Rapper Kool Savas digitalisierte und zerstörte die Songnotizen zu einem seiner wichtigsten Tracks "Kig of Rap".
Rapper Kool Savas digitalisierte und zerstörte die Songnotizen zu einem seiner wichtigsten Tracks "Kig of Rap".Bild: imago stock&people / Jan Huebner/Lakomski

Rapper Kool Savas verkauft digitalisiertes Textblatt von legendärem Deutschrap-Song – nur einen Tag später ist es das Fünffache wert

26.10.2021, 15:43

Kool Savas ist mit großem Aufsehen ins NFT-Geschäft eingestiegen – und das mit einem Schritt, der die Deutschrap-Szene gespalten hat. NFTs sind sogenannte Non-Fungible Tokens, dabei handelt es sich um nicht-ersetzbare, unveränderliche, digitale Objekte, die auf einer Blockchain registriert werden und damit eine einzigartige, digitale Signatur erhalten. Diese kann durch die Blockchain-Technik nicht verändert werden – Savas versteigerte das digitale Echtheits- und Eigentumszertifikat unter anderem zum originalen Textblatt zu "King of Rap", ein Song aus dem Jahr 2000, der zu den meistzitierten und damit wichtigsten Tracks im Deutschrap zählt.

Um das Ganze in Kooperation mit dem Online-Auktionshaus Niftee versteigern zu können, musste das real existierende Textblatt nach dessen Digitalisierung zerstört werden. Der Rapper tat dies höchstzeremoniell in einem Instagram-Clip, in dem er die Song-Notiz verbrannte: "Ich stehe hier mit der Notarin Frau Massih, der ich eidesstattlich erklärt habe, dass es sich um das Originaldokument 'King Of Rap' handelt. Das werde ich jetzt verbrennen", kommentierte er das ungewöhnliche Szenario.

Schließlich war es offenbar auch kein leichtes Unterfangen für Savas, das Relikt zu zerstören. Er selbst nennt das Verbrennen "weird" und sagte schließlich: "Es war ein Commitment an die digitale Welt, dass die Dinge sich ändern."

Auch die Fans kommentierten schnell, was bei dieser Aktion verloren gegangen ist: Das originale Textblatt von "King of Rap" ist 20 Jahre alt und bildet quasi die Grundlage für die Rap-Karriere des heute 46-Jährigen. "Kulturerbe zerstört" und "Das Original wäre absolut mega gewesen. Beim Verbrennen hat mir das Herz geblutet", lauteten zwei kritische Follower-Kommentare. Wie es mit dem mittlerweile versteigerten NFT weitergegangen ist, ist nun auch klar – und an Savas prallen die negativen Stimmen dazu offensichtlich ab.

"King of Rap"-NFT Ersteigerer verkauft Datei für das Fünffache

Eine Woche stand der digitalisierte Zettel zur Versteigerung, schließlich ging er an den Höchstbietenden für 30.000 Euro. Doch der neue Besitzer des NFT veräußerte es schnellstmöglich wieder, wie Kool Savas selbst auf Twitter schrieb:

150.000 Euro, also das Fünffache des ursprünglichen Preises, sprang dabei heraus. Der ideelle Wert dürfte für viele Rap-Fans damit aber immer noch nicht erreicht worden sein: "Also dir persönlich hätte ich ja deutlich mehr als die 150.000 Euro gegönnt. Weil es einfach unbezahlbar ist", kommentierte ein Savas-Follower.

Wiederum andere Reaktionen zum Weiterverkauf fielen nicht gerade positiv aus: "So leid es mir auch tut, aber bei NFTs macht es keiner, weil er sagt: 'Yeah, ein Stück Musikgeschichte', nein, es geht ausschließlich um Profit und Handel."

Da der "King of Rap"-Interpret ein Emoji, das einschlagende Hände darstellt, dazu postete, ist davon auszugehen, dass er den Verkauf seines digitalisierten Textblattes nicht unbedingt missbilligend betrachtet. Neben dem Blatt wurden auch noch zwei Plattencover sowie die erste Musikaufnahme des Rappers digitalisiert und versteigert.

Kool Savas war nicht der erste Rapper, der NFTs anbot

Neben Savas versteigerte auch Cro bereits NFTs, und zwar auf dem deutschen Markt als erster Rapper. Bei dem von ihm angebotenen digitalisierten Gegenstand handelte es sich Mitte des Jahres um digitale Unikate seiner Masken, die er im Laufe seiner Karriere getragen hat. Die Käufer gaben dafür zusammengerechnet mehr als 45.000 Euro aus,

Ursprünglich stammt der Hype um NFTs aus der Kunstbranche. Auch das berühmte Auktionshaus Christie's versteigerte bereits ein NFT des Grafikdesigners Beeple, inklusive der Möglichkeit der Bezahlung mit Kryptowährung. Über 69 Millionen US-Dollar wurden geboten, ein Auktionsrekord für digitale Kunst, wie auf der Homepage von Christie's zu lesen ist.

(cfl)

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