Moderator Frank Plasberg unterlief am Ende seiner Show ein peinlicher Fehler.
Moderator Frank Plasberg unterlief am Ende seiner Show ein peinlicher Fehler.bild: screenshot ard
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"Hart aber fair": Zuschauer bemerken peinlichen Fehler von Plasberg

30.08.2022, 14:53

"Muss man sich bald für grünen Rasen oder einen vollen Pool schämen?", fragt Frank Plasberg. Wassermangel sei auch in unseren Breitengeraden mittlerweile nichts Exotisches mehr, sagt der Talk-Moderator zu Beginn seiner Diskussionssendung, die mit dem Thema "Die Jahrhundert-Dürre: Erleben wir gerade unsere Zukunft?" inhaltlich an die ARD-Dokumentation unmittelbar zuvor anschließt. Zu Gast im Studio sind:

  • Sven Plöger (Meteorologe, ARD-Wetterexperte)
  • Carla Reemtsma (Klima-Aktivistin; Sprecherin und Mitorganisatorin der Fridays-for-Future-Demos)
  • Mona Neubaur (Bündnis 90/Grüne, NRW-Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie)
  • Werner Marnette (langjähriger Industriemanager und ehemaliger CDU Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein)
  • Alexander Held (Forstwissenschaftler und Feuerökologe; Waldbrandexperte)
  • Rolf Schmiel (Diplom-Psychologe)
ARD-Wetterexperte Sven Plöger spricht bei Plasberg über Dürre-Phasen.
ARD-Wetterexperte Sven Plöger spricht bei Plasberg über Dürre-Phasen.bild: screenshot ard

Der ARD-Wetterexperte Sven Plöger setzt sich schon seit langem mit dem Klima auseinander. Denn: "Klima ist die Statistik von Wetter." Und wenn er die betrachtet, findet er, dass der Begriff "Jahrhundertdürre" unpassend ist, denn es könne durchaus öfter zu zehnjährigen Dürreperioden kommen:

"Es ist nicht alles Klimawandel, aber der Klimawandel steckt fast überall mit drin."
Sven Plöger

In fünf bis zehn Jahren würden ohne Gegensteuern Klima-Kipppunkte erreicht. Dann könne man sich nur "nur noch auf die Stirn schlagen" und fragen, warum man nicht eher genug getan habe. "Wir haben uns 15 Jahre schöngeredet – wir dürfen nicht mehr schönreden."

Die Schäden der Ahrflut kosten rund 30 Milliarden Euro. Künftige Klimaschäden würden irgendwann so teuer werden, dass sie kein noch so reiches Land mehr bezahlen könne, glaubt Plöger.

Reemtsma meckert über die Grünen

Klima-Aktivistin Carla Reemtsma geht auf Konfrontationskurs mit den Grünen.
Klima-Aktivistin Carla Reemtsma geht auf Konfrontationskurs mit den Grünen.bild: screenshot ard

"Das Ausmaß ist erschreckend", findet auch die Klima-Aktivistin Carla Reemtsma mit Blick auf aktuelle Wetterphänomene. Auch, dass die Politik angesichts des Krieges und der daraus resultierenden Energiekrise gefordert sei, lässt sie nicht als Entschuldigung gelten. "Die Politik versagt gerade auf beiden Seiten." Für sie steht fest:

"Wir können die Klimakrise nicht aufschieben. Deswegen können wir auch den Kampf gegen die Klimakrise nicht aufschieben. Das ist eine Politik, die beide Krisen verschlimmert und maximal verantwortungslos ist."

Gerade beim Verkehrsministerium (FDP) würde sich rein gar nichts für die Umwelt tun. "Was machen die Grünen gerade besser und wie können sie es verantworten, noch in der Regierung zu sein, wenn sie es noch nicht einmal schaffen, dem Verkehrsminister rote Linien aufzuzeigen?", wettert die Aktivistin. Die Regierung solle nicht Milliarden Euro an Konzerne verteilen, die ihr Geld mit fossilen Energien machten wie etwa beim Tankrabatt – und auch noch die einzige Klimamaßnahme, das 9-Euro-Ticket, auslaufen lassen. Sie müsse eine Übergewinnsteuer einführen für Konzerne auf fossilen Geschäftsfeldern.

Die NRW-Ministerin für Klimaschutz, Mona Naubaur, will die erneuerbaren Energien ausbauen.
Die NRW-Ministerin für Klimaschutz, Mona Naubaur, will die erneuerbaren Energien ausbauen.bild: screenshot ard

Bei soviel Furor bleibt die NRW-Ministerin für Wirtschaft und Klimaschutz von den Grünen, Mona Neubaur, ziemlich blass. Dass die Grünen nun Kohlekraftwerke ans Netz nehmen, sei "ein nötiger Schritt", aber nur temporär und beschränkt. "Aber es ist klar, dass wir das ausgleichen müssen, indem wir umso entschiedener den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben." Nur merkt man davon noch nichts.

Atomkraft? Ja, bitte!

