Höhle der Löwen 2021

Carsten Maschmeyer und Judith Williams schnappten sich einen gemeinsamen Deal. Bild: TVNOW

"Höhle der Löwen": Williams und Maschmeyer wollen auf Gewinn verzichten – dann platzt der Deal

Staffel 9 von "Die Höhle der Löwen" stand ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit. Da passte es, dass zum Ende der Staffel am Montagabend ausgerechnet ein grünes Start-up einen Deal abräumte. Und dabei auch noch einen ganz besonderen.

Judith Williams und Carsten Maschmeyer investierten in das Start-up B’n’Tree und in den Gründer Chris Kaiser (32). Dieser will aus einer guten Sache ein Geschäftsmodell machen, mit dem er Geld verdient, um nachhaltigen Einsatz für eine bessere Umwelt zu garantieren.

Die Unternehmer Carsten Maschmeyer und Judith Williams wollten Teil dieser guten Sache werden und handelten dabei aus ihrer Sicht eher unlukrativ: Sie boten Chris Kaiser einen Deal an, bei dem sie keinen Gewinn erhalten sollten. Dieser platzte dann allerdings nach der Sendung, wie die Investoren schließlich bei Twitter erklärten.

Investor Carsten Maschmeyer nimmt den Lifestyle Bio-Eiskaffe von

Chris Kaiser stellte in "Die Höhle der Löwen" sein Start-up vor. Bild: tvnow

B’n’Tree: Bäume pflanzen für eine bessere Welt

"Pro Minute verlieren wir dreißig Fußballfelder an Regenwald", erklärte Gründer Chris Kaiser in "Die Höhle der Löwen". Und dass das Reisen einen großen Anteil am Baumsterben, an der Abholzung und generell am Klimawandel hat, wusste er auch.

Statt sich jedoch daran zu machen, diese eine Ursache unserer selbstverschuldeten Umweltkatastrophe zu bekämpfen, hatte der 32-Jährige eine andere Idee.

Ausgerechnet mit dem Reisen sollten Menschen mithilfe von B’n’Tree künftig etwas für die Umwelt tun, und zwar kostenlos. Ein Klick bei der Buchung der nächsten Reise reicht aus, um damit die Pflanzung eines Baumes irgendwo in der Welt in Auftrag zu geben. Die Buchungsplattformen müssen dafür eine Provision an das Start-up B’n’Tree abgeben.

Bei seinem Auftritt in der Vox-Sendung verkündete Chris Kaiser:

"Wir wollen caritative Arbeit mit dem kapitalistischen System unzertrennlich miteinander vereinen. Wir wollen den Caritalismus gründen."

Mehr als 100.000 Bäume in zwölf Ländern wurden mit dieser Idee bereits gepflanzt.

"Höhle der Löwen": Williams und Maschmeyer begeistert von B’n‘Tree

Ob Kunden durch ein aufpoliertes grünes Gewissen, die Buchungsplattformen durch ein reines Image, der Planet durch Tausende neuer Bäume, oder das Start-up B’n’Tree – ganz praktisch gewinnen alle Beteiligten mit diesem Geschäftsmodell.

Gründer Chris Kaiser gab zu: "Wir gehen das Ganze sehr kommerziell an." Dies bedeute allerdings auch, dass es an keiner Stelle in der Unternehmenskette Freiwilligenarbeit – und damit unbezahlte Lohnarbeit – gebe.

Dass nicht nur B’n’Tree ein Investment wert sei, sondern auch er der absolut Richtige, versteckte der 32-jährige Gründer in "Die Höhle der Löwen" nicht. Selbstbewusst ließ er verlauten:

"Was man braucht, ist eine Mischung zwischen Mark Zuckerberg und Greta Thunberg – und ich bin Ihr Mark Thunberg."

Judith Williams zeigte sich begeistert von der Idee, in Zukunft mit jeder gebuchten Reise möglicherweise einen neuen Baum zu pflanzen. "Wer mich aber wirklich überzeugt hat, das sind Sie", verkündete Williams. Gemeinsam mit Carsten Maschmeyer war sie bereit zu investieren. Jedoch auf einmalige Weise.

Investor Carsten Maschmeyer nimmt den Lifestyle Bio-Eiskaffe von

Die Löwen waren von der Idee begeistert. Bild: tvnow

Wie vom Gründer gewünscht wollten Maschmeyer und Williams 75.000 Euro in B’n’Tree investieren, für 25,1 statt der geforderten 10 Prozent. Und sie verkündeten: "Wir möchten aber keinen Gewinn mit dem Investment machen". Über eine Art Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm sollten die gewonnenen Anteile in der Zukunft an Mitarbeiter des Unternehmens übergehen.

B'n'Tree-Deal platzt doch noch

Ein gemachter Deal, könnte man meinen. Doch auch Nils Glagau – der zunächst eine Absage erteilt hatte und es sich anderes überlegte – und Georg Kofler machten ein Kombi-Angebot: 100.000 Euro für 20 Prozent der Anteile.

Der Gründer von B’n’Tree konnte sein Glück kaum fassen und rang offensichtlich stark mit sich. Doch mehr Geld und weniger Anteile am Unternehmen lockten Chris Kaiser offenbar weniger. Es war das ungewöhnliche Angebot zu seiner ungewöhnlichen Idee, das den Zuschlag bekam. Der 32-Jährige Gründer ging einen Deal mit Judith Williams und Carsten Maschmeyer ein. Zumindest blieb das Publikum mit diesem Eindruck zurück.

Im Anschluss meldeten sich Maschmeyer und Williams noch einmal mit einem Update bei Twitter zu Wort. Darin meint die Unternehmerin: "Carsten und ich hätten ja beinahe gemeinsam einen grünen Daumen gehabt mit 'Click A Tree', aber das Ganze hat dann eine Wendung genommen, die eigentlich auch sehr verständlich ist."

Wie sich herausstellte, erfüllte Chris Kaiser bestimmte Kriterien noch nicht, sodass die Investoren wieder Abstand nahmen. "Gemailte oder gefaxte Quittungen, da sind jetzt 1000 Bäume gepflanzt – das reichte uns nicht", ergänzt Maschmeyer. Jedoch stünden die Parteien weiterhin in Kontakt. Die Löwen seien bereit, Kaiser zu unterstützen.

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