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Shindy: Der Rapper hat Ärger wegen des Musikvideos "Affalterbach". Bild: youtube/ Friends with Money

Shindy protzt vor Gericht – aber keine Kohle für die Geldstrafe?

Shindy ist einer der erfolgreichsten Rapper Deutschlands. Früher veröffentlichte er seine Songs unter Bushidos Label "ersguterjunge". Mittlerweile hat er mit "Friends with Money" allerdings sein eigenes Label. Darauf erschien 2019 sein Song "Affalterbach" – eine Anspielung auf den Firmensitz der Tuningwerkstatt AMG von Mercedes Benz. Doch der Hit brachte ihm auch massig Ärger ein.

Grund war der Videodreh zu dem Track, in dem Shindy in einem protzigen Mercedes-Maybach S650 Cabrio durch die Straßen fuhr. Das an sich ist natürlich kein Vergehen, das erfundene Kennzeichen des Wagens hingegen schon. Denn das lautete ganz rappermäßig "DAD DY 1". Die Folge: Eine Klage wegen Kennzeichenmissbrauchs. Hinzukommt, dass er tief in der Nacht auch noch mit 22 km/h zu schnell geblitzt worden war.

Jetzt muss sich Michael Schindler, wie der Rapper gebürtig heißt, deswegen vor dem Stuttgarter Amtsgericht verantworten. Der Prozess startete Ende Mai mit einer Forderung, die dem Musiker deutlich zu hoch war. Für die Spritztour soll er 175.000 Euro Strafe zahlen. Das entspricht 35 Tagessätzen á 5.000 Euro – eine happige Summe. Das Amtsgericht schätzt Shindys monatliches Einkommen auf 150.000 Euro, was die Festsetzung der hohen Summe erklärt. Doch der Rapper will davon nichts wissen.

Shindys Auftritt vor Gericht

Schon am ersten Verhandlungstag hatte sein Anwalt auf Freispruch plädiert, da Shindy davon ausgegangen sei, dass alle für den Dreh erforderlichen Vorkehrungen durch die Produktionsfirma getroffen worden sein. Dass keine Sondergenehmigung der Stadtverwaltung für das Kennzeichen eingeholt wurde, habe er nicht gewusst.

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Shindys Videoclip: Hier ist das Kennzeichen deutlich zu sehen. Bild: youtube/ Friends with Money

Am Montag erschien Shindy wieder vor Gericht. Doch sein Auftritt war mehr als kurios. Vor allem, weil er auch noch Einspruch gegen die Höhe seiner Geldstrafe eingelegt hatte. Sein Einkommen sei deutlich niedriger als von der Staatsanwaltschaft zuvor eingeschätzt.

Ob ihm das Gericht das allerdings nach seinem pompösen Auftritt abnimmt? Mit einem babyblauen Bentley-Cabrio im Wert von rund 300.000 Euro fuhr er vor das Gerichtsgebäude. Sein Mundschutz war übrigens von "Louis Vuitton". Sein Anwalt sagte laut "Bild": "Mein Mandant wollte mit dem Fantasie-Kennzeichen sicher nichts verschleiern. Es diente allein künstlerischen Zwecken." Darüber hinaus soll er laut der Zeitung einen Befangenheitsantrag gegen den Amtsrichter gestellt haben. Der Grund:

"Der Richter erweckt den Eindruck, er habe sich schon vor Abschluss der Beweisaufnahme endgültig auf eine Verurteilung des Angeklagten festgelegt."

Nach wenigen Minuten sei der Auftritt schon wieder vorbei gewesen. Shindy schwieg vor Gericht. Laut seines Anwaltes legte er allerdings als Beweislage Verdienstnachweise für 2018 und 2019 vor, die zeigen sollen, dass das geschätzte Einkommen zu hoch angesetzt wurde. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

(jei)

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