tom Thomas und Thomas Fasshauer (v.l.) haben sich mit dem Geschäftsführer der Lanxess-Arena Thomas Löcher (r.) zusammengetan.
Bild: obs/arena now!/david martin

Die Veranstalter Thomas Fasshauer und Tom Thomas wurden bei der Entwicklung ihres Hygiene-Konzepts von Sponsoren unterstützt und finanzieren sich durch Kooperationsideen. Über die Idee der Zusammenarbeit mit der Lanxess-Arena sagt ein Unternehmenssprecher watson:

"Ursprünglicher Ansatz war es, ein Indoor-Autokino in der Lanxess-Arena zu veranstalten. Mit den entsprechenden Lockerungen der Corona-Schutzverordnung wurde auch das Konzept weiterentwickelt. Typische Großveranstaltungen sind in Arenen vorerst nicht denkbar, sodass wir die Lanxess-Arena schnell als Partner gewinnen konnten. Uns geht es aktuell in erster Linie darum, überhaupt wieder Live-Events zu ermöglichen und einen Anfang zu machen."

Die Veranstalter haben zudem noch weitere Pläne: "Sofern es die Schutzmaßnahmen zulassen und weitere Lockerungen in Kraft treten, können wir über eine Erhöhung der Besucheranzahl nachdenken. Darüber hinaus sind wir in Gesprächen, um das Konzept in weiteren Städten in Deutschland zu ermöglichen."

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