Youtuber Unge meldete sich nach einer Sperre mit nachdenklichen Worten bei seinen Fans.
Youtuber Unge meldete sich nach einer Sperre mit nachdenklichen Worten bei seinen Fans.Bild: Screenshot / Youtube / ungespielt

"Scheinbar nicht normal, dass man respektvoll miteinander umgeht": Unge erwägt Ende seiner Youtube-Karriere

09.11.2021, 08:11

Vor einer scheinbar willkürlichen Sperre auf Youtube sind offenbar auch keine langjährigen Partner der Webvideo-Plattform gefeit. Diese Erfahrung musste nun der Streamer Unge machen. Seit über zehn Jahren lädt er Videos auf der Website hoch, seit mittlerweile drei Jahren hält er regelmäßige Livestreams ab.

Darin reagiert er unter anderem auf die Videos von Social-Media-Kollegen – und achtet dabei eigentlich immer beharrlich darauf, ausschließlich familienfreundlichen Content zu zeigen. Besonders beliebtes Reaction-Material bietet unter anderem der Youtuber MiiMii, der in einer mittlerweile 18 Teile umfassenden Videoreihe Fake-Pranks des Youtubers Leon Machère aufdeckt.

In einer der jüngsten Clips zeigt MiiMii auf, wie Leon von einem weiteren Kollegen scheinbar mit Viagra-Pillen geprankt wird – er beweist in dem Video jedoch, wie sie den Streich gestellt haben, Leon also nie heimlich die Potenzpillen verabreicht bekommen hat. Unge und etliche weitere Youtuber schauten sich das Video an, unter anderem auch er weist darauf hin, wie gefährlich ein echter Prank mit Viagra sein kann und rät seinen Zuschauern strikt davon ab, den Streich nachzuahmen.

Doch so genau scheint der Youtube-Algorithmus die Warnung nicht zu erkennen: Das Video von der Prank-Besprechung, das Unge gesondert hochgeladen hatte, wurde gesperrt. Der Wahl-Madeirer durfte infolge der Sperre zwei Wochen lang nicht mehr streamen und keine Videos hochladen. Im Zuge dieses Disziplinarverfahrens erwägt Unge nun ernste Konsequenzen.

Unge wegen Reaktion auf Video gesperrt, das noch verfügbar ist

Unge veröffentlichte zu dieser Thematik nach Ablauf der Upload-Sperre ein Video mit dem Titel "Ich wurde auf Youtube gesperrt und treffe nun eine Entscheidung". Seiner Meinung nach hätte bei ihm anders verfahren werden müssen, eine Sperre sieht er als vollkommen willkürlich und überzogen an, die ihn völlig unvorbereitet getroffen habe. Denn:

"Das Originalvideo ist noch online, die Reaktionen sind noch online und jetzt kommt das Allerbeste: Mein Stream, in dem ich mir das angeguckt habe, ist auch noch online. Was ist gesperrt worden? Mein Video dazu. Macht das Sinn? Nein."

Unge, der mit bürgerlichem Namen Simon Wiefels heißt, zeigte in dem Video auch sein Youtube-Dashboard. Darauf ist zu sehen, dass er 2019 schon einmal wegen eines anderen Videos verwarnt wurde. Diese Verwarnung kann nicht wieder entfernt werden. Nach drei Verwarnungen wird der betreffende Kanal gelöscht und der Content-Creator darf nie wieder einen Account erstellen.

Gesperrt wurde Wiefels dieses Mal "wegen schädlichen oder gefährlichen Inhalten". In den Youtube-Richtlinien heißt es dazu: "Streiche oder Pranks, bei denen für die Opfer ein unmittelbares Risiko schwerer Verletzungen besteht oder die bei Minderjährigen zu schwerem emotionalem Stress führen."

Unge sagt dazu: "Die Begründung war: Viagra-Pranks sind gefährlich und deswegen bin ich gesperrt. Ich hab auch in meiner Reaktion gesagt, das ist total dumm sowas zu machen. Wir haben uns gegen diesen Prank ausgesprochen. Es ist eine kritische Berichterstattung gegen diesen Prank."

