ARCHIV - 10.07.2018, Großbritannien, London: Die britische Königin Elizabeth II., ihr Enkel, Prinz Harry und seine Frau, Herzogin Meghan stehen während einer Flugschau der Royal Air Force auf einem Balkon des Buckingham-Palastes. (zu dpa Bericht: Queen wird Interview von Meghan und Harry nicht gucken) Foto: Matt Dunham/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Queen, Meghan und Harry sind hier gemeinsam 2018 zu sehen. Bild: Matt Dunham/AP/dpa

Queen-Rede am selben Tag wie Harry-Meghan-Interview: Was die Aussagen bedeuten

Vor dem brisanten Interview von Harry und Meghan mit Talkshow-Legende Oprah Winfrey hielt Queen Elizabeth II. eine Art Royal-Show anlässlich des Commonwealth-Tags ab. Daran nahmen auch Prinz Charles, William und Kate teil. Die Show wurde am 7. März auf BBC One ausgestrahlt und ging aufgrund der Zeitverschiebung nur wenige Stunden zuvor auf Sendung.

Wie die "Sunday Times" berichtet, werde die 94-Jährige davon absehen, das Interview mit ihrem Enkel überhaupt zu sehen. Die Queen erwähnte Meghan und Harry in ihrer Rede auch nicht. Dennoch gab es in ihrer Ansprache bedeutende Aussagen, die Aufschluss über den Familienzusammenhalt geben.

Die königliche Ansprache der Queen lässt tief blicken

Das königliche Oberhaupt betonte in der Rede, wie wichtig es während der Corona-Krise sei, Kontakte mit Familie und Freunden zu haben. Die Pandemie habe zu einer tieferen Wertschätzung der gegenseitigen Unterstützung geführt. Neue Technologien hätten zudem geholfen, Grenzen und Spaltungen zu überwinden. Die Notwendigkeit, mit anderen in Kontakt zu treten, werde nun "stärker wertgeschätzt".

In this photo made available Sunday March 7, 2021, Britain's Queen Elizabeth II poses for a photo while signing her annual Commonwealth Day Message inside St George's Hall at Windsor Castle, England, Friday March 5, 2021. (Steve Parsons/Pool via AP)

Die Queen zeigt sich hier bei ihrer Rede am 7. März. Bild: Steve Parsons/Pool via AP

Somit sprach sie sich offen dafür aus, wie wichtig enge Bindungen zur Zeit der Corona-Pandemie seien, was als direkter Affront auf das Prinzenpaar gedeutet werden kann. Denn den beiden wurde besonders von britischen Medien vorgeworfen, dass sie trotz des Gesundheitszustands von Prinz Philip das Interview nicht verschieben. Zwischen Harry und Meghan auf der einen Seite und besonders Prinz Charles sowie Prinz William auf der anderen soll zudem derzeit Eiszeit herrschen. Es kann somit nicht die Rede von einem familiären Zusammenhalt sein.

Der jüngste Sohn von Charles sagte nämlich im Gespräch mit Oprah Winfrey im Hinblick auf seinen Vater: "Es gibt viel aufzuarbeiten mit ihm. Ich fühle mich hängengelassen. Es hat schon einmal etwas Ähnliches durchgemacht und weiß, wie schmerzhaft das ist. Ich werde ihn immer lieben, aber es ist viel Verletzendes vorgefallen. Es wird weiterhin meine Priorität bleiben, die Beziehung von uns zu retten. Sie wissen eben auch nur, was sie gesagt bekommen."

ARCHIV - 16.02.2021, USA, ---: HANDOUT - US-Moderatorin Oprah Winfrey (r) spricht bei einem Interview mit Prinz Harry von Großbritannien und seiner Ehefrau Herzogin Meghan. (Wiederholung mit verändertem Bildausschnitt) Foto: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++

Harry und Meghan sprechen in dem Interview über ihren Weg zum Megxit. Bild: Joe Pugliese/Harpo Productions/PA Media/dpa

Auch sein Bruder William kommt in dem Interview nicht gut weg. "Zeit heilt hoffentlich alle Wunden", gab Harry an und betonte, dass sie auf unterschiedlichen Pfaden unterwegs seien. Diese Aussage tätigte er bereits in der TV-Doku "Harry & Meghan: Eine afrikanische Reise". Es scheint, als habe sich seit 2019 nichts mehr an der Beziehung der beiden geändert.

