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Masked Singer

"The Masked Singer": Jochen Schropp steckte im Hummer-Kostüm. Bild: ProSieben/Willi Weber

Interview

Wie Jochen Schropp seine "Masked Singer"-Teilnahme verheimlichte – und wer doch einen Verdacht hatte

In der ersten Folge von "The Masked Singer" traf es die Biene, am Dienstagabend war dann der Hummer fällig. Und so war es Moderator Jochen Schropp, der nach Veronica Ferres demaskiert wurde. Im Gegensatz zu seiner Vorgängerin, auf die niemand getippt hatte, fiel sein Name in den sozialen Medien sehr häufig. Und auch das Rateteam rund um Sonja Zietlow hatte den Moderator bereits auf dem Schirm. Im Gespräch mit watson verrät Jochen Schropp, wie er versuchte, von sich abzulenken und welche Masken ihm Rätsel aufgeben.

watson: Hattest du damit gerechnet, dass das Rateteam und die Fans dir so schnell auf die Spur kommen?

Jochen Schropp: Man rechnet ja mit allem. Es fiel ja, glaube ich, bereits in der ersten Show mein Name zumindest in den sozialen Netzwerken, und da habe ich natürlich gedacht, was für ein Mist! Aber ich war ja dieses Jahr auch sehr präsent im Fernsehen und habe wohl eine prägnante Stimme. Das ist dann ja auch nicht das Schlechteste. Deswegen habe ich es eher als Kompliment gesehen.

"Ich habe mich heute Morgen auch schon bei einigen Menschen entschuldigt."

Wie hast du denn versucht deine Teilnahme im Freundes- und Bekanntenkreis zu verheimlichen?

Ich habe ominöse Sendungen erfunden, die ich gerade produziere oder bei denen ich zu Gast bin. Ich habe gesagt, dass ich mal für ein paar Tage verreise, um mal runterzukommen. Einige warfen dann ein, 'du warst doch gerade erst fast eine Woche weg', woraufhin ich beteuerte, ich wolle das beibehalten und mich nicht mehr so stressen lassen vom Leben. Ich habe einfach solchen Quatsch erzählt, was tatsächlich auch schwierig war, aber da muss man durch.

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Jochen Schropp war der zweite Star, der demaskiert wurde. Bild: ProSieben/Willi Weber

Hatte jemand aus deinem Freundes- oder Kollegenkreis dich bereits auf dem Schirm?

Ja, gestern Abend beispielsweise hat mich mein Frühstücksfernsehen-Kollege Daniel Boschmann angerufen, ich glaube sogar während meines Auftritts. Der ruft mich nie an! Ich habe außerdem ein Management, von dem sehr viele andere prominente Kollegen vertreten werden. Nicht nur ich wurde also befragt, sondern auch meine Managerin, die davon wusste und auch lügen musste. Wir mussten quasi doppelt lügen und uns natürlich auch immer abstimmen, was wir erzählen. Sie sagte dann auch immer, ich sei gerade so busy, wie ich denn überhaupt noch in so einer Sendung mitmachen sollte. Ich habe mich heute Morgen auch schon bei einigen Menschen entschuldigt.

Wusste neben deiner Managerin noch jemand Bescheid?

Ja, mein Freund. Dem muss ich es natürlich auch irgendwie verklickern, dass ich jetzt immer eine halbe Woche weg war. Der hat mir auch gestern geschrieben: Sei nicht traurig, jetzt haben wir wenigstens die Wochenenden wieder zusammen. Das ist doch ein schöner Trost.

"Ich war so aufgeregt und dachte mir immer, hoffentlich kann ich oben und unten alles in mir halten."

Wie war es denn für dich auf der "The Masked Singer"-Bühne zu stehen und zu singen?

Es war wahnsinnig aufregend. Es hat mich an "X Factor" erinnert. Als ich es damals moderiert habe, hatte ich in jeder Staffel eine Sendung, in der ich das Opening mit Tänzern gemacht habe und da weiß ich noch, wie ich mich um 20.15 Uhr in der Live-Sendung gefühlt habe. Ich war so aufgeregt und dachte mir immer, hoffentlich kann ich oben und unten alles in mir halten. Und genauso habe ich mich bei meinem ersten "The Masked Singer"-Auftritt gefühlt. Ich bin eigentlich niemand, der noch wirklich aufgeregt beim Moderieren oder Spielen ist, weil ich darin mittlerweile so ein alter Hase bin und ich weiß, worauf ich mich bei mir verlassen kann, wenn es mal brenzlig oder hakelig wird.

Jetzt war es aber anders?

