Unterhaltung
Henning Ferber Filmproduktion GmbH
Produzent: Henning Ferber; Regie: Thomas Sieben; Kamera: Sten Mende, Szenenbild: Matthias Muesse

Clemens Schick (r.) mit Max von der Groeben Szenenbild: Matthias Muesse

Interview

"Kidnapping Stella" – Clemens Schick zu deutschem Netflix-Film: "Ist brutale Perversion"

1995 wurden in Deutschland 128 Geiselnahmen polizeilich erfasst. 2017 waren es nur noch 24. Damit gab es in dem Jahr möglicherweise weniger reale Entführungen als auf Netflix erschienene Serien oder Filme zu diesem Thema.

Geiselnahmen scheinen bei Kriminellen nicht mehr im Trend zu liegen. Der Film "Kidnapping Stella" lässt erahnen, warum. Clemens Schick und Max von der Groeben spielen zwei Geiselnehmer, die pedantisch die Entführung einer reichen Industriellen-Tochter (Jella Haase, bekannt aus "Fack ju Göhte") planen und umsetzen. Im Laufe der Geschichte eskaliert die Lage in dieser psychischen Druck-Situation.

"Kidnapping Stella" sollte ursprünglich im Kino starten. Stattdessen ist es nun der erste deutsche Film, der zuerst bei Netflix erscheint.

watson traf Hauptdarsteller Clemens Schick zum Interview.

watson.de: Zwei Drittel der Entführungen enden mit einer Lösegeldzahlung. Warum entscheiden sich nicht mehr Kriminelle fürs Kidnapping?
Clemens Schick: Viele lassen sich wahrscheinlich davon abschrecken, dass die Überwachung so zugenommen hat. Mein Charakter Vic hat auch eine ausgeprägte Paranoia – er nutzt verschiedene Handys, zerstört Sim-Karten, tut alles, um nicht trackbar sein.

Kriminelle müssen also pedantisch sein?
Vic versucht, das perfekte Verbrechen zu inszenieren. Spannend wird es, wenn er Fehler macht, wenn er unachtsam und die Perfektion brüchig wird.

Henning Ferber Filmproduktion GmbH
Produzent: Henning Ferber; Regie: Thomas Sieben; Kamera: Sten Mende, Szenenbild: Matthias Muesse

Szenenbild: Matthias Muesse

Dein Charakter gibt sich nicht als Tyrann. Stattdessen versucht er, seinen Partner mit Logik und Empathie zu kontrollieren.
Wenn überhaupt ist es eine gestörte Empathie. Es ist eine extreme Form von Gewalt, einer Person ihre Freiheit zu rauben und ihr dann noch Sicherheit geben zu wollen mit der Aussage "Wir töten dich nicht". Aber das kippt ja auch schnell. Das ist nicht mehr empathisch, das ist brutale Perversion. Empathie in einem komplett psychopathischen Verhalten rauszuarbeiten, macht aber schauspielerisch sehr viel Spaß.

"Kidnapping Stella"-Trailer

abspielen

Video: YouTube/Netflix Deutschland, Österreich und Schweiz

Wie war es für dich, in einen so brutalen Charakter einzutauchen?
Die Brutalität findet ja schon in der Handlung statt, dann brauche ich nicht mit meiner Darstellung noch eins draufzusetzen. In dem Moment, in dem ich eine brutale Handlung empathisch spiele, entsteht eine sehr unangenehme Atmosphäre.

Wie hast du dich vor dem Dreh mit dem Thema Entführungen beschäftigt?
Ich habe Bücher gelesen. Über die Reemtsma-Entführung 1996, oder über die Entführungen in Mogadischu und Gladbeck. Das mache ich immer so für Rollen, ich lese mich ein und schaue Filme. Ich habe mich vor allem damit auseinandergesetzt, was Macht bedeutet und wie es ist, einen Menschen zu kontrollieren.

Hat es geholfen, dass du mit Jella Haase schon vorher gedreht hast?
Sehr. Wir sind befreundet. Wir sind alle an unsere Grenzen gegangen und darüber hinaus. Weil wir uns privat sehr mögen, hilft das bei der Brutalität mancher Szenen.

Inwiefern?
Dass man sich nichts übel nimmt.​

Aber wenn es so im Drehbuch steht...
Bei so einem Film lässt es sich nicht verhindern, dass man körperliche Schmerzen hat. Ich passe natürlich auf. Trotzdem lässt es sich nicht verhindern, dass man sich weh tut. Es ist wichtig, dass man sich vertraut.

Dazu kamen noch die Dunkelheit und die Enge. Wie seid ihr damit umgegangen?
Wir sind sehr viel um die Häuser gezogen nach den Dreharbeiten. Wenn du die ganze Zeit in diesem Studio bist und ständig diese Abgründe verkörperst, dann willst du raus und suchst einen Ausgleich. Der ganze Film hat sich angefühlt wie ein Rausch. Der Dreh war sehr intensiv. Ich war zwei Mal im Krankenhaus.

Warum?
Nichts Dramatisches. Am Ende einer harten Drehwoche, Freitagnacht, war ich einfach zu k.o., um mich noch zu konzentrieren. Max und ich sollten nur was in einen Lieferwagen hieven, ich hab mich dabei so an dem Auto gestoßen, dass mir das Blut über den Kopf lief. Weil es so dunkel war, hat Max nicht gesehen, dass ich mich verletzt hatte, sondern es nur gehört. Und einen Lachanfall bekommen.

