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Joko Winterscheidt: In seinem Podcast hat der Moderator jetzt klar Stellung zu Rassismus bezogen. Bild: imago images/ Future Image

"Es ist nicht die Zeit, nicht politisch zu sein": Joko Winterscheidt spricht Klartext

Soziale Ungerechtigkeit, Rassismus und Polizeigewalt beherrschen derzeit die Diskussion und haben zahlreiche Demonstrationen ins Leben gerufen. Anlass dafür ist George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben gekommen ist. In vielen US-Staaten gehen die Menschen auf die Straße. Im Zuge dessen kam es auch zu Ausschreitungen und Plünderungen. Zahlreiche Promis solidarisieren sich und machen ihren Standpunkt deutlich.

Auch Joko Winterscheidt hat mit Posts auf Instagram darauf aufmerksam gemacht. In der neuesten Folge seines Podcasts "Alle Wege führen nach Ruhm" spricht der Moderator mit seinem Freund Paul Ripke über die derzeitige Situation in den USA und benennt klar, was sich ändern muss. Dabei findet er auch Parallelen zu Deutschland.

Joko und Paul sprechen über den richtigen Umgang mit dem Thema im Netz

Paul Ripke lebt in den USA, im Bundesstaat Kalifornien. Er berichtete, dass das Thema dort generell den Tag bestimmen würde. Die Zeit sei sehr crazy und sehr bedrückend. Es sei für ihn schwierig, den richtigen Weg zu finden und damit umzugehen. Er versuche, sich zu informieren und habe mit vielen Menschen gesprochen. Paul habe für sich beschlossen, die Medien zu teilen, die ihn beeindruckten und deren Botschaft er weitervermitteln wolle. Joko konnte seine Gefühlswelt sehr gut nachvollziehen. Er meinte dazu:

"Ich glaube, dass es wichtig ist, das zu nehmen, von dem du sagst, das ist für mich die richtige Position und das dann teilst."

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In seiner Story hat Joko ein berührendes Video von zwei Kleinkindern geteilt, bei denen die Hautfarbe keine Rolle spielt. Bild: Instagram/ Joko Winterscheidt

Die Frage sei, wie man mit der Ungleichheit umgehe. Dafür müsse eine passende Formulierung gefunden werden, die klar mache, auf wessen Seite man hier stehe. Der 41-Jährige meinte:

"Ich finde es total spannend, was jetzt für eine Diskussion in Amerika erneut passiert und auch passieren muss. Als wenn es immer unter den Teppich gekehrt wird, dass dieses Thema existiert. Ich finde es total beängstigend zu sehen, was wirklich die Realität ist. Da gibt es auch die Videos von den Polizisten, was Staatsgewalt bei euch in Amerika angeht. Die Polizisten, die in New York von Menschenmassen umzingelt werden und einfach losfahren. Da denkst du dir, sag mal hackt’s?"

Joko fordert die Menschen zum Umdenken auf

Es müsse eine Veränderung stattfinden und die Menschen aktiv werden. Dann führt Joko ein Beispiel von Klaas an: "Das ist wie mit dem Europagedanken, wo Klaas mal den schönen Satz gesagt hat: Wir sind die dümmste Generation, wenn wir Europa verzocken, wenn wir nicht verstehen, dass das wie ein Geschenk ist. Und ich glaube, das ist hier auch so. Wir müssen uns positionieren. Es ist nicht die Zeit, nicht politisch zu sein."

In this Tuesday, June 2, 2020 photo, Dele Ogunrinola, center, and Ariana Jenks, right, both of Boise, join thousands at the Idaho Statehouse in Boise for a vigil in remembrance of George Floyd, a black man who died after being restrained by Minneapolis police officers on May 25.   (Darin Oswald/Idaho Statesman via AP)

Dieses Bild wurde im US-Bundestaat Idaho aufgenommen. Bild: Darin Oswald/Idaho Statesman via AP

Und weiter: "Jeder muss ganz klar Stellung beziehen und sagen, ich bin dagegen, dass solche Dinge in unserer Gesellschaft passieren und ich bin für die Gleichstellung. Das ist eigentlich so traurig, dass man das sagen muss. Am Ende sind wir alle Menschen. Wir sind Menschen, scheißegal welche Hautfarbe wir haben." Dann warnt Joko, dass es in Deutschland eine ähnliche Situation mit rechten Randgruppen gebe, die sogar in der Politik Einfluss nehmen könnten:

"Zu solchen Ausschreitungen – und ich will jetzt nicht sagen leider – aber zu solchen Ausschreitungen kommt es hier nicht. Ich habe das Gefühl, dass das schon sehr wachrüttelnd in Amerika ist, und bereinigend."

Joko findet klare Worte für Donald Trump

Paul berichtet über Gespräche aus seinem Freundeskreis. Einem vierjährigen schwarzen Kind würden seine Eltern erklären, wie es sich verhalten soll, wenn die Polizei komme. Das sei schockierend, wenn man das höre. Der Laden von einem Freund sei außerdem geplündert worden.

Doch dessen Reaktion sei komplett anders gewesen, als man es erwarten würde: "Der sagt kein negatives Wort, der sagt, ich verstehe das, ich finde das sogar richtig. Ich bin versichert, natürlich ist das für mich jetzt ärgerlich und ich hatte eh eine harte Zeit, weil zwei Monate der Laden zu war, aber die Menschenleben sind größer als materielle Dinge bei uns." Der Fotograf und Unternehmer hoffe, dass dadurch die Wahlbeteiligung in den USA endlich steigen würde. Es müsse das Ziel sein, dass Donald Trump abgewählt werde.

02.06.2020, USA, Van Nuys: Arbeiter entfernen ein beschädigtes Gitter vor der Fassade eines Juweliers, das im Zuge von Plünderungen bei einem Protest beschädigt wurde. Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners Floyd durch einen weißen Polizisten führte zu landesweiten Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Foto: David Crane/Orange County Register via ZUMA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hier in Los Angeles ist zu sehen, wie ein Gitter vor der Fassade eines Juweliers im Zuge eines Protests beschädigt wurde. Bild: David Crane/Orange County Register via ZUMA/dpa

Joko stellt anschließend klar:

"Alles was gegen rechts ist, ist richtig, alles was gegen Rassismus ist, ist richtig. Es kann nicht sein, dass wir 2020 noch über Themen diskutieren, die noch nie richtig waren, aber immer in einer Weise diskutieren, als hätten wir 1940. Was du machen kannst, ist posten, was du machen kannst, ist auch hingehen und zeigen, was da los ist."

President Donald Trump holds a Bible as he visits outside St. John's Church across Lafayette Park from the White House Monday, June 1, 2020, in Washington. Park of the church was set on fire during protests on Sunday night. (AP Photo/Patrick Semansky)

Donald Trump wurde für das Posieren mit der Bibel scharf kritisiert. Bild: AP Photo/ Patrick Semansky

In Richtung Trump sagte er abschließend: "Trump war noch nie einer, der alle Latten am Zaun hatte. Es ist unglaublich, wie er kommuniziert und wie er Benzin da reinschüttet. Das führt dazu, dass alles noch viel, viel schlimmer wird und das versteht er mit seinem Spatzenhirn einfach nicht."

(iger)

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