"Am 20. März endet Corona!" So jedenfalls, hat es, laut Oliver Wwelke, die Bund-Länder-Runde beschlossen. Und dann wird's ja stimmen.
"Am 20. März endet Corona!" So jedenfalls, hat es, laut Oliver Wwelke, die Bund-Länder-Runde beschlossen. Und dann wird's ja stimmen.zdf
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"heute-show" feiert den Freedom Day: "Wir machen einfach nicht mehr mit"

Ein vorerst ausgefallener Krieg, ein nahender Freedom Day und Tschindarassabumm für einen ungeliebten Gast - die "heute-show" (ZDF) hatte eine Menge zu verarbeiten. Kann sein, dass da aus dem Reich der Mitte neues Ungemach droht.
19.02.2022, 08:5219.02.2022, 08:57
Jürgen winzer

"Ganz klar", meinte "heute-show"-Moderator Oliver Welke, "China wird genau hinschauen, was da mit Russland und der Ukraine passiert." Warum? Nun, wenn "der Russe doch noch reingeht" (Welke) und die Sanktionen des Westens gewohnt lasch ausfielen (Welke: "Immerhin hat Deutschland erst nach der Annexion der Krim mit Russland Nordstream II klargemacht."), dann könne sich "der Chinese den Russen" vielleicht als Beispiel nehmen und sich denken: "Auf nach Taiwan!" Denn, so Welke: "Wenn nicht jetzt, wan tan?"

Immerhin sei aber der Einmarsch, den amerikanische Geheimdienste für Mittwoch vorhergesehen hatten, ausgefallen. War sogar Olaf Scholz und dessen beherztes Auftreten beim Besuch in Russland mit Ausschlag gebend, wo Scholz in einem wahren "Boss Move" sogar scherzte und Vladimir Putin "mehrfach und auf offener Bühne" (Welke) widersprach?

"Du Warmduscher!" Kompliment statt Beleidigung

Vielleicht liegt der Grund auch anders. Welke: "Man hat den Terminkalender gehackt, und da war Mittwoch der einzig mögliche Tag." Die anderen Termine: Valentinstagskuscheln mit dem Lieblingspferd (Montag), am Dienstag Besuch von Scholz, am Donnerstag die wöchentliche Botox-Packung und am Freitag die "Doppelkopfrunde mit Lukaschenko, Assad und Schröder."

Auf nach Taiwan"?: Oliver Welke befürchtet, China könnte sich Russland als Annexions-Vorbild nehmen.
Auf nach Taiwan"?: Oliver Welke befürchtet, China könnte sich Russland als Annexions-Vorbild nehmen.zdf

Könnte aber auch sein, so Welke, dass es an einer alten Bauernregel liege, dass Invasionen, wie die Russen über die US-Enthüllungen höhnten, "selten an einem Mittwoch" stattfänden. Welke: "Klar: Wer am Mittwoch einmarschiert, der garantiert den Krieg verliert."

Das Krisengebiet Ukraine ist weit weg. Eine Nebenwirkung aber hautnah spürbar: die Explosion der Energiekosten. Der Gaspreis habe sich verdoppelt, Heizöl sei 65 Prozent teurer geworden. Welke: "Die Nebenkostenabrechnung wird zum natürlichen Feind des Mieters." Die Lage sei angespannt, die Folgen verrückt: "Warmduscher ist keine Beleidigung mehr, sondern ein Kompliment. Ein schräges Hobby für die Superreichen."

Freie Fahrt für die Tanzlustbarkeiten!

Aber Welke konnte auch über Gutes berichten: "Am 20. März endet Corona!", verkündete er. "Jedenfalls hat das die Bund-Länder-Runde so beschlossen." Einschränkung: "Also Corona hört natürlich nicht auf, aber wir machen dann einfach nicht mehr mit." Am "Freedom Day" werde komplett gelockert, inklusive "fetten Beats in den Discos, Clubs" und "anderen Tanzlustbarkeiten", wie Manuela Schwesig (SPD) meinte.

