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V.l.: Investor Nico Rosberg, Investor Nils Glagau, Investorin Dagmar Wöhr, Investor Ralf Dümmel und Moderator Amiaz Habtu

Die Verwendung des sendungsbezogenen Materials ist nur mit dem Hinweis und Verlinkung auf TVNOW gestattet.

Ralf Dümmel ist seit 2016 Investor in der Vox-Show "Die Höhle der Löwen". Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Exklusiv

Ralf Dümmel verrät, was für "Die Höhle der Löwen"-Juroren streng verboten ist

Die Löwen brüllen wieder. Am Montag begann die Herbststaffel von "Die Höhle der Löwen". Neben den alteingesessenen Investoren Carsten Maschmeyer, Judith Williams, Nils Glagau, Dagmar Wöhrl, Georg Kofler und Ralf Dümmel nimmt nun auch Ex-Formel-1-Fahrer Nico Rosberg in der Vox-Show Platz.

Die neue Staffel verspricht spannend zu werden – und vielleicht auch etwas anders. Denn sie wurde während der Corona-Krise produziert. Im Gespräch mit watson sprach Investor Ralf Dümmel über seinen Anspruch an die Gründer, den Neu-Löwen Nico Rosberg und seine eigene mögliche Zukunft in der Show. Und er plauderte ganz nebenbei auch eine spannende Info aus, die vielen Zuschauern so sicher nicht bewusst war.

watson: Was erwartet die Gründer, wenn sie sich für den Löwen Ralf Dümmel entscheiden?

Ralf Dümmel: Die Gründerinnen und Gründer können riesige Unterstützung erwarten, weil ich nicht der typische Finanzinvestor bin, sondern eher ein strategischer Investor. Deshalb investiere ich auch nur in Dinge, bei denen ich wirklich auch helfen kann.

Wie sieht diese Hilfe dann aus?

Das Team, das wir mit "DS Produkte" [Dümmels Firma, Anm. d. Red.] zur Verfügung stellen, deckt alle Bereiche ab, wie beispielsweise Rechtsabteilung, Logistik, Vertrieb, Einkauf, Qualitätsmanagement, Produktmanagement sowie Marketing – und da habe ich jetzt längst nicht alle Bereiche aufgezählt. Das ist der Grund, wieso ich oftmals vom Rundum-sorglos-Paket spreche, bei dem sich die Gründer aussuchen können, wo genau die Stärken liegen. Wenn man sich als Gründer mehr in der Produktentwicklung oder dem Vertrieb sieht, dann sollte man sich genau dort austoben, wo man Spaß dran hat. Und mein Team und ich können, wenn die Gründer es möchten, mit Rat und Tat aushelfen.

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"Höhle der Löwen": Ralf Dümmel (r.) steht den Gründern mit Rat und Tat zur Seite, die Produkte testet er vorher natürlich selbst. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"Was viele Zuschauer gar nicht wissen: Wir dürfen nicht am Geldbetrag drehen."

Ist das manchmal auch der Grund, warum in der Sendung mehr Prozente an einem Unternehmen gefordert werden?

Das hat meist zwei Gründe: Zum einen halte ich die ein oder andere Firmenbewertung für zu hoch in der Sendung, deshalb werden oft schon die Prozente angeglichen. Was viele Zuschauer gar nicht wissen: Wir dürfen nicht am Geldbetrag drehen. Wir dürfen zwar mit der Summe hochgehen, aber wenn ein Gründer kommt und 100.000 Euro für zehn Prozent haben möchte, können wir nicht sagen, dass die Firma nicht so viel Wert ist und auf 50.000 Euro runtergehen. Ich weiß allerdings auch, was ein Investment für Arbeit bedeutet, was das Team alles einbringen muss und dann sagt man: "Das mache ich nicht für acht oder zehn Prozent!"

Spannend, das haben wir nicht gewusst.

Das habe ich ganz zu Beginn auch nicht gewusst und habe dann mal direkt bei der Produktion gefragt, wieso das so ist. Da kam eine ganz interessante Antwort: Die Zuschauer können das zum Schluss nicht mehr ausrechnen. Wenn Gründer 100.000 Euro für zehn Prozent abgeben wollen und ich 70.000 Euro für zehn Prozent biete und der nächste möchte 90.000 Euro für 14 Prozent geben – da können die Zuschauer auf die Schnelle gar nicht mehr nachvollziehen, welches Angebot nun eigentlich besser ist und welche Firmenbewertung dabei zugrunde liegt. Wenn hingegen nur an den Prozentzahlen gedreht wird, können die Zuschauer das besser nachvollziehen, sonst würde das zum Chaos in der Sendung führen.

