Massiv gestand nun in einem seiner Livestreams, dass auch er schon Klicks gekauft habe.
Massiv gestand nun in einem seiner Livestreams, dass auch er schon Klicks gekauft habe.Bild: Screenshot / Instagram / massiv
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"Es tut mir zutiefst leid": Rapper Massiv macht unerwartetes Geständnis

24.06.2022, 14:26

Massiv gab in einem Twitch-Stream zu, bestimmten Verlockungen des Hip-Hop-Business in der Vergangenheit nicht widerstanden zu haben. Der Rapper veröffentlicht seit 2006 eigene Musik und zählt damit bereits zu den erfahrenen Künstlern in Deutschland. Im Februar 2019 gründete er zudem sein eigenes Label Qualität'er Music, wo unter anderem die Rapper Kilomatik und Marlo gesignt waren. Die beiden Interpreten warten bislang noch auf ihren musikalischen Durchbruch und die Eins in den Charts.

Massiv habe als guter Manager dabei ein wenig helfen wollen und bediente sich der Methode des Klicks kaufen, wie er nun preisgab. Warum er diesen in der Szene unbeliebten Schritt gegangen ist und was die Aktion für Folgen hatte, verriet er im Stream ebenfalls ganz offen.

Massiv entschuldigt sich für das Kaufen von Klicks

In Massivs "Al Massiva Late Night DC Talk" auf Twitch bekommen seine Fans regelmäßig die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen. Eine davon war in dieser Woche, ob er schon einmal selbst oder für einen Künstler seines Labels Klicks gekauft habe. Das bejahte Wasim Taha, wie Massiv mit bürgerlichem Namen heißt, auch direkt, holte aber zu einer sehr ausführlichen Antwort aus. Gleich zu Beginn seines Statements stellte er klar:

"Ich erzähle euch mal was übers Klicks kaufen: Jeder tut es, aber keiner redet darüber."

Im Deutschrap laufe es laut Massiv derzeit so, dass "fast jeder" Kommentare, Streams und Likes kaufe und das Vorgehen schon "Teil der Szene" geworden sei. "Und wenn du es nicht machst, dann verlierst du von Etappe zu Etappe. Du kannst gar nicht mithalten", berichtete er weiter.

Sinn und Zweck dessen sei es, noch recht unbekannte Künstler an die Spitze der Charts zu kaufen, damit potenzielle Fans überhaupt erst aufmerksam auf sie würden. Mit einer hohen Streaming-Anzahl komme man zudem in beliebte Playlisten und werde dadurch automatisch gehört.

Massiv habe sich eigentlich vorgenommen, mit seinen Qualität'er-Künstlern einen anderen, ehrlichen Weg zu gehen. Andere hätten ihm aber schließlich permanent dazu geraten, doch das Klicks kaufen in Anspruch zu nehmen:

"Dann bin ich einmal schwach geworden und es tut mir auch zutiefst leid für komplett Rap und Hip-Hop."

Massiv habe das Gefühl gehabt, "dass es jeder macht und ich der einzige bin, der es nicht macht." Deswegen habe er irgendwann sogar an seinen Manager-Qualitäten gezweifelt, immerhin müsse man doch "immer das Beste für seine Künstler machen und wenn das das Spiel ist, was erfordert wird, dann musst du dich anpassen." Erst dann habe er sich mehr für die strittige Thematik interessiert, sei letztlich "den falschen Weg gegangen" und habe es ausprobiert.

Massiv bekam sofort Konsequenzen zu spüren

Für welchen Künstler genau, das wisse er nicht mehr. In jedem Fall habe er klein anfangen wollen, um das System zu testen und 50.000 Streams gekauft. Das sei im Vergleich sehr wenig, andere Künstler kaufen laut Massiv "Millionen von Klicks". Ein stückweit habe er mit dem vorsichtigen Vorgehen testen wollen, ob es Konsequenzen dafür gibt – und die gab es tatsächlich:

"Für diese Streams habe ich in der ersten Woche zwei Abmahnungen von Universal bekommen und musste mich erklären. So schlecht, dreckig und verlogen habe ich mich noch nie in meiner Karriere gefühlt."

Daraufhin habe er sich einer Lüge bedient und angegeben, dass die Klicks extern in seinem Namen gekauft worden seien und er damit nichts zu tun habe. Auch das bereue er mittlerweile. Heute sei er froh, schon für die 50.000 Streams angezählt worden zu sein: "Vielleicht hätte ich sonst Blut geleckt und meine Künstler nach oben gekauft."

Nun rät er jedem dazu, ehrliche Musik zu machen und "sich nicht die Hände zu verbrennen". Nachhaltig dürfte dieses Vorgehen für die betreffenden Künstler eben auch nicht sein. Durch das Kaufen habe er aber auch einen interessanten Einblick hinter die Kulissen bekommen und so erfahren, dass relevante Künstler das Klicks kaufen nicht nötig hätten. In diesem Zusammenhang nannte er sogar zwei Rapper, die seiner Ansicht nach noch nie Klicks gekauft hätten: Sido und Capital Bra.

Nun stehe für Massiv fest, diesen Weg nicht noch einmal zu gehen. Auf Twitch zog er ein drastisches Fazit: "Mich ekelt dieses Klicks kaufen an."

(cfl)

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