Titel: Germany's Next Topmodel - by Heidi Klum; Staffel: 17; Folge: 12; Person: Noella; Martina; Lou-Anne; Luca; Sophie; Heidi Klum; Juliana; Lena; Anita; Lieselotte; Copyright: ProSieben/Sven Doornka ...
Die 17. Staffel von "GNTM" ging vor Kurzem zu Ende.Bild: dpa / Sven Doornkaat
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Nach schweren Vorwürfen gegen "GNTM": Jetzt spricht Finalistin Martina

08.06.2022, 09:26

Das kürzlich ausgestrahlte "GNTM"-Finale wurde überschattet von schweren Anschuldigungen, die einstige Kandidatinnen gegen die Show und Heidi Klum erhoben. Lijana Kaggwa, die es 2020 ins Finale schaffte, machte mit einem rund 30-minütigem Youtube-Video den Anfang. Die 25-Jährige sprach von Manipulation: "Die zweite Familie wird die Redaktion und das Team. Wir fingen an, Vertrauen aufzubauen. Dieses Vertrauen wurde ausgenutzt, um uns so zu manipulieren, dass man das macht, was sie wollen." Während der Ausstrahlung erhielt sie Hasskommentare, Morddrohungen und wurde unter Polizeischutz gestellt.

Nathalie Volk, Halbfinalistin von 2014, unterstützte Lijana. Sie sprach zudem von Verletzungen, die sie während der Produktion bekommen haben soll. "Ich habe mich nie dazu geäußert, diese Sendung ist genauso falsch wie die angebliche Model-Mama und sollte schon lange abgesetzt werden", betonte sie. Der Sender wehrte sich bereits gegen ihre und Lijanas Vorwürfe. Youtuber Ramon Wagner sprach nun mit Martina, die es zusammen mit Tochter Lou-Anne ins Finale schaffte, über die Vorkommnisse. Sie sagte, wie sie die Dreharbeiten empfunden hat.

Martina nimmt Stellung zu den "GNTM"-Vorwürfen

Ramon meinte zunächst: "Es gibt sehr viele kritische Stimmen zum Thema 'Germany's next Topmodel'. Was sind deine Gedanken dazu?" Ihre Antwort lautete zunächst so: "Aus meiner Perspektive sprechen diese Stimmen über die Vergangenheit und nicht darüber, wie sich 'Germany's next Topmodel' jetzt weiterentwickelt hat. Es sind einfach ganz fundamentale Veränderungen passiert." Die 50-Jährige erklärte, dass mittlerweile keine Minderjährigen mehr mitmachen dürften. Zudem habe sie in ihrer Staffel "auch nichts Frauenverachtendes" gefunden.

"Das kann mit ziemlicher Sicherheit auch damit zusammenhängen, dass wir Älteren dabei waren. Das ist ein Systemfaktor, warum es weniger Zickenkrieg gegeben hat. Ich glaube schon, dass wir ausgleichend gewirkt haben", so Martina. Sie würde es zudem nicht zulassen, dass sie angepöbelt werden würde. Lieselotte oder Barbara hätten sich sowas auch nicht gefallen lassen. Und weiter:

"Da hat es natürlich Momente gegeben, wo andere schon das Gefühl hatten, dass sie da nicht so mit Samthandschuhen angefasst wurden. Diese Empfindungen möchte ich auch gar nicht absprechen. Aber was ich beobachtet habe und was ich selbst erlebt habe, war, dass sie respektvoll und extrem bemüht waren. Das war wirklich das, was mich bei so einer riesigen Produktion am meisten erstaunt hat."

Als sie beispielsweise nach Mykonos geflogen seien, wäre die Maschine mit 28 "GNTM"-Teilnehmerinnen und der Produktion besetzt gewesen. "Man muss sich mal vorstellen, wie riesig das ist. Da waren die Leute von Heidi noch gar nicht dabei. Ich hatte mir gedacht, das würde ein bisschen kühler ablaufen, damit das Ganze funktioniert. Aber so war es nicht", betonte Martina. Die Mutter von Gewinnerin Lou-Anne habe sich immer "menschlich und gut behandelt gefühlt". Sie habe sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Aus diesem Grund könne sie die schweren Vorwürfe gegen die Sendung nicht nachvollziehen.

Daher sei es Martina "auch wichtig, das aus der Gegenwart heraus zu berichten". Sie stellte klar: "Das geht jetzt 17 Jahre. Wenn wir überlegen, dann hat sich auch die Modebranche geändert, auch Heidi hat sich weiterentwickelt." Dennoch räumte Martina ein: "Man kann schon sagen, dass früher der Umgangston vielleicht rauer war. Aber ich muss auch sagen, dass früher auch das Modeln rauer war. Ich kann mich selbst daran erinnern. Das heißt, ich glaube schon, dass sich da was getan hat."