"Ich möchte keine 40 oder sogar 50 Prozent."

Hat man durch diese Regelung auch manchmal eher Skrupel überhaupt ein Angebot abzugeben?

In ganz seltenen Fällen ja und das haben wir auch schon gehabt. Bei manchen Unternehmen, wo noch gar nicht viel Umsatz dahintersteht, die Gründer aber trotzdem 500.000 Euro für zehn Prozent fordern. Bei solch einer Firmenbewertung sagt man dann auch mal, "Nee, da komme ich später mit den Prozenten gar nicht hin". Ich möchte keine 40 oder sogar 50 Prozent. Die Gründer sollen immer die Mehrheit behalten. Ich selbst würde nie über 50 Prozent gehen, denn es ist ja das Unternehmen der Gründer und das würde ich nie über mein Herz bringen. Deswegen kann es in Einzelfällen dazukommen, dass es kein Löwen-Angebot gibt, wenn wir die Firmenbewertung als viel zu hoch erachten und damit auch die Investitionssumme zu hoch ist.

Dürfen die Gründer, wenn sie in der Sendung merken, dass man bei dem Preis nicht zusammenfindet, denn noch runtergehen?

Nein, das dürfen die Gründer auch nicht. Die Investitionssumme darf nicht angefasst werden. Was die Löwen allerdings dürften: Wenn beispielsweise alle ein Angebot vorlegen, kann man auch eine höhere Summe für die angebotenen Prozente bieten.

V.l.: Investor Nico Rosberg, Investor Nils Glagau, Investorin Dagmar Wöhr, Investor Ralf Dümmel und Moderator Amiaz Habtu

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Die "Höhle der Löwen"-Investoren (v.l.n.r.): Carsten Maschmeyer, Georg Kofler, Nils Glagau, Judith Williams, Dagmar Wöhrl, Nico Rosberg und Ralf Dümmel. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

"In Wahrheit dauert die Aufzeichnung davon etwa ein- bis anderthalb Stunden, manchmal sogar zwei."

Und was wiederum erwartest du von den Gründern?

100 Prozent, manchmal auch 120 Prozent Bereitschaft, für ihr Produkt und ihr Unternehmen zur Verfügung zu stehen. Einfach für das Unternehmen zu brennen! Das Wichtigste ist, und da muss man jetzt ein wenig ausholen, dass wir nach der Sendung noch lange zusammensitzen, um uns zu beschnuppern. Aber erst beim anschließenden Termin hier bei mir in Hamburg in der Firma, der zwischen acht und zehn Stunden dauert und bei dem auch ich die ganze Zeit dabei bin, stellen sich alle Abteilungen vor und es wird die strategische Ausrichtung besprochen.

Das ist lang.

Dazu muss man sagen, dass das, was von einem Pitch am Ende ausgestrahlt wird, maximal 15 bis 20 Minuten sind. In Wahrheit dauert die Aufzeichnung davon etwa ein- bis anderthalb Stunden, manchmal sogar zwei. Da sitzen ja noch vier andere Löwen, sodass man nicht das persönliche Gespräch hat. Beim ersten Treffen in Hamburg lernt man sich über den Tag dann erst so richtig kennen und spricht über wichtige Punkte.

Über was genau?

Was glauben wir, was die beste strategische Ausrichtung ist? Was wiederum glaubt der Gründer? Und wie deckungsgleich sind wir? Da merkt man durchaus auch mal – bei uns allerdings so gut wie nie –, dass es doch nicht so gut zusammenpasst. Da kann es auch mal dazu kommen, dass ein Deal nicht zustande kommt. Da kann der Gründer noch so nett sein und man sich noch so gut verstehen, wenn man in der strategischen Ausrichtung nicht auf einer Linie ist, kann es auch mal scheitern.

"In der letzten Staffel habe ich 25 Deals gemacht und 24 davon habe ich zum Notar gebracht."

Man hört ja immer wieder, dass nach der Sendung Deals doch nicht zustande gekommen sind. Bei dir kommt das also tatsächlich nicht so häufig vor?

