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Leonie mit der "Ding des Jahres"-Jury. In der Hand hält die Schülerin ihre Erfindung. Bild: ProSieben/Willi Weber

Interview

Leonie begeistert Joko bei "Das Ding des Jahres" – das plant die Schülerin jetzt

In der ProSieben-Erfindershow "Das Ding des Jahres" dürften in einem separaten Wettbewerb auch Jugendliche ihre Produkte vorstellen. Am Mittwochabend präsentierte die 15-jährige Leonie Prillwitz aus Augsburg ihr Produkt: Die Schülerin hat einen Mikrofaserfilter entwickelt, mit dem man umweltbewusst seine Wäsche säubern kann.

Die Idee hinter ihrer Erfindung: Fasern, die sich beim Waschen als Mikroplastik aus der Kleidung lösen, sollen nicht in die Umwelt. Der an der Waschmaschine installierbare Filter fängt die Partikel auf. "Ding des Jahres"-Juror Joko Winterscheidt zeigte sich in der Show von Leonies Idee beeindruckt: "Man geht davon aus, dass man Ingenieur sein muss, um sich so etwas auszudenken. Er ist super simpel, aber er kann wahnsinnige Auswirkungen haben."

Nach ihrer TV-Premiere sprach watson mit der Schülerin über die Geschichte hinter ihrer Erfindung, nachhaltiges Leben und ihre Zukunftsvision.

watson: Wie kommt man mit 15 Jahren auf die Idee, einen Mikroplastikfilter für die Waschmaschine zu entwickeln?

Leonie Prillwitz: Ich habe vor gut zwei Jahren angefangen, mich mit dem Thema Mikroplastik auseinander zu setzen. Es fing damit an, dass wir im Urlaub beim Tauchen mehr Müll als Muscheln gefunden haben. In den Medien wurde das Thema immer mehr thematisiert und auch ich habe mich immer ausführlicher damit beschäftigt. Bei uns gab es in der Schule dann ein spannendes Projekt: Zwei Schülerinnen haben Sandproben aus der ganzen Welt nach Spuren von Plastik untersucht – und sie haben in jeder einzelnen Probe Plastikfasern gefunden. Da war mir klar: Ich will wissen, warum das so ist – und was ich dagegen tun kann.

Titel: Das Ding des Jahres; 
Staffel: 3; 
Folge: 2; 
Ausstrahlungszeitraum bis: 2020-02-05; 
Person: Leonie Prillwitz; 
Copyright: ProSieben/Willi Weber; 
Fotograf: Willi Weber; 
Bildredakteur: Jan Islinger; 
Dateiname: 1868123.jpg; 
Rechtehinweis: Dieses Bild darf bis eine Woche nach Ausstrahlung honorarfrei fuer redaktionelle Zwecke und nur im Rahmen der Programmankuendigung verwendet werden. Spaetere Veroeffentlichungen sind nur nach Ruecksprache und ausdruecklicher Genehmigung der ProSiebenSat1 TV Deutschland GmbH moeglich. Nicht fuer EPG! Verwendung nur mit vollstaendigem Copyrightvermerk. Das Foto darf nicht veraendert, bearbeitet und nur im Ganzen verwendet werden. Es darf nicht archiviert werden. Es darf nicht an Dritte weitergeleitet werden. Aneinanderreihung/Zusammenlegung/Kopplung von Bildern zum Zweck der Erstellung von Slide-Shows o.ä. nicht gestattet; Verbindung/Einfügen/Anfügen von Werbung nicht gestattet.
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Leonie stellt ihren Mikroplastikfilter vor, der an der Waschmaschine angeschlossen wird. Bild: ProSieben/Willi Weber

Wie lange hast du an deinem Prototyp getüftelt?

Ich habe gut ein halbes Jahr daran gearbeitet. Die Entwicklung ging schrittweise voran. Im Vorjahr habe ich untersucht, wie man seine Wäsche waschen kann, um möglichst wenig Mikrofasern aus der Kleidung zu lösen. Dann wollte ich auch eine Lösung für das Problem finden. So kam ich auf die Idee, einen Filter für die Waschmaschine zu entwickeln. Den habe ich bei uns zu Hause in der Waschküche entwickelt, das war ganz praktisch, denn somit hatte ich quasi mein eigenes Versuchslabor.

Vor "Ding des Jahres" präsentierte Leonie ihren Filter bei "Jugend forscht"

Wie bist du auf die Idee gekommen, dich bei "Das Ding des Jahres“ zu bewerben?