Martina äußert sich zu Vorwurf von eingecremten Füßen

Schließlich wollte der Youtuber von ihr wissen, wie sie den Umgangston bei jüngeren Kandidatinnen erlebt habe. Martina meinte: "Da habe ich nichts beobachtet, aber einzelne Kandidatinnen haben gesagt, dass es mal ein bisschen rauer war. Jemand hat sie beim Drehen weggeschoben, weil sie jetzt nicht im Bild sein sollten, wenn man eine bestimmte Szene aufnehmen wollte. Was ich beobachten konnte, ist, wenn zum Beispiel ein Outfit, Schuhe nicht optimal gepasst haben, war das Stylingteam bemüht, eine Lösung zu finden und das passend zu machen."

Besonders lachen musste Martina über die Anschuldigung, dass am Set einigen Models die Füße eingecremt worden seien. Auf die Frage hin, ob das bei ihr gemacht wurde, sagte sie: "Nein, natürlich nicht. Das ist ja absurd. Ich kann nicht für andere sprechen, aber mir wurden keine Füße eingecremt, außer, als ich darum gebeten habe. Beim Finale hatte ich beim zweiten Walk Schuhe an, die wirklich wehgetan haben und dann habe ich gesagt: 'Bitte cremt mir die Füße ein, damit ich da besser reinschlüpfen kann.' Das wurde dann gemacht. Ich habe selbst um was gebeten, was woanders angeprangert wurde."

Zu den Manipulationsvorwürfen, dass die Produktion Streit initiiert habe, sagte sie schließlich: "Das ist nie passiert. Zu mir ist nie jemand gekommen, der gesagt hat, da gibt es irgendwelche Gerüchte. Was aber schon aufgenommen wurde, ist, wenn gesehen wurde, dass etwas vorgefallen ist." So sei auch die Diskussion mit Lieselotte nach dem Casting in der Sendung gezeigt worden. "Wir hatten da auch schon öfter ohne Kameras darüber diskutiert. Das wurde bemerkt und dann bin ich darauf angesprochen worden, ob ich das jetzt vor der Kamera mit der Lieselotte ansprechen möchte. Ich hätte sagen können, nein, ich möchte das nicht."

Auch bei ihren Konkurrentinnen sei ihr nicht aufgefallen, dass es Manipulationen gegeben habe. "Das waren absolut echte Situationen. Wenn es so etwas gegeben hätte, müsste mir das entgangen sein. Wir sind auch immer weniger geworden und ich glaube schon, dass sowas dann nicht an mir vorbeigeht, wenn ein Zwist provoziert worden wäre, der eigentlich nicht da war."

Auch genügend Essen habe es gegeben, am Set seien sie immer sehr gut versorgt worden und abends hätten sie selbst gekocht. Zweimal in der Woche sei die Produktion für sie einkaufen gegangen und sie konnten ihre Wünsche äußern. "Schokolade wurde für uns in der Villa nicht gekauft, das ist korrekt", sagte sie. Die Verpflegung wusste sie allerdings sehr zu schätzen. "Ich habe immer gesagt, es war ein Paradies, weil ich habe mich um nichts kümmern müssen", so Martina.

Mit Blick darauf, wie sie dargestellt wurde, erklärte die Drittplatzierte: "Bevor ich mich beworben habe, habe ich mir klargemacht, was ich von mir zeigen möchte. Ich habe mir selbst Regeln auferlegt. Zweimal bin ich aus der Haut gefahren. Das war jedes Mal nicht vor der Kamera, ansonsten habe ich mich so verhalten wie ich bin. Es war wichtig, respektvoll zu sein, das ist für mich der höchste Wert."

Übrigens, bevor es überhaupt losging, hätten die Models ein Onboarding zusammen mit dem PR-Team, dem Social-Media-Team und dem Psychologen bekommen. Letzterer habe ihnen jederzeit zur Verfügung gestanden. Der Psychologe habe zu ihr auch gesagt: "'Martina, du musst dir bewusst sein, dass das, was du sagst, verwendet werden kann. Wenn die Kamera dabei ist, dann kannst du nachher nicht hingehen und sagen, das gefällt mir aber nicht.'"

Somit stellte sie fest: "Wir wurden absolut aufgeklärt. Ich habe das wirklich gut gefunden. Ich weiß auch, dass einige ihn zu Rat gezogen haben, während wir in der Villa waren. Nachdem wir draußen waren, war er auch für mich da." Im Zuge der Ausstrahlung habe sie praktisch überhaupt kein Hate bekommen. Der einzige Vorwurf, der sie emotional getroffen habe, sei gewesen, dass sie Lou-Anne, ihrer Tochter, nichts gönnen würde. "Das hat mich ein bisschen runtergezogen", gab sie an.

(iger)

"Chez Krömer"-Aus: Sexworkerin nimmt Kurt Krömer nach Vorwürfen in Schutz

"Chez Krömer" ist Geschichte. Vor Kurzem verkündete Kurt Krömer selbst via Instagram, dass die Sendung nicht fortgesetzt wird. "Ich habe die Katze erschossen", schrieb er zu einem Post, der ihn mit einer Pistole zeigt. Für die Entscheidung, nicht mit der Show weiterzumachen, gab es auch von Kolleg:innen viel Zuspruch.

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