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Oliver Pocher

Oliver Pocher analysiert das jüngste Video von Michael Wendler. Bild: screenshot instagram.com/oliverpocher

"Für 10.000 macht ihr jeden Scheiß!" Oliver Pocher teilt gegen Wendler und Laura Müller aus

Das Video-Statement von Michael Wendler, das pünktlich um Mitternacht am 3. November auf Instagram veröffentlicht wurde, lässt auch Oliver Pocher nicht kalt. Der Comedian hat sich die neuen Aussagen des Schlagersängers vorgeknöpft und in einem Video deutliche Worte für das gefunden, was der Wendler von sich gegeben hat. Eins vorweg: Gut kommen dabei weder der Wendler noch dessen Frau Laura Müller weg.

Auf einem knapp 30-minütigen Video auf Instagram berichtet Oliver Pocher zunächst, dass er länger überlegt habe, wie er mit dem neuen Statement des Wendlers umgehen soll. Das Thema erneut in seiner Sendung "Pocher – gefährlich ehrlich" aufzugreifen, stand zur Debatte. Doch die Zeit reiche dafür nicht aus, erklärte der Comedian.

Auch habe er mit dem Wendler Anfang der Woche persönlich Kontakt gehabt, habe sogar überlegt, in die USA zu reisen, um die Wahl zu begleiten und bei dieser Gelegenheit den Wendler zu treffen. Aber er und sein Team hätten keine Einreisemöglichkeit bekommen, wie er weiter erzählt.

Wendler lehnte persönliches Gespräch ab

Ein persönliches Gespräch in Pochers Sendung oder über Instagram habe der Wendler außerdem abgelehnt, wie Pocher berichtet. "Ist ja auch sein gutes Recht", kommentiert der Comedian diesen Umstand. Somit entschied er sich, das Video des Sängers in den sozialen Netzwerken zu analysieren – oder besser gesagt: auseinanderzunehmen.

Oliver Pocher

Oliver Pocher geht hart mit dem Wendler ins Gericht. Bild: screenshot instagram.com/oliverpocher

Allein die Aussagen, die der Wendler hinsichtlich der US-Wahl und Donald Trump tätigt, lösen bei Pocher völliges Unverständnis aus. Eine Euphorie, ausgelöst durch Trump? Ein Präsident, der eine Pandemie nach der Wahl für beendet erklärt? Alles Behauptungen, die der Comedian für völlig falsch hält.

Dass der Wendler auf seinem Telegram-Kanal zwar innerhalb kürzester Zeit über 100.000 Follower hatte, doch die Klickzahlen auf den von ihm geteilten Beiträgen nicht dementsprechend groß waren, habe den Sänger dazu veranlasst, den Kanal erst einmal ein wenig ruhen zu lassen. So zumindest erklärt es der Wahl-Amerikaner in seinem Statement. Pocher fällt dazu nur folgendes ein:

"Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass es Schrott ist. Und vielleicht liegt es auch daran, dass ein Großteil der Leute einfach auf Telegram gegangen ist, um die zu folgen, um zu gucken, was du wieder für einen Müll von dir gibst."

Pocher sieht Wendler als "Teil des Ganzen"

Pocher meint, der Wendler müsse sich entscheiden, wo er stattfinden wolle: dort, wo einschlägige Verschwörungserzählungen die Runde machen oder in den Mainstream-Medien. "Dann muss man sich an gewisse Regeln halten. Das war schon immer so, das ist keine Neuigkeit, die es seit ein paar Wochen in den Medien gibt", hält Pocher fest.

Auch Wendlers Aussage, er sei kein Corona-Leugner, Aluhutträger oder Verschwörungstheoretiker, zweifelt Pocher an: "Wenn man Verschwörungstheorien weiter vermittelt, dann ist man ein Teil des Ganzen." Man könne zwar geteilter Meinung sein, ob man eine Maske tragen wolle oder nicht, sagt Pocher, aber es sei nun mal "nachweislich so, dass eine Maske einfach schützt".

Auch Laura Müller bekommt ihr Fett weg

Der Wendler kritisiert in seinem Video auch, wie im Zuge des ganzen Eklats mit seiner Frau Laura umgegangen worden sei. Sie sei quasi mit in Sippenhaft genommen worden, dabei habe sie damit doch gar nichts zu tun. "Das ist falsch!", stellt Pocher dazu klar. "Sie ist deine Frau, da erwartet man in einer gewissen Form auch, dass sie vielleicht sich zu dem ein oder anderen äußert."

Sie könne nicht immer neutral sein, sie müsse auch zu manchen Dingen eine eigene Meinung haben – "auch mit 21 Jahren muss man mal sagen, dazu stehe ich oder dazu stehe ich nicht." Für ihn sei klar: Mit gehangen, mit gefangen. Immerhin seien die beiden auch zusammen in einer Doku und sie vermarkten sich zusammen.

Oliver Pocher

Die Aussagen vom Wendler kann Pocher nicht nachvollziehen. Bild: screenshot instagram.com/oliverpocher

Dass sich die Kooperationspartner auch von Laura distanziert haben, ist für den Wendler unverständlich – für Pocher allerdings eine logische Konsequenz. "Mal dahingestellt, wie viel Talent bei ihr drinsteckt oder auch nicht. Aber sie ist nun mal dabei. [...] Sie hängt mit dir nun mal kausal zusammen. Das ist nun mal so und das wusstest du auch schon vorher", sagt Pocher.

Pocher schießt gegen Wendlers Werbepartner

Auch Wendlers Lobeshymne auf die einzige Firma, die die Kooperation mit Laura nach dem Eklat nicht aufgekündigt hat, bringt Pocher dann so richtig in Rage. "Wenn einer euch 10.000 Euro gibt, macht ihr jeden Scheiß!", wettert er gegen Laura und den Wendler. "Wer sich freut, dass solch eine Firma noch zu euch steht, ja bitte... da kann man euch auch nicht ernst nehmen", regt sich der Comedian auf. Da müsse sich das Paar auch nicht wundern, dass wertigere Firmen die Werbepartnerschaft aufkündigen.

Pocher geht auch auf den kuriosen Grund ein, den der Wendler für seine Skepsis den Corona-Maßnahmen gegenüber nennt. Denn den sieht der Sänger, wie er in seinem Statement behauptet, in seinen Erfahrungen während des ersten Lockdowns. Er sei damals zusammen mit Laura vom Hotel wie "ein Hund" auf die Straße geschmissen worden. "Das ist der größte Bullshit, den ich je gehört habe", echauffiert sich der Comedian und richtet sich direkt an den Wendler:

"Du tust ja so, als wenn sonst was passiert wäre. Als wenn da Häuser geräumt worden wären, als wenn da Leute mit einer Knarre durchgelaufen wären. [...] Es hätte immer für dich eine Bleibe gegeben. Das ist doch Schwachsinn! Du bist doch ein erwachsener Mann. Du kannst doch nicht Angst haben, dass du nicht mehr in einem Hotel schlafen kannst."

Abschließend nimmt Pocher noch Wendlers RTL-Entschuldigung unter die Lupe, die in seinen Augen "etwas zu spät" kommt. Ein Comeback des Sängers in Deutschland sieht er unter den aktuellen Voraussetzungen kritisch. Aber immerhin: Bei der derzeit zugelassenen Anzahl an Versammlungsteilnehmern müsse sich selbst der Wendler keine Sorgen machen, ein Konzert nicht gefüllt zu bekommen.

(jei)

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