Rapper Laas begründete, warum er mit Shirin David zusammengearbeitet hat.
Rapper Laas begründete, warum er mit Shirin David zusammengearbeitet hat.Bild: Screenshot / Instagram / laas

Laas postet Ghostwriting-Freestyle – und rechtfertigt Arbeit mit Shirin David

22.10.2021, 13:36

Shirin David wird im November ihr zweites Soloalbum "Bitches brauchen Rap" vorlegen, das mit Spannung nach den ersten Releases wie "Ich darf das" oder "Lieben wir" erwartet wird. Im Gegensatz zu vielen Rap-Kolleginnen und -Kollegen geht die ehemalige Youtuberin seit Beginn ihrer Musikkarriere offen damit um, dass sie mit mehreren Writern zusammenarbeitet. Die Namen derjenigen, mit denen sie Texte schreibt, nennt sie auch ganz frei heraus, einer von ihnen ist das ehemalige EGJ-Signing Laas.

Der 39-Jährige veröffentlicht Rap-EP bereits seit 20 Jahren, ist also schon einige Zeit im Business. Er gilt heute als einer der besten Texter in der Branche und erhielt im vergangenen Jahr den Hiphop.de-Award in der Kategorie "Lyricist des Jahres". Etliche seiner Fans wunderten sich bereits, dass eine Größe wie er ausgerechnet mit Shirin zusammenarbeitet, die sich immer wieder Anfeindungen wegen ihrer Kollaboration mit Writern anhören muss. Laas reagierte darauf nun ganz standesgemäß mit einem Freestyle.

Laas hält leidenschaftliches Plädoyer für Writer und nimmt Shirin in Schutz

Auf Instagram veröffentlichte der gebürtige Gütersloher nun den Clip seines Textes, der eine Rechtfertigung für seine Arbeit mit Shirin darstellt. Er erklärte zunächst dazu: "Die Leute waren am Anfang ein bisschen verwirrt, besonders meine Fans haben sich gefragt, wie kann das sein, dass ein Rapper wie Laas, der sagt, jeder Rapper muss seine Texte selber schreiben, dass der jetzt mit einer Rapperin arbeitet, die scheinbar ihre Texte nicht komplett selber schreibt?"

Anschließend erläutert er einige Zeilen aus dem Freestyle, unter anderem folgende: "Wäre es besser, wenn die Kids irgend 'ne Scheiße kopieren, oder besser sie kopieren 'ne Künstlerin, die sagt, sie schreibt mit mir?" Laas begründete, es sei besser, wenn der Rap-Nachwuchs sich an Shirin orientiert und merkt, dass es Flows und Kreativität braucht, um zu rappen. Das sei immerhin der bessere Weg in die Rap-Kultur als lieblos produzierte Songs mit klammheimlich kopierten Texten, wie es im Mainstream gerne passiert.

Laas sprach ein weiteres Mal direkt mit seiner Community und rechtfertigte die Zusammenarbeit mit Shirin David.
Laas sprach ein weiteres Mal direkt mit seiner Community und rechtfertigte die Zusammenarbeit mit Shirin David.Bild: Screenshot / Instagram / laas

Weiterhin äußerte Laas in seiner Insta-Story: "Wenn es um das Thema Shirin geht, geht es ganz viel um das Thema Schreiben und das kam ganz oft von Menschen, bei denen ich mich frage: 'Interessiert ihr euch sonst auch so für die Schreiber?" Falls ja, frage er sich, wieso gerade Writer nicht diejenigen sind, die am meisten verkaufen, sondern am "härtesten strugglen". Sein Fazit zu der Thematik:

"Bitte hört auf, dieses wundervolle Handwerk zu benutzen, um Shirin einen Strick um den Hals zu legen. Wenn es euch so wichtig ist, dass Rapper ihre Texte selber schreiben, dann geht raus und supportet die Künstler, die so etwas machen und dafür stehen wollen."

Man solle Laas' Meinung nach nicht seine Energie dafür verschwenden, Shirin dafür anzugehen, dass sie ganz offiziell eben nicht für selbstgeschriebene Texte steht: "Es ist auch legitim, das nicht zu machen."

Shirin David respektiere die Rap-Kultur

Shirin sei zwar kein Rap-Nerd, wie es Laas ist, dennoch: "Sie liebt diese Musik, sie liebt diese Kultur. Wer sind wir, dass wir kommen und sagen: 'Du darfst das nicht'?", fragte der Künstler schließlich die Kritiker. Sie gehe demnach auch nicht respektlos mit der Rap-Kultur um und behaupte gerade nicht, dass sie die beste Rapperin sei.

Im Gegenteil, so verriet Laas schließlich auch, habe Shirin 10.000 Euro an die Battlerap-Plattform "Don't Let The Label Label You!" gespendet. Zusätzlich helfe sie Writern damit, dass sie mit ihnen zusammenarbeitet, weil sie sie dadurch bekannter macht. Auch Laas habe durch sie Vorteile gehabt: "Das bietet sie eben auch mir und meiner Kunst, indem sie mit mir arbeitet und das auch öffentlich macht."

Letztlich versprach Laas seinen Fans in seinem Statement, dass sie nicht enttäuscht von "Bitches brauchen Rap" sein werden – die Arbeit mit Shirin sei intensiv und ertragreich gewesen, der Rapper zeigte sich zufrieden und stolz auf das Ergebnis.

(cfl)

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