Die Queen lobte darüber hinaus "mitreißende Beispiele für Mut, Engagement und selbstlosen Einsatz für die Pflicht" in allen Commonwealth-Staaten. Seit dem Megxit sind Harry und Meghan keine arbeitenden Königsmitglieder mehr und stehen somit nicht mehr im Dienst der Krone. Aus diesem Grund sind sie von der Lobeshymne eindeutig ausgenommen.

Warum die Queen das Interview von Harry und Meghan nicht sehen will

Wie die "Sunday Times" angibt, sagte eine Quelle aus dem Palast, dass die Queen das Gespräch von Harry und Meghan ignorieren will und nicht anschauen werde. Stattdessen wolle sie laut der englischen Zeitung in den kommenden Tagen verstärkt Verpflichtungen übernehmen. Damit möchte die Queen der Öffentlichkeit zeigen, wo für sie der Fokus liege. Der Palast-Insider erklärte zudem:

"Worum sollte es am Montag wirklich gehen? Kinder kehren in die Schulen zurück, die Effektivität des Impfprogramms – das sind die wichtigen Fragen, auf die die königliche Familie sich konzentrieren will. Nicht die Neuigkeiten rund um den Zirkus mit Oprah und den Sussexes."

Britain's Queen Elizabeth II walks past Commonwealth flags in St George's Hall at Windsor Castle, England to mark Commonwealth Day in this image that was issued on Saturday March 6, 2021. The timing couldn’t be worse for the Queen's grandson Harry and his wife Meghan. The Duke and Duchess of Sussex will finally get the chance to tell the story behind their departure from royal duties directly to the public on Sunday, when their two-hour interview with Oprah Winfrey is broadcast. (Steve Parsons/Pool via AP)

Die Queen möchte das Interview ihres Enkelkindes nicht sehen. Bild: Steve Parsons/Pool via AP

In dem Interview wurden allerdings auch massive Rassismus-Vorwürfe laut. Meghan meinte: "In den Monaten, in denen ich schwanger war, gab es Gespräche darüber, wie dunkel die Hautfarbe des Kindes sein würde und wie das nach außen hin wirken würde." Mit wem die Unterhaltung stattgefunden habe, wollte die ehemalige Schauspielerin nicht preisgeben und erklärte: "Das wäre sehr schädlich für die betreffende Person." Harry pflichtete später bei:

"Dieses Gespräch werde ich niemals öffentlich machen. Es war ein sehr unangenehmes Gespräch und ich war geschockt."

Ob die Queen solche Vorwürfe einfach ignorieren kann, bleibt fraglich. Schließlich laufen derzeit nach Mobbing-Anschuldigungen aus dem Jahr 2018 auch Untersuchungen gegen Meghan, die der Buckingham-Palast angeordnet hat. "Die Mitarbeiter, die zu diesem Zeitpunkt angestellt waren, auch die, die den Haushalt verlassen haben, werden zu Gesprächen eingeladen, um zu sehen, was man aus der Angelegenheit lernen kann", hieß es. Zudem soll Aufklärungsarbeit geleistet werden.

This image provided by Harpo Productions shows Meghan, The Duchess of Sussex, left, in conversation with Oprah Winfrey. (Joe Pugliese/Harpo Productions via AP)

Meghan ist hier im Gespräch mit Oprah Winfrey zu sehen. Bild: Harpo Productions / Joe Pugliese

Inwiefern das Interview von Harry und Meghan ebenfalls zu weiterführenden Maßnahmen führen wird, ist bisher unklar. Bei dem Mobbing-Eklat hatte die Queen allerdings trotz vehementer Zurückweisung der Vorwürfe vonseiten eines Sprechers des Paares sehr schnell gehandelt. Auch Meghans Schauspiel-Kollegen waren ihr zur Seite gesprungen und hatten die Vorwürfe als realitätsfern zurückgewiesen.

(iger)

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