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23.06.2020, Hamburg: Der Rapper Gzuz (M), Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, und sein Anwalt Christopher Posch (r) gehen zu einem Prozess in den provisorischen Gerichtssaal im Strafjustizgebäude. Dem Musiker werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, versuchter Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gzuz: Der Rapper muss sich vor Gericht verantworten. Es geht unter anderem um Verstöße gegen das Waffengesetz. Bild: dpa/ Christian Charisius

Rapper Gzuz macht sich über Richter lustig – und kassiert Konter

Kristoffer Klauß, wie Gzuz mit bürgerlichem Namen heißt, ist seit 2006 Mitglied der Hip-Hop-Crew 187 Strassenbande. Sein letztes Soloalbum, das seinen Namen trägt, schaffte es an die Spitze der Charts. So erfolgreich er mit seiner Musik ist, umso mehr Ärger hat der Rapper mit dem Gesetz. Von 2010 bis 2013 war er bereits in Haft. Der Grund war damals ein Überfall.

Jetzt muss er sich wieder vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt im Februar war er erst gar nicht erschienen, kassierte ein saftiges Ordnungsgeld in Höhe von 100.000 Euro. Nun war sein Auftritt vor dem Amtsgericht Hamburg dafür umso lauter.

Lauter Auftritt vor Gericht: Richter kontert Gzuz

Trotz der schwerwiegenden Vorwürfe schien der Gangster-Rapper vor dem Gericht bester Dinge zu sein und schoss munter Fotos. Sein Anwalt Christopher Porsch schaute da schon ernster. Laut "Bild" pöbelte Gzuz:

"Wo sind die Masken? Ist ja schlimmer als im Puff hier!"

Gzuz soll sich weiterhin respektlos gegenüber dem Richter verhalten haben, wie der NDR berichtet. So habe der den Angeklagten aufgefordert, sein Kaugummi loszuwerden, woraufhin Gzuz sich über ihn lustig machte: Er schluckte einmal kräftig, dann zwinkerte er dem Richter zu und soll anschließend gelacht haben. Der fand das Auftreten des Rappers aber so gar nicht komisch und konterte prompt: "Die Scherze mache hier ich." Punktsieg für den Richter.

23.06.2020, Hamburg: Der Rapper Gzuz, Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, sitzt im provisorischen Gerichtssaal im Strafjustizgebäude. Dem Musiker werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, versuchter Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gzuz: Nun musste er sich vor Gericht verantworten. Bild: Christian Charisius/dpa

Gzuzs Liste an Vorwürfen ist lang

Die Liste der Vorwürfe, die dem 31-Jährigen gemacht werden, ist lang. Unter anderem wird ihm Körperverletzung, Drogenbesitz und Verstöße gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Bei einer Hausdurchsuchung im April 2018 wurden in seiner Hamburger Wohnung 17 Gramm Marihuana, Böller und 2,5 Gramm Crystal Meth gefunden. An Silvester des gleichen Jahres soll er übrigens mehrfach eine Schreckschusspistole abgefeuert haben. Schon im August 2018 war ihm das Führen von Waffen untersagt worden.

23.06.2020, Hamburg: Der Rapper Gzuz (r), Mitglied der Hamburger Hip-Hop-Gruppe 187 Strassenbande, und sein Anwalt Christopher Posch gehen zu einem Prozess in den provisorischen Gerichtssaal im Strafjustizgebäude. Dem Musiker werden unter anderem Verstöße gegen das Waffengesetz, versuchter Diebstahl und Körperverletzung vorgeworfen. Foto: Christian Charisius/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gzuz mit seinem Anwalt Christopher Posch im Amtsgericht Hamburg. Bild: Christian Charisius/dpa / Christian Charisius

Im Februar 2020 soll er versucht haben, eine Sauerstoffflasche aus einem Rettungsfahrzeug zu klauen. Kurze Zeit später soll er zudem einer Frau auf der Reeperbahn, die ein Selfie machen wollte, mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Sein Anwalt meinte dazu:

"Er hat sich bedrängt gefühlt und wollte nur das Handy beiseite schieben."

Im Vorfeld hatte der Anwalt übrigens auch noch einen Befangenheitsantrag gegen den Richter gestellt. Dazu soll noch eine Strafanzeige gegen ihn wegen des Verdachts der Rechtsbeugung und der Freiheitsberaubung gekommen sein. Dabei geht es um den Haftbefehl, den der Richter für Gzuz beantragt hatte, nachdem er im Februar nicht vor Gericht erschienen war.

Dem Rapper droht nun eine fünfjährige Haftstrafe. Nächste Woche findet bereits der nächste Prozesstermin statt.

(iger)

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