Matthias Distel

Matthias Distel alias Ikke Hüftgold hat schwere Vorwürfe gegen Sat.1 und Imago TV öffentlich gemacht. Bild: screenshot instagram.com/ikkehueftgold

Sat.1 schießt nach Vorwürfen gegen Ikke Hüftgold – der wehrt sich mit Beweisen

Der Mallorca-Sänger Ikke Hüftgold, der seit seiner Teilnahme bei "Promi Big Brother" vermehrt unter seinem bürgerlichen Namen Matthias Distel in Erscheinung tritt, hat am Montag mit schweren Vorwürfen gegen Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV für Aufsehen gesorgt. Es geht um das Format "Plötzlich arm, plötzlich reich", für das er vor der Kamera stand und sein Leben für eine Woche mit einer anderen Familie tauschen sollte. Doch das, was sich während der Drehs offenbarte, sorgte bei dem Musiker für Tränen.

Er spricht von "Missachtung des Kindeswohls" und beschuldigt den Sender und die Produktion, "Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder" zu betreiben. Nach einigen Tagen brach Matthias Distel deshalb den Dreh ab und machte das, was er erlebt hat, öffentlich. Distel bekam für seinen Mut, die Missstände offen anzusprechen, viel Zuspruch. Sat.1 erklärte gegenüber watson, man werde alles daran setzen, "um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten". Am Mittwoch meldete sich nun sowohl Matthias Distel als auch Sat.1 mit erneuten Statements zu Wort.

Ikke Hüftgold präsentiert neue Beweise

In seiner Instagram-Story berichtete Distel zunächst, dass er gerade von der betroffenen Familie käme und nun mit Sicherheit sagen könne, dass die Mutter, die im Netz auch oft vorverurteilt wurde, die Entscheidung für die Sendung in ganz enger Absprache getroffen habe. Sie hätte sogar dreimal abgesagt, wurde aber seiner Aussage zufolge "mehrfach zum Dreh überredet". Im Verlauf des Abends legte er dafür Chat-Verläufe als Beweise vor, mit denen er sich gegen die "falschen Tatsachenbehauptungen von Imago TV und Sat.1 wehren" wolle.

Matthias Distel

Matthias Distel kündigte am Mittwoch weitere Beweise an. Bild: screenshot instagram.com/ikkehueftgold

Der Entertainer zeigte sogar in seinen Videos zunächst noch Verständnis für einige Mitarbeiter bei Sat.1 und Imago TV und nahm diese in Schutz. "Da arbeiten auch nur Menschen, da sind Fehler gemacht worden", erklärte er. Er wisse, dass die Fehler nun bereut werden.

Dass allerdings vor allem die Imago-TV-Chefin Andrea Schönhuber in einem Statement, das sie gegenüber "dwdl.de" getätigt hat, behauptet, der Aufnahmeleiter würde nun alle Aussagen über die Geschehnisse in Distels Wohnung bestreiten, macht den Musiker fassungslos. Dazu erklärt er: "Es gibt zum Glück bei Imago TV anständige Mitarbeiter", er habe Informationen aus der Redaktion und sogar Festplatteninhalte. Er erwarte eine ganz klare, öffentliche Entschuldigung von Imago TV. Er lasse sich nicht in der Öffentlichkeit als Lügner beschimpfen. Er werde die Produktionsfirma ansonsten mit Zeugen und Beweisen "definitiv zerlegen".

Mallorca-Star teilt gegen Sat.1 weiter aus

Auch gegen Sat.1 teilte er im Verlauf des Abends weiter aus. Anlass ist vor allem ein weiteres Statement, das der Sender am Mittwoch auf Instagram zu den Vorwürfen veröffentlicht hat. In dieser Stellungnahme heißt es:

"Wir haben in den vergangenen Tagen intensiv den letzten 'Plötzlich arm, plötzlich reich'-Dreh aufgearbeitet. Klares Fazit: Wir waren nicht sorgfältig genug bei der Auswahl der Familie. Es gab Fehleinschätzungen, die so nicht passieren dürfen. Dafür entschuldigen wir uns aufrichtig bei der Familie. Wir werden unsere Abläufe verbessern, damit so etwas nicht wieder passiert."

Dabei ließ es sich Sat.1 allerdings auch nicht nehmen, seinerseits gegen Ikke Hüftgold alias Matthias Distel zu schießen. "Wir bedauern zudem, dass Ikke Hüftgold mit seinen Äußerungen die Familie ungefragt in die Öffentlichkeit gebracht hat. Wir hatten uns mit ihm um den gemeinsamen Drehabbruch herum gemeinsam darauf verständigt, insbesondere die Kinder zu schützen. Dazu gehört auch, Privates privat zu lassen." Sowohl der Sender als auch die Produktionsfirma stünden mit der Familie im Austausch und würden sie in den nächsten Wochen und Monaten unterstützen – finanziell, psychologisch und menschlich.

Distel teilte das Statement in seiner Insta-Story und versah es mit einer deutlichen Botschaft: "Sat.1! Ihr seid das Allerletzte!" Für diese Aussage würde der Sender nicht nur sein Gesicht verlieren, schrieb er weiter.

Matthias Distel

Bild: screenshot instagram.com/ikkehueftgold

Matthias Distel kritisiert: Sat.1 vergisst das Wohl der Kinder

Dabei hatte Distel kurz zuvor noch betont, in der Vergangenheit gerne und oft mit dem Sender zusammengearbeitet zu haben. Doch der Sender schaffe es seiner Meinung nach nun nicht, "Stellung zu beziehen, Eier zu zeigen und Fehler einzugestehen". Erneut stellte er zudem klar, dass man bei Sat.1 gewusst habe, dass die Kinder traumatisiert gewesen seien.

Der Musiker fühlt sich zunehmend von den Verantwortlichen in die Täterrolle gedrängt. Dennoch wolle er ruhig bleiben und der Öffentlichkeit weiter Beweise dafür liefern, dass Sat.1 sowie Imago TV "in der Führungsebene komplett ausgetauscht werden muss", kommentierte er das Statement weiter. Seiner Meinung nach würde der Sender mit dieser Kampagne nur vom Wichtigsten ablenken: "Dem Wohl der Kinder, das ihr mit vollem Bewusstsein mit Füßen getreten habt."

(jei)

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    Alle Leser-Kommentare
  • merle 27.05.2021 12:10
    Highlight Highlight Es ist absolut! richtig die Menschen die sich hinter der Anonymität einer Firma verstecken wollen, in die Öffentlichkeit zu zerren. Es sin Frauen und Männer denen andere völlig egal sind. Sie wissen sehr genau, dass sie Verletzliche am TV der Öffentlichkeit zum zerfetzen anbieten.
    Distel hat ein tragisches Beispiel aufgezeit. Gut gemacht.
    Doch die Ausbeutung eines "einfacheren Gemütes" zur Belustigung des Publikums hat System.
    Die dafür Verantwortlichen sollen keine PR-Entschuldigung abliefern, sondern öffentlich dafür gerade stehen müssen.

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