Der ehemalige Manager und Minister Werner Marnette wirbt für die Atomenergie.
Der ehemalige Manager und Minister Werner Marnette wirbt für die Atomenergie.bild: screenshot ard

Er war CDU-Wirtschaftsminister in Schleswig-Holstein und Manager, heute ist er Berater. Werner Marnette gibt ganz offen zu: "Der Klimawandel ist mir überall auf der Welt begegnetet", aber er findet: "Das ist ein globales Thema, das wir nicht allein als unser Land erledigen können."

Frank Plasberg fragt ihn, ob er denn da ein Versagen der Politik sehe. Und nach einem kurzen Ablenkmanöver auf die aktuelle Koalition, die zulasse, dass noch immer zu viel Gas verstromt werde, gibt er zu:

"Ich sehe durchaus ein Versagen der Politik. Wir sollten alle in Sack und Asche gehen."
Werner Marnette

Es dauert eine ganze Weile, bis Marnette die Atomenergie als Rettungsweg ins Spiel bringt: "Wir können doch nicht verschweigen: Die Kernenergie hat in Deutschland 120-160 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermieden – das ist doch ein Pfund", da müsse man sich "ideologiefrei mit auseinander setzen", sagt er in Richtung von Klima-Aktivistin Carla Reemtsma. Doch die findet es "einfach absurd", wieder eine "Hochrisikotechnologie" nutzen zu wollen. Stattdessen will sie die erneuerbaren Energien mit aller Kraft vorantreiben.

Bei so viel Meinungssicherheit der jungen Aktivistin auch in Krisenzeiten, wird der Ex-Politiker ganz aufgebracht: Deutschland befinde sich angesichts Putins Kriegs "in einer Erpressungssituation". "Herrgott noch mal, das müssen auch sie begreifen! Wir stehen vor dem Verlust von Millionen Arbeitsplätzen. Wir gefährden doch durch diese Explosion der Gas- und Strompreise unsere Wirtschaft und unsere Bürger." Deutschland stünde vor einem Wohlstandsverlust.

Die häufigsten Gründe für Waldbrände

Waldbrandexperte Alexander Held glaubt, dass die Zahl der Brände zunehmen wird.
Waldbrandexperte Alexander Held glaubt, dass die Zahl der Brände zunehmen wird.bild: screenshot ard

Interessant sind zwei Experten, die sich Frank Plasberg zum Einzelgespräch geladen hat: Der Forstwissenschaftler Alexander Held warnt davor, dass die Zahl der Waldbrände künftig eher zunehmen wird. "Auf einmal sorgt das Wetter dafür, dass das ganze Land brennbar wird." Denn, wenn es lange genug trocken sei, würde jede Biomasse brennen. Allerdings mache Hitze allein noch kein Feuer:

"Die drei Hauptgründe sind: Männer, Frauen und Kinder."

... also das unachtsame Verhalten von Menschen im Wald.

Irre Politik, bekloppte Menschen

Diplom-Psychologe Rolf Schmiel erklärt: "Wenn souverän vorbildlich gehandelt wird, zieht auch der Einzelne mit."
Diplom-Psychologe Rolf Schmiel erklärt: "Wenn souverän vorbildlich gehandelt wird, zieht auch der Einzelne mit." bild: screenshot ard

Mit dem seltsamen Verhalten von Menschen setzt sich auch Diplom-Psychologe Rolf Schmiel auseinander. Warum alle die Umwelt im Prinzip schützen wollen, es im Einzelfall aber doch nicht tun, will Plasberg wissen. Daraufhin erhält er folgende Antwort:

"Wenn die Politik irre ist, muss man sich nicht wundern, wenn die Menschen bekloppt handeln."
Rolf Schmiel

Der Psychologe grinst breit. Und führt dann ein Beispiel an, an dem sich in der vergangenen Woche viele Menschen abgearbeitet haben: Im Regierungsflieger herrscht PCR-Test-Pflicht, aber Masken müssen nicht getragen werden. In gewöhnlichen Flugzeugen aus und nach Deutschland hingegen schon. Das sorgt, so der Psychologe, für Unfrieden. "Wenn souverän vorbildlich gehandelt wird, zieht auch der Einzelne mit", sagt Schmiel. Sonst übernehme, gerade unter Druck in Krisensituationen, "unser Reptiliengehirn" und jeder achte nur auf seinen eigenen Vorteil und neige auch zu Trotzreaktionen.

Zuschauer bemerken Plasbergs Fehler

Ein "Garten des Grauens".
Ein "Garten des Grauens".bild :screenshot ard

Statt einer Abschlussrunde zeigt Frank Plasberg dann noch Ausschnitte der Facebook-Seite "Gärten des Grauens", die Schotterbeete sammelt. Er weist darauf hin, dass es doch absurd sei, in Zeiten von knapper werdenden Wassers weitere Flächen so zu versiegeln. "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte." Es dauert nur Sekunden, bis die Twitter-User den Moderator auf seinen peinlichen Fehler hinweisen:

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"Promi Big Brother": Micaela Schäfer initiiert spontanes Erotik-Foto-Shooting

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