Und das andere Mal?
Bei der Szene gab es einen Stunt zwischen mir und Max. Da haben wir uns für eine Sekunde nicht koordiniert, sodass er mir mit einer Hartplastik-Stange so sehr aufs Ohr haute, dass ich auch wieder ins Krankenhaus musste. Weil beide Unfälle freitags passiert sind, hatte ich immer bis Montag Zeit, mich zu erholen.

Max von der Groeben und auch Jella Haase sind beide noch recht junge Schauspieler. Haben sie sich Tipps bei dir geholt?
Ich kann nicht sagen, ob ich für die beiden ein Vorbild war, aber wenn sie gefragt haben, habe ich sehr gerne geantwortet. Ich gucke mir so junge Schauspieler wie Max und Jella sehr genau an. Die beiden bewundere ich sehr, weil sie eine große Freiheit verkörpern.

Das könnte dich auch interessieren:

Edeka kontert im Discounter-Streit: "Hallo ihr süßen Lidl-Mäuschen"

Link zum Artikel

An diesen 5 Features arbeitet Whatsapp wohl gerade: Eins hatten wir schon aufgegeben

Link zum Artikel

Rammstein: Das Internet liebt dieses Senioren-Fitness-Video

Link zum Artikel

Wut-Brief an Feuerwehr: Anwohner drohen wegen eines angeblich zu lautem Martinshorns

Link zum Artikel

Hier provoziert Niklas Süle mit frecher Ansage Rodrygo vor dessen Traum-Tor

Link zum Artikel

Hartz-IV-Empfängerin meldet sich bei Jobcenter krank – und wird trotzdem abgestraft

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Das Monster ist diese Promi-Frau und wir haben 5 Beweise

Link zum Artikel

Samu Haber flirtet bei "The Masked Singer" mit dem Monster: "Ich schlafe gerne mit dir!"

Link zum Artikel

"In meinen Kühlschrank geschaut": So dreist kontrolliert das Jobcenter Hartz-IV-Empfänger

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Star ist der Grashüpfer, und wir haben 7 Beweise!

Link zum Artikel

"Die Bachelorette": Die beklopptesten Sprüche der ersten 15 Minuten

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Mit seinem Helene-Fischer-Auftritt hat sich der Engel verraten

Link zum Artikel

Petition gegen beliebte dm- und Alnatura-Produkte: "Stoppt diesen ökologischen Irrsinn"

Link zum Artikel

"The Masked Singer": Dieser Promi steckt im Kudu-Kostüm!

Link zum Artikel

"Bachelorette": Das Lustigste an Folge 1 waren die Memes, guck!

Link zum Artikel

Lidl provoziert Netto – und der Supermarkt kontert "a Lidl bit" später

Link zum Artikel

McDonald's- und Burger-King-Mitarbeiter packen über dreisteste Kunden aus

Link zum Artikel

9 Hochzeitsplaner erzählen, welche "tollen Ideen" sie nicht mehr sehen können

Link zum Artikel

Ein Helene-Fischer-Song war für Florian Silbereisen gedacht – doch es kam ganz anders

Link zum Artikel

Autofahrer weichen aus: Gelbe Teststreifen plötzlich auf der A4 aufgetaucht

Link zum Artikel

iPhone-Userin ruiniert besonderen Moment der Braut – so regt sich eine Fotografin auf

Link zum Artikel

Ein Bobby-Car im Parkverbot – so reagiert die Polizei

Link zum Artikel

Gleiches Produkt, dreifacher Preis? Jetzt reagiert Edeka auf die Vorwürfe

Link zum Artikel

"Masked Singer": Faisal Kawusi empört mit üblem Merkel-Witz – ProSieben reagiert patzig

Link zum Artikel

Whatsapp-Panne: Tochter schickt Eltern Urlaubs-Selfie – Wiedersehen dürfte peinlich werden

Link zum Artikel

Das denken Singles, wenn sie diese 5 Sprüche hören

Link zum Artikel

"Wo ist es nur geblieben?": Fans rätseln über angekündigtes Interview mit Helene Fischer

Link zum Artikel

Aldi startet neues Konzept in London – warum das in Deutschland nicht funktionieren würde

Link zum Artikel

Foodwatch kritisiert Edeka: Zwei Produkte, zwei Preise – trotz gleichen Inhalts

Link zum Artikel

Ein Fehler veranschaulicht, worum es Plasberg beim EU-Streit wirklich ging

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

20.000 Christen unterschreiben Petition gegen Amazon-Show – und schicken sie dem Falschen

Himmel hilf! 20.000 Christen haben eine Petition unterschrieben, die Amazon dazu auffordert, die Show "Good Omens" abzusetzen. Deren Geschichte basiert lose auf einem Fantasy-Roman von Terry Pratchett and Neil Gaiman’s aus dem Jahr 1990, und was soll man sagen: Sie dreht sich um die seltsame Allianz zwischen Dämon Crowley und Engel Aziraphale, die zusammen die Geburt des Antichristen und die Apokalypse verhindern wollen – Fundamentalisten sind nicht unbedingt Zielgruppe.

Deshalb wollte die …

Artikel lesen
Link zum Artikel