Angesichts des Freedom Days wurde das Virus mit ganz großer Kapelle – einem großen Zapfenstreich – verabschiedet. Unter Tränen der Rührung ("Es war so eine tolle Zeit bei euch!") lauschte der emotional angefasste ungeliebte Dauergast den Liedern "Niemals geht man so ganz", "Du hast die Impfpflicht vergessen" und "Hab ne Mutante aus Marokko und die kommt", die zu seiner Verabschiedung gespielt wurden.

Coronavirus: "Bleibt gesund, wir sehen uns im Herbst!"

Das Virus hat durchaus Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen ("Leute, wir sehen uns im Herbst! Bleibt gesund und: Nieder mit der Maskenpflicht!") und damit ist es nicht allein, auch Welke ist skeptisch, was das "Auf Nimmerwiedersehen" angeht. Er wagte die "freche Prognose: "Wir werden auch diesmal den Sommer nicht nutzen, um uns auf den Pandemie-Herbst vorzubereiten." Warum nicht? "Zu gutes Wetter, zu viele Wahlen, da will sich kein Politiker unnötig unbeliebt machen."

Dabei sei es unfassbar peinlich, auf welche einfache Fragen man in Deutschland auch nach drei Corona-Jahren noch keine Antworten habe. Wie viele Krankenhausbetten stehen zur Verfügung, wie viele sind von Corona-Patienten belegt? Wie viele Menschen sind überhaupt geimpft? "Klar, ein Impfregister würde enorm helfen", meinte Welke, aber: "Das wird genauso wenig kommen wie die allgemeine Impfpflicht."

Neue Chance, neuer Sommerschlaf? Oliver Welke: "Wir werden den Sommer wieder nicht nützen, um uns auf den Pandemie-Herbst vorzubereiten."
Neue Chance, neuer Sommerschlaf? Oliver Welke: "Wir werden den Sommer wieder nicht nützen, um uns auf den Pandemie-Herbst vorzubereiten."zdf

Freitag fällt die "heute-show" dem Karneval zum Opfer

Eigentlich hätte ja am Mittwoch im Bundestag über die Impfpflicht diskutiert werden sollen. Die Debatte fiel aber aus und leider könne man die nicht mehr neu ansetzen, denn es gäbe, so Welke, im Februar nur eine einzige Sitzungswoche. "Und zwar wegen – ich wünschte, es wäre ein Witz – dem Karneval." Welke nur bedingt belustigt: "Da sieht man auch, wie wichtig uns das mit der Impfpflicht ist.

"Vor dem Karneval sind die Politiker eingeknickt. Die Kommunen dürften sogenannte "Brauchtumszonen" ausrufen, in denen geschunkelt und gebützt werden dürfe. "Sozusagen Gehege zum kontrollierten Die-Sau-raus-lassen", erklärte Welke. Er scheint kein Faschingsfreak zu sein – immerhin fällt die "heute-show" nächsten Freitag der Übertragung von "Mainz bleibt Mainz" zum Opfer. Welke: "Nächsten Freitag ist Karneval, da wird nicht gelacht."

Ulrich von Heesen, Mitglied des Elferrats der Kölner Karnevalsgesellschaft "De fidele Leberzirrhosen", war die Freude darüber, dass sich die Stadt Köln komplett zur großflächigen Brauchtumszone erklärte, dagegen deutlich anzumerken. Die spürbare Bitternis Welkes kommentierte er mit jeckem Schüttelreim:

"Alle feiern oben ohne in der Kölner Brauchtumszone. Saufen, knattern ohne Pause, nur Welkes Oli sitzt zu Hause."

TV-Legende Ulrich Wickert rechnet mit Öffentlich-Rechtlichen ab

Ulrich Wickert war über Dekaden hinweg eine feste Größe im TV, 50 Jahre lang arbeitete er für die ARD. Bis 2006 präsentierte er die "Tagesthemen", die er 1991 übernommen hatte. Am 2. Dezember feiert Wickert seinen 80. Geburtstag – kurz zuvor findet er in einem Interview mit der "Bild" klare Worte über seinen einstigen Arbeitgeber und spricht über die Krise bei den Öffentlich-Rechtlichen.

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