Wer stiehlt mir die Show?

Immer wieder haderte Shirin David in der neuen Ausgabe von "Wer stiehlt mir die Show?" mit den eigenen Bildungslücken. Trotzdem: Die Sendung macht ihr nach eigenen Angaben den "Spaß meines Lebens". Bild: ProSieben / Claudius Pflug

Comedian Teddy Teclebrhan war in Jokos Show noch siegessicher: "Ich will dich eliminieren" – aber alle Promis unterschätzten "WSMDS"

Die wahnwitzigste Quizshow des deutschen Fernsehens ist zurück. Und wieder geht es weder um Geld noch um tolle Preise, sondern allein darum, Joko Winterscheidt zu entmachten und seiner eigenen Kreation zu berauben. Zum Auftakt merkte man aber schnell: Die neuen Promi-Kandidaten hatten den Mund zu voll genommen.

Rupert Sommer

"Wer stiehlt mir die Show?" war Anfang des Jahres eine der größten Überraschungen, die das Fernsehen während der Corona-Zeit zu bieten hatte. Das lag größtenteils an der zunächst erklärungsbedürftigen, dann einleuchtend durchgeknallten und vor allem recht charmanten Grundidee, wonach drei Promi-Gäste sowie ein wechselnder "Wildcard"-Normalo alles daran setzen, den latent großmäuligen, oft selbstverliebten Moderator Joko Winterscheidt die Kontrolle über seine eigene Sendung zu entreißen. Was in den ersten, genial komischen Folgen Altmeister Thomas Gottschalk oder "Fack ju Göhte"-Star Elyas M'Barek durchaus gelang.

Nach dem Auftakt zu sechs eilig nachgeschobenen Ausgaben darf man jedoch ernste Zweifel hegen, ob Joko Winterscheidt überhaupt angst und bange werden muss. Und ganz so kumpelhaft lustig wie mit Gottschalk und M'Barek wurde es auch noch nicht.

Kampfansage an Joko: "Ich will dich eliminieren!"

Viel hat das mit den neuen Spielkandidaten zu tun – darunter der nicht immer komische Comedian Teddy Teclebrhan, Rapperin und Ex-"DSDS"-Jurorin Shirin David sowie Schauspieler Bastian Pastewka. Wer ein Gag-Feuerwerk der flotten Sprüche und schlagfertigen Wort-Duelle erwartet hatte, musste schnell feststellen: Noch gelang es nicht so recht, die "Wer stiehlt mir die Show?"-Rakete zu zünden. Aber immerhin: Die Lunte glimmt bereits.

Dabei hatten sich die "Neuen" doch so viel vorgenommen. Zunächst bescheiden und demütig von einer "großen Ehre" sprach Bastian Pastewka – ehe er sich selbst "Größenwahn" attestierte und schon mal davon träumte, die vielen Papp-Jokos auf den Zuschauersesseln gegen hunderte Pastewka-Porträts austauschen zu lassen. Dumm nur, dass es mit dem Triumph vorerst nicht klappte.

Noch unverhohlener aggressiv schluffte Teddy Teclebrhan mit der ihm oft eigenen aufreizend schwäbischen Bräsigkeit in die Schlacht. "Ich will dich eliminieren", sagte der Joko-Herausforderer. Doch dann musste Teddy, der mit vielen Zwischenrufen, Fragen, Nachfragen, teils gespielter Planlosigkeit und teils peinlicher Unwissenheit nicht unbedingt das Tempo der Sendung erhöhte, bereits als Zweiter – nach der sympathischen "Wildcard"-Kandidatin Antonia aus Berlin – die Show über den gefürchteten "Walk of Shame" verlassen.

Wer stiehlt mir die Show?

Teddy Teclebrhan und die Publikumskandidatin Antonia aus Berlin schieden früh aus. "Du bist so dumm", schimpfte der Komiker mit sich selbst. Bild: ProSieben / Claudius Pflug

"Ich war in der Schule. Aber ich war nicht in der Schule"

Bei Shirin David wirkte es so, als hätte allein ihre Zusage Joko Winterscheidt bereits Respekt eingeflößt – anfänglich zumindest. "Auf Instagram hat sie mehr Follower als ich", jammerte der Moderator. "Und jetzt will sie auch noch meine Show." Die Rapperin sah sich zudem auf einer Mission: "Ich bin froh, wenn ich etwas für die Frauenquote im Fernsehen tun kann."

Tatsächlich lief es für die Chart-Stürmerin nicht immer ganz rund. Schon bei den "leichten" Einstiegsfragen, die Joko diesmal vorsichtshalber in "Die leichteren Fragen" umbenannt hatte, um den Gästen eine Chance auf Gesichtswahrung zu ermöglichen, kam die gebürtige Hamburgerin bei fünf möglichen Punkten nur auf einen – ebenso wie die Wildcard-Gewinnerin und Bastian.

Mit der Anzahl der Nullen einer Milliarde tat sich Shirin David genauso schwer wie mit der Frage, wer denn nun im Land die Bundeskanzlerin beziehungsweise den Bundeskanzler wählt. "Da bin ich raus", sagte sie klipp und klar. Nicht einmal der Versuch einer Antwort. Schnell musste sie sich wieder an eigene, offenbar nicht immer unproblematische Bildungserