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Amira und Oliver Pocher bei einem Fototermin während der Aufnahme einer Podcast-Folge in Hannover. Bild: imago images/ localpic

Amira Pocher bricht in Tränen aus: "Ich möchte darüber nicht reden"

Oliver und Amira Pocher sind derzeit erfolgreicher denn je. Gemeinsam haben sie eine Late-Night-Show mit dem Titel "Pocher – gefährlich ehrlich" gestartet. Auch ihr Podcast beschert ihnen Traumzahlen. Allein die Auftaktfolge auf dem Portal "Audio Now" erreichte 150.000 Abrufzahlen. In der neuen Folge "Ich bin oft ausgerastet" wird Amira überraschend emotional.

Sie und ihr Mann unterhalten sich darin über den Film "Systemsprenger", der auch bei der Oscarverleihung 2020 als "Bester internationaler Film" eingereicht wurde. Das Drama dreht sich um die neunjährige Benni, ein wütendes und einsames Kind. Ihre überforderte Mutter hatte sie abgegeben, Benni lebt abwechselnd im Heim und bei Pflegefamilien. Aufgrund ihrer Wutausbrüche stellt sie eine Gefahr für andere Kinder dar.

Während sich die Oliver und Amira Pocher im Podcast über den Film austauschen, erinnert sich Amira an ihre eigene Kindheit zurück, die ebenfalls mit Höhen und Tiefen versehen ist. Als ihr Mann weiter nachfragt, muss die 26-Jährige eine Pause einlegen, weil sie in Tränen ausbricht. Über ihre Vergangenheit spricht sie trotzdem.

Amira Pocher offenbart Kindheitserinnerungen

Zunächst erzählt sie, dass sie während des Films Rotz und Wasser geheult habe. Diese Fälle von Kindern, die durch alle Raster fallen, gebe es laufend. Ein Kind, das keine Konstante im Leben habe, fühle sich nirgendwo angenommen, berichtet sie. Wenn Kinder keine Bezugsperson hätten oder kein zu Hause, sei das schlimm. Der Comedian sagt daraufhin: "Also gut, deine Kindheit ist jetzt ja auch nicht wie Butter durchgelaufen." Amira entgegnet prompt:

"Wie Butter durchgelaufen? Na ja, es ist jetzt nicht so schlimm wie bei diesem Kind gewesen. Ein paar Szenen erinnern mich dann aber schon an meine Kindheit."

Als Pocher Beispiele wissen will, erläutert Amira, wie die Situation früher bei ihr gewesen sei: "Ich bin oft so ausgerastet, ja. Also jetzt nicht so krass, doch ich habe auch Sachen kaputt geschlagen."

Und weiter:

"Ich war definitiv auch ein Systemsprenger. Ich war immer ein bisschen verhaltensauffällig, habe mich immer mit den Jungs gerauft, war immer laut. Ich war frech. Ich habe immer zurückgemault, wie man in Österreich sagt. Ich musste nachsitzen. Es war auch nicht so einfach. Meine Mutter ist alleinerziehend mit meinem Bruder und mir gewesen, hatte zwei Jobs und musste uns dann alleine finanzieren, weil mein Vater die Alimente nicht gezahlt hatte. Er lebt in Ägypten."

Ihre Mutter habe, als Amira präpubertär gewesen sei, einen neuen Mann gehabt. Die beiden hätten sich nicht gut verstanden, sodass sie dann mit öfters abgehauen sei oder rausgeworfen worden wurde.

Amira offenbart:

"Ich habe Nächte in Jugendnotschlafstellen übernachtet und wusste nicht, wohin – oder ich bin bei Freunden untergekommen. Dann bin ich auch mit 15 schlussendlich ausgezogen und in ein Kriseninterventionszentrum gekommen."

So reagiert der Comedian auf den emotionalen Ausbruch

Pocher fragt daraufhin: "Wie sieht so ein Kriseninterventionszentrum aus?" Das ist zu viel für die 26-Jährige. Sie bricht in Tränen aus und sagt: "Ich kann darüber nicht reden." Der 42-Jährige zeigt sich verständnisvoll und meint, während seine Frau eine kurze Auszeit fordert:

"Die Amira hat gerade einen emotionalen Moment. Den nutze ich, um zu sagen, dass 'Systemsprenger' jedenfalls ein sensationeller Film ist."

Dann fährt er weiter fort: "Jetzt habe ich geschickt überbrückt, dass du dich ausgeheult hast. Jetzt haben wir ja einen Nerv getroffen. Wir hätten mal beim Live-Podcast über das Thema reden müssen." Und weiter: "Das ist nämlich das Besondere: Erst sagst du, ich habe ja mit der gar nichts zu tun und auf einmal ist alles eins zu eins sehr ähnlich." Amira will daraufhin, dass die Sequenz rausgeschnitten wird, doch der Komiker sagt: "Das ist doch sehr süß und sympathisch. Ich finde das nicht schlimm."

(iger)

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