Ich will mich nicht selbst loben, aber in der letzten Staffel habe ich 25 Deals gemacht und 24 davon habe ich zum Notar gebracht. Das ist, glaube ich, eine Quote, die in 28 Ländern, in denen "Die Höhle der Löwen" ausgestrahlt wird, nicht geschafft wird. Unsere Quote ist brutal hoch. Wir haben wirklich vereinzelt einen oder in einer gesamten Staffel mal zwei, die nicht klappen. Ich denke mir auch, wir Löwen sind da in einer Sendung und das ist eine Willenserklärung. Ein Deal ist da zwar nicht rechtskonform, aber man möchte diesen ja machen und kämpft deshalb ja auch mit den anderen Investoren. Wenn ich zum Beispiel merke, dass man sich beim ersten Gespräch noch nicht so angenähert hat, gibt es noch ein zweites oder drittes Gespräch. Beide Seiten müssen sich einfach sicher sein.

Wenn du von uns sprichst, meinst du dann die Löwen gesamt oder nur dich?

Ich meine mein Team und mich. Für die anderen Löwen kann ich nicht sprechen. Ich weiß schon, dass meine Quote extrem hoch ist. Ich kenne die Quote der anderen Investoren nicht, weil ich auch einfach so viele Deals habe, dass ich mich um meine Angelegenheiten kümmere.

V.l.: Investor Nico Rosberg, Investor Nils Glagau, Investorin Dagmar Wöhr, Investor Ralf Dümmel und Moderator Amiaz Habtu

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Neu-Investor Nico Rosberg (l.) mit den Löwen Nils Glagau, Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel. Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Tauscht man sich unter den Löwen auch nochmal über die Deals aus, wenn die tatsächlich eingetütet sind?

Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu allen Löwen und treffe sie auch außerhalb von der "Höhle der Löwen". Man tauscht sich auch mal aus, aber eher, wenn man einen gemeinsamen Deal hat. Dann ist man eh eng beieinander. Bei anderen ist man mal neugierig und fragt nach, aber man tauscht sich nicht inhaltlich groß aus. Da hat auch jeder mit seinen Deals genug um die Ohren.

"Es gibt auch durchaus mal Streit vor der Kamera, der noch hinter den Kulissen weiter ausgetragen wird."

Vor der Kamera wird sich ja auch durchaus mal etwas härter angegangen, wenn um einen Gründer gebuhlt wird. Wie viel Show steckt darin?

Null. Ich werde privat auch so oft gefragt, ob der Streit echt war oder es ein Drehbuch gibt. Es gibt auch durchaus mal Streit vor der Kamera, der noch hinter den Kulissen weiter ausgetragen wird. Da fällt mir zum Beispiel der Kampf um die Hundeleine "Goleygo" ein. Da habe ich mit Frank Thelen den Deal gemacht, während die anderen drei noch hinten standen und sich beraten haben. Da gab es richtig Streit. Der ging weiter, als die Kameras aus waren. Ich wundere mich persönlich selbst, dass wir Löwen uns so gut verstehen, obwohl es im Pitch manchmal richtig rund geht.

Geht es in der neuen Staffel so weiter?

Ich darf ja nicht zu viel verraten, aber es wird aus meiner Sicht nicht besser, sondern eher schlimmer. Die Löwen werden noch bissiger und es gibt noch mehr Battles.

"Nico ist ein cooler Typ und sehr nett, aber man merkt auch den Sportsgeist, den er in sich trägt."

Welchen Anteil hat Neu-Investor Nico Rosberg daran? Ist er auch direkt so bissig?

Ja, Nico ist ein cooler Typ und sehr nett, aber man merkt auch den Sportsgeist, den er in sich trägt. Ohne zu viel zu verraten: Die erste Sendung wird’s schon zeigen. Wenn er einen Deal haben will, wird er auch bissig.

Investor Nico Rosberg nimmt den Sportstollen von

Nico Rosberg ist der neue Investor in "Die Höhle der Löwen". Bild: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Hast du schon mal darüber nachgedacht, bei der "Höhle der Löwen" auszusteigen?

Als Löwe hat man keine langfristigen Verträge, sondern es wird von Jahr zu Jahr besprochen, ob man weitermacht oder nicht. Es gibt diese Herbststaffel und die Staffel im Frühjahr 2021, die bereits abgedreht sind. Aber für die Herbststaffel 2021, kann ich heute noch nicht sagen, ob ich wieder dabei bin. Es gibt keinen Vertrag. Da wird man sich wie jedes Jahr bald hinsetzen und diskutieren. Erst einmal müssen Vox und die Produktionsfirma Sony sagen, ob sie mich wieder dabeihaben wollen, und dann muss ich mich entscheiden. Momentan bin ich noch total in Action mit der Herbststaffel und arbeite an der Frühjahrsstaffel und mache mir noch nicht so viele Gedanken über den Herbst im nächsten Jahr.

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