Doch es nütze alles nichts – die Plattform sehe laut Unge "nie Fehler bei sich selbst". Das Original-Video von MiiMii sei sogar monetarisiert, also werbefreundlich. Für Unge bedeutete das also eigentlich, dass man sich den Clip ohne Probleme im Livestream anschauen können müsse. "Ich werde dafür bestraft, dass Youtube das Video nicht runtergenommen hat. Ich werde für Youtubes Unaufmerksamkeit bestraft", schlussfolgerte er also infolgedessen.

Unge erwägt Wechsel zu anderer Streaming-Plattform

Vor allem finde es Unge unverständlich, dass Youtube nicht auf ihn zugekommen sei. Immerhin habe er vor drei Jahren zu Youtube als Streaming-Plattform gewechselt, um eine Gegenbewegung zu Twitch zu starten. Damit war er bislang so ziemlich der einzige deutsche Social-Media-Star. Unterstützt habe er das Unternehmen ebenfalls mit aller Kraft:

"Ich reiße mir den Arsch auf für Youtube, ich supporte Youtube, wo es nur geht und dafür bekomme ich einfach eine Faust in die Fresse. Und das verstehe ich nicht."

Youtube hätte Wiefels Meinung nach die Option gehabt, das Video zu löschen und ihn darauf hinzuweisen, dass es eventuell gegen die Richtlinien verstoßen könne. Oder sich aber das Video genauer anschauen und erkennen können, dass sich Unge gegen den Prank ausspricht und die Follower davor warnt. "Ich habe gedacht, man könnte mit Youtube Hand in Hand zusammenarbeiten, wir haben beide dasselbe Interesse, wir wollen beide Youtube Gaming noch geiler machen. Aber scheinbar bin ich hier nicht als Creator erwünscht", sagte Unge weiter.

Er sorge dafür, dass Youtube eine sichere Plattform bleibt und bemühe sich allem auszuweichen, was "irgendwie schädlich für Youtube sein könnte". Aber: "Stattdessen werde ich gestrikt. Und das ist kein Umgang, den man mit einem Partner pflegen sollte. Das Fazit ist, wenn ich auf Youtube weiter streame, und dafür riskiere, dass ich auf Youtube komplett gesperrt werde, macht das für mich keinen Sinn."

Der Streamer habe mittlerweile Beschwerde gegen die Sperre eingelegt, die Entscheidung von Youtube darüber stehe noch aus. Fakt sei für ihn: Wird das Veto abgewiesen, sei ihm die Plattform zu unsicher. Nach wie vor liebe er die Website jedoch, deswegen falle ihm die Entscheidung, die er in einem Monat treffen wolle, in jedem Fall auch nicht leicht. Derzeit erwäge er folgende Optionen:

"Ob ich hier bleibe, ob ich zu Twitch gehe, zu Facebook oder einer komplett anderen Plattform, ob ich komplett aufhöre, ob ich nur noch Tiktoks mache – das ist die Frage."

In jedem Fall wolle er seine Fans mit einbeziehen, sie um Rat fragen, ihre Meinung hören und ihnen die nächsten Schritte erklären: "Ich werde die Entscheidung mit euch zusammen treffen, ihr werdet nicht überrumpelt von mir, wie ich von Youtube, sondern ich werde alles transparent besprechen, warum ich mich wie entscheide."

Ein klärendes Gespräch, sollte es von Youtube angeboten werden, würde er in jedem Fall aber führen wollen. Eine Entschuldigung erwarte Unge ebenfalls noch vom Unternehmen – aber auch das blieb bislang aus. "Scheinbar ist das heutzutage nicht mehr normal, dass man respektvoll miteinander umgeht. Ich will nicht für willkürliche Dinge bestraft und ausgeschlossen werden", stellte er abschließend klar.

(cfl)

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