Ich habe mit meinem ersten Filter-Prototypen im letzten Jahr bei "Jugend forscht" mitgemacht und bin nach dem Regionalentscheid bis in den Bundeswettbewerb gekommen. Das war ein Hammer-Erlebnis! Im Herbst kam dann eine Mail von den Organisatoren an uns "Jugend forscht"-Teilnehmer, wer Lust hätte, sich bei "Das Ding des Jahres" zu bewerben. Ich hatte Lust! Ich bin noch im Schaffensprozess, in diesem Jahr werde ich mit meinem weiterentwickelten Filter wieder antreten. Ich bin gerade dabei, das Handling zu optimieren und ihn etwas praktischer zu gestalten.

Was hast du dir von deiner Teilnahme erhofft?

Für mich war das die perfekte Gelegenheit, mehr Menschen für ein nachhaltiges Leben zu begeistern und für das Mikroplastik-Problem zu sensibilisieren. Ich meine, wir alle tragen Klamotten und wir alle tragen Kleidung aus Synthetik, bei der sich beim Waschen eben diese Mikroplastik-Fasern lösen. Da kommt niemand drum herum. Ein Artikel in der Regionalzeitung reicht sicher nicht aus, um etwas Größeres zu bewegen. Deswegen habe ich die Hoffnung, dass eine große Fernsehshow sehr viele Menschen erreicht.

Joko fragte Leonie nach einem Autogramm

Joko hat dich nach deinem Auftritt nach einer Autogrammkarte gefragt, Janin Ullmann nannte dein Produkt die "Greta-Thunberg-Erfindung des Jahres". Wie hast du dich bei diesem Feedback gefühlt?

Es hat mich sehr gefreut, wie ernst sie meine Erfindung genommen haben und sich Joko und die anderen für den Kampf gegen das Mikroplastik begeistern ließen. Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, dabei gewesen zu sein und ich freue mich über jeden einzelnen Zuschauer, den ich mit meinem Auftritt hoffentlich erreicht habe.

Ist Greta Thunberg auch ein Vorbild für dich?

Sie hat die große Welle eines neuen Umweltbewusstseins losgetreten und man merkt, dass man wirklich etwas bewegen kann.

Ich finde es unglaublich, wie viele Menschen sich an den "Fridays for Future"-Demos beteiligen und etwas verändern möchten. Wenn ich dann Vorurteile höre, von wegen, da laufen eh nur Veganer mit, was soll ich als Normalo da, muss ich schon etwas lachen.

"Fridays for Future" ist für alle, egal, ob Veganer, Frutarier oder Fleischesser.

Wie integrierst du selbst einen nachhaltigen Lifestyle in deinen Alltag – von deiner Erfindung abgesehen?

Einkaufen ist ein großes Thema, da machen wir uns auch in der Familie immer wieder bewusst, ob wir ein Produkt nun wirklich brauchen oder nicht. Man muss nicht gleich sein Haus komplett renovieren und alles rausschmeißen, was nicht nachhaltig ist, damit verursacht man ja nur wieder Müll – aber jeder kann im Supermarkt kleine Schritte gehen und zum Beispiel unverpackte Produkte kaufen. Und wenn ich irgendwohin will, nutze ich möglichst öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad.

Möchtest du dich nach "Das Ding des Jahres" auch später beruflich dem Thema Nachhaltigkeit widmen?

Ja, ich finde es so interessant, was wir mit simplen Dingen für unsere Umwelt tun können. Um das Thema Nachhaltigkeit gibt es viele spannende Berufe und Studienzweige, genau weiß ich es aber noch nicht. Nächstes Jahr werde ich mich erst einmal auf die Oberstufe konzentrieren. Meine Eltern unterstützen mich gerne dabei, da ihnen das Thema auch sehr wichtig ist. Meine kleine Schwester Zoë habe ich gleich angesteckt. Sie hat auch ein Produkt entwickelt, das der Umwelt hilft.

Was ist das für ein Produkt?

Sie hat immer wieder mal Glitzerduschgel geschenkt bekommen oder ein Gesichtspeeling. In diesen Kosmetikprodukten steckt auch oft Mikroplastik drin. Sie hat sich überlegt, was sie tun kann, damit das über den Waschbeckenabfluss nicht in unseren Wasserkreislauf gelangt. Also hat sie einen Filter fürs Waschbecken entwickelt, der das Mikroplastik auffängt. In ihrer aktuellen "Jugend forscht"-Arbeit untersucht sie gerade die Wasserläufe in Augsburg auf Mikroplastik und hat dabei viele Mikrofasern gefunden.

ProSieben zeigt "Das Ding des Jahres" immer mittwochs um 20.15 Uhr.

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