Die ARD möchte zukünftig vermehrt auf Kooperationen mit Pay-Anbietern setzen.
Die ARD möchte zukünftig vermehrt auf Kooperationen mit Pay-Anbietern setzen.bild: imago / rüdiger wölk
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ARD-Sendung fällt aus: Moderator und Zuschauer wettern – Sender reagiert

19.11.2022, 16:11
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Eigentlich laufen die ARD-Politmagazine "Panorama", "Kontraste" und "Monitor" donnerstagabends um 21.45 Uhr im Wechsel. Am 17. November wäre theoretisch "Monitor" an der Reihe gewesen. Das Fernsehmagazin wird vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) produziert und von Georg Restlé moderiert. Gestern fiel die Sendung allerdings aus. Nachdem sich der Moderator auf Twitter beschwert hatte, äußerte sich die ARD gegenüber watson.

Aus dem Ton der Mitteilung kann man entnehmen, dass Restlé nicht besonders begeistert von dieser Änderung war. Am Donnerstagabend schrieb er um 23.50 Uhr:

"An alle, die heute vergeblich auf 'Monitor' gewartet haben. Die Sendung ist heute ersatzlos ausgefallen, weil die Programmplaner der ARD lieber 'Das Netz' senden wollten. Übrigens eine 'Idee von Red Bull Media House'."

Christine Strobl, Programmdirektorin des ARD-Gemeinschaftsprogramms Das Erste, Tochter des Politikers Wolfgang Schäuble und selbst CDU-Mitglied, erklärte bereits im Juli dieses Jahres gegenüber der "taz", dass sie das Angebot der ARD reformieren wolle. Um jüngere Zielgruppen zu erreichen, setze die ARD verstärkt auf Partnerschaften mit Pay-Anbietern, die früher nie infrage gekommen wären.

Als Beispiel nannte sie die Produktion "Das Netz", deren Ausstrahlung sie zeitlich vor der WM in Katar ankündigte. Es handelt sich um eine Thriller-Reihe, die aus mehreren Serien besteht. Diese wurden in fünf Ländern unabhängig voneinander produziert, stehen aber trotzdem in Verbindung. "Das Netz" thematisiert die korrupten Machtstrukturen im internationalen Spitzenfußball.

Die Produktion ist unter anderem eine Initiative von Red Bull Media House, weshalb Georg Restlé in seinem Tweet auf die Tochterfirma von Red Bull zu sprechen kam. Die Kooperation stößt mitunter auf Kritik.

Die Entscheidung der Programmplaner:innen sorgt in den Kommentaren für Empörung. So schreibt ein User, dass er den Programmauftrag nachgelesen habe: "Die Rundfunkprogramme sollen demnach der Information, Bildung und Unterhaltung gleichermaßen dienen." Er sei sich "nicht so sicher, ob es gerade an Unterhaltung so sehr gemangelt hat".

Ein Sprecher der ARD äußerte sich gegenüber watson zu der Programmänderung und dem Tweet des Moderators:

"'Monitor' wurde nicht ersatzlos gestrichen; das Magazin war an diesem Tag in der Jahresplanung der politischen Magazine nicht vorgesehen."

Es stand also schon von Beginn an fest, dass am Donnerstag keine Ausgabe von "Monitor" gezeigt werden würde.

Die Serie "Das Netz – Spiel am Abgrund" lief zur Primetime im Ersten. Nach enttäuschenden Quoten wurde die österreichische Serie "Das Netz – Prometheus" am Donnerstag nun nicht wie zuvor angekündigt um 20.15 Uhr ausgestrahlt, sondern um 22.20 Uhr und um 23.05 Uhr. Folglich wurden nur zwei statt vier Episoden gezeigt – theoretisch wäre letztendlich also doch Zeit für "Monitor" gewesen, aber stattdessen setzte die ARD auf eine Krimiwiederholung von "Das Großstadtrevier".

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