Wenn man ein Lied singt wie "Welcome to St. Tropez", was super schnell ist und man unter der Maske kaum Luft bekommt, ist das was anderes. Ich hatte mich in der Generalprobe vor der ersten Show auch noch versungen und bei meinem ersten Auftritt ebenfalls, was aber wohl kaum jemand mitbekommen hat, aber ich wusste es natürlich. Ich hatte mich da so reingesteigert, da liegen die Nerven natürlich blank. Deswegen wäre ich gerne noch länger dabeigeblieben, weil ich nun auch merkte, dass der Stress etwas von mir abfällt. Nun singe ich eben weiter in der Dusche und da bin ich auf jeden Fall extrem chillig unterwegs.

Als die Anfrage zu "The Masked Singer" kam, hast du da sofort zugesagt?

Ich hatte meinem Management irgendwann mal gesagt, dass ich Bock auf diese Show hätte, dann ist ein anderer Job aufgrund von Corona-Maßnahmen gecancelt worden und meine Managerin sagte direkt: Warte mal ab, da kommt was Neues. Und am nächsten Morgen rief sie mich an und verkündete: Das Neue ist da, du bist bei "The Masked Singer" dabei. Es war überhaupt keine Frage, ob ich dabei sein will, es wurde einfach über meinen Kopf hinweg entschieden (lacht). Es war einfach total klar, dass ich daran total Spaß haben werde und ich freue mich wirklich sehr, dass man mir das Vertrauen geschenkt hat, hier dabei sein zu dürfen.

"Der Hummer war schon weit genug entfernt von meinem eigentlichen Charakter."

Hast du dir vorher einen Plan zurechtgelegt, wie du vielleicht die Fans und das Rateteam auf eine falsche Fährte locken kannst?

Jetzt habe ich natürlich zwei Lieder gesungen, die sehr viel Sprechgesang hatten. Wir haben auch überlegt, ob ich nicht ein bisschen versuche meine Stimme zu verstellen. Bei Veronica Ferres hat man aber gesehen, dass das nicht unbedingt hilft, um nicht demaskiert zu werden. Keiner wusste zwar, dass es Veronica Ferres ist, aber trotzdem war sie dann die erste, die die Maske fallen lassen musste. Da kommt so viel zusammen, wenn man auf der Bühne steht, dass man eigentlich nur hofft, dass man gut durchkommt und sich als nicht-professioneller Sänger auch einigermaßen gut anhört. Deshalb kann man sich nur schwer auch noch darauf konzentrieren, die Stimme zu verstellen. Ich finde, der Hummer war schon weit genug entfernt von meinem eigentlichen Charakter, da musste ich mich gar nicht mehr weiter verstellen oder mir andere Sachen überlegen.

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In der ersten Show wurde Veronica Ferres enttarnt. Bild: ProSieben/Willi Weber

"Einen größeren Promi hätten sie erst mal finden müssen."

Hattest du eigentlich Einfluss auf die Song-Auswahl?

Ja, man arbeitet eng zusammen und ich habe Vorschläge gemacht. Wir wollten den Hummer erstmal als Party-Hummer etablieren, deshalb haben wir uns für zwei Up-Tempo-Nummern entschieden. Nächste Woche hätte ich etwas Ruhigeres gesungen. Vielleicht, das hat Sonja Zietlow gestern auch zu mir gesagt, wäre es schön gewesen, hätte ich gleich die ganze Bandbreite schon am zweiten Abend gezeigt. Aber hinterher ist man immer schlauer. Ich bin auf jeden Fall total happy mit meinen Auftritten und finde, es braucht auch Masken auf der Bühne, die ein bisschen mehr Gas geben und das hat der Hummer eben gemacht. Auch wenn er jetzt gehen musste, hatten viele, so lese ich es zumindest aus meinen Nachrichten in den sozialen Medien heraus, sehr viel Spaß mit dem Hummer.

In den sozialen Netzwerken haben einige aber auch gelästert, waren etwas enttäuscht und haben auf einen "größeren Promi" gehofft. Wie gehst du mit solchen Reaktionen um?

Also ich bin 1,87 groß. Einen größeren Promi hätten sie erst mal finden müssen.

Hast du schon einen Tipp auf irgendeinen Star in einem der Kostüme?

Ich habe einige Tipps, aber die werden auch in den sozialen Netzwerken schon diskutiert, deshalb halte ich mich da zurück und möchte, dass die "The Masked Singer"-Fans so lang wie möglich weiter rätseln dürfen. Ich würde hingegen gerne wissen, wer das Nilpferd, das Alien und die Katze ist. Wenn da Leute Tipps für mich haben, gerne her damit.

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