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Bild: Prosieben/Unsplash/Montage Watson

Meinung

"The Masked Singer": Warum das Finale für Wut sorgte

Die Entscheidung, das Finale auf sage und schreibe VIER STUNDEN zu strecken, beschwor einen Shitstorm herauf. Ich möchte gern mitstormen.

Wir haben es endlich geschafft: "The Masked Singer" hat seinen ultimativen maskierten Sänger gefunden. Der Astronaut alias Max Mutzke durfte den Masken-Pokal mit nach Hause nehmen – und während das wohl niemanden so richtig überraschte, dürfte eine Sache doch für Erstaunen gesorgt haben: Die Tatsache, dass Prosieben spontan entschied, die Laufzeit des "Masked Singer"-Finales um rund zwei Stunden zu verlängern.

Ursprünglich stand in jedem TV-Programm, das das Internet zu bieten hatte, die heutige Sendung würde – im Gegensatz zu ihren Vorgängern – bereits um 22:25 Uhr enden. Alle waren happy, hatten nicht nur wir uns schließlich schon in den vergangenen Wochen darüber beklagt, dass die Show künstlich auf drei Stunden Laufzeit gestreckt worden war. Am Donnerstag dann allerdings das böse Erwachen: Entgegen ihrer eigenen Ankündigungen ließ Prosieben plötzlich im Teletext und auf sämtlichen TV-Programm-Seiten deklarieren, "The Masked Singer" liefe nun eben doch nicht bloß zwei Stunden... sondern geschlagene vier Stunden.

Offizielles Ende sollte nun 23:40 Uhr sein, faktisch lief die Sendung bis 00:10 Uhr.

In den vergangenen Wochen hatte der Sender insbesondere via Twitter harte Kritik dafür kassiert, dass die Show einfach unverhältnismäßig lang sei. Kein Wunder, dass Twitter auch diesmal nicht begeistert war:

Einige versuchten es mit Humor zu nehmen.

Und wieder andere waren direkt völlig verzweifelt.

Spätestens beim Halbfinal-Auftritt des Astronauten spürte man schon einen merklichen Enthusiasmus-Rückgang sowohl bei Moderator Matthias Opdenhövel als auch beim Rate-Team, das am Donnerstag sympathisch durch Adel Tawil ergänzt wurde. "Schnell eine Zusammenfassung", fiel Opdenhövel den Ratenden ins Wort, und Ruth Moschner war schon so durch, dass sie nicht einmal die übliche Begeisterung für ihre "Ich habe so viele Promis bei Whatsapp"-Anekdoten aufbringen konnte. Und sogar Twitter schlief ein wenig ein – vermutlich wortwörtlich –, sobald 23 Uhr überschritten war. Schließlich müssen die meisten am Freitag arbeiten, und einige von ihnen werden nicht bereit gewesen sein, sich für diese Show die Nacht um die Ohren zu schlagen.

Und wozu auch?

Dafür: Promis, die wir schon vor Wochen entlarvt hatten, dabei zuzusehen, wie sie performten – mehr oder weniger gut. Und nicht nur, dass die meisten von uns schon längst vor diesem Finale wussten (oder zumindest erahnten), wer sich da maskiert hatte; auch die endgültige Final-Konstellation war schon in der ersten Folge absehbar gewesen. Grashüpfer gegen Astronaut – die einzigen beiden professionell und beeindruckend klingenden Sänger der zehn Kandidaten (sorry, No-Angels-Lucy). Denn am Ende ist und bleibt "The Masked Singer" eine Gesangsshow.

Und obwohl schon schnell klar war, wer hinter den Masken des Finales steckte, bekamen wir bis zum bitteren Ende weitere Indizien serviert – die, neben den schier endlosen Werbepausen, weitere kostbare Zeit unseres Abends in Anspruch nahmen, und das vollkommen überflüssigerweise. Aber "mitgehangen, mitgefangen": Inzwischen war es 22 Uhr und man wollte das große Ende dieser an sich sehr unterhaltsamen Show-Idee ja nun doch noch miterleben. Aber... Schlaf!?

Ein Dilemma, das ich direkt in die Twitter-Welt rausbrüllen musste:

So erging es wohl vielen: Die Quote des Finales schnellte auf rekordmäßige 4,3 Millionen hoch.

Doch das Schlimmste an der gewollten Verzögerung war, was das Rate-Team mit den Indizien anfing – oder anfangen musste. Während die Spekulationen dieser "Jury" zu Beginn von "The Masked Singer" nämlich noch einigermaßen glaubwürdig klangen, wurden sie von Folge zu Folge immer absurder – bis schließlich sogar Herbert Grönemeyer im Panther-Kostüm vermutet wurde.

Zu Hause vorm Bildschirm war wohl den meisten klar:

Da musste doch fast eine Ansage seitens des Senders erfolgt sein. "Bitte nicht zu schnell alles auflösen! Bitte nicht immer dieselben Namen nennen, egal, wie sicher ihr euch seid!" Und während das in Anbetracht der Tatsache Sinn ergibt, dass es ja schon blöd wäre, wenn jeder in Folge 1 bereits korrekt identifiziert würde, wirkte es irgendwann eben doch wie Zeitschinderei. Insbesondere, weil dann im großen Finale plötzlich doch der Großteil der Jury für Max Mutzke und Gil Ofarim stimmte, obwohl sie zuvor noch mit viel Mühe so getan hatten, als seien sie sich noch immer nicht sicher. Und als dem Gast-Rater Adel Tawil ein genervtes "Ernsthaft?" rausrutschte, als nach Opdenhövels "Und 'The Masked Singer' 2019 ist..." gefühlt zehn Minuten Stille vergingen, fühlten wir alle mit.

Und so erstreckte sich eine Sendung, die in den vorgesehenen zwei Stunden locker hätte abgeschlossen werden können, auf vier Stunden. Ja, Prosieben, die Sendung war 'ne schöne Idee – aber in der nächsten Staffel reichen dann auch zwei Stunden pro Episode...

War's euch auch viel zu lang? Her mit euren Meinungen – in den Kommentaren!

Meine Kollegin Jessica kennt das amerikanische Vorbild – und weiß, was uns entging:

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