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Netflix liefert sich in Deutschland einen harten Konkurrenzkampf mit Amazon Prime.Bild: imago images / imago images
Streaming

Rückschlag für Netflix: Streaming-Dienst in Deutschland von Konkurrent Amazon Prime überholt

27.04.2022, 15:52

Netflix musste im ersten Quartal einen herben Rückschlag einstecken, denn dem Streaming-Dienst, der jahrelang zuverlässig Abonnenten hinzugewann, laufen plötzlich die Kunden weg. In seiner jüngst veröffentlichten Geschäftsbilanz zu den ersten Monaten des Jahres 2022 gab das Unternehmen seine weltweite Abonnenten-Anzahl mit 221,6 Millionen an – das sind 200.000 weniger als Ende 2021. Netflix verliert damit erstmals seit zehn Jahren Konsumenten.

Und auch in Deutschland macht sich dieser Rückgang bemerkbar. Die Streaming-Datenbank "JustWatch" hat die Marktanteile der großen Streaming-Anbieter in Deutschland für die Monate Januar bis einschließlich März 2022 ermittelt. Das Ergebnis: Netflix gibt seine Spitzenposition ab, wenn auch nur knapp.

Amazon Prime jetzt Streaming-Dienst Nummer eins in Deutschland

Laut Statistik liegt das Interesse an Netflix hierzulande bei 30 Prozent, womit der bisherige Spitzenreiter das Nachsehen hat: Mit 31 Prozent hat sich jetzt vielmehr Amazon Prime auf die Top-Position geschoben. Platz drei belegt schon etwas abgeschlagen Disney+ mit 18 Prozent, dahinter folgt Sky mit 7 Prozent. Der Mäusekonzern steht mit seinem Angebot ebenfalls schlechter da als noch im vorangegangenen Quartal, hier ist die Situation aber insgesamt weniger dramatisch als bei Netflix.

Amazon ist an Netflix vorbeigezogen.
Amazon ist an Netflix vorbeigezogen.Bild: JustWatch

Netflix sucht nun – verständlicherweise – händeringend nach Möglichkeiten, um die Mitgliederzahlen wieder nach oben zu treiben. Die Verantwortlichen sehen ein Wesentliches Problem im Teilen von Passwörtern: Ein Netflix-Account kann auf diese Weise von mehreren Personen genutzt werden, wodurch dem Streaming-Dienst natürlich finanzielle Gewinne entgehen. In nicht wenigen Familien-Haushalten oder auch oftmals unter Freunden wird nur für ein Netflix-Profil bezahlt.

Eine Funktion, bei der das Account-Sharing gegen einen Aufpreis legal wird, wurde in den vergangenen Monaten bereits in Südamerika getestet und könnte bald global an den Start gehen. Ob dies bei (potenziellen) Abonnenten gut ankommt, ist allerdings fraglich. Im Fokus zahlreicher Kunden steht vielmehr die angeblich mangelnde Qualität der Streaming-Inhalte.

Ein Amazon-Prime-Abo hat hingegen den Vorteil, dass es sogar mehr bietet als den Zugriff auf Filme und Serien. Eingeschlossen ist hier beispielsweise obendrein die kostenlose Lieferung von Amazon-Artikeln. Für viele ist gerade Letzteres ein großer Anreiz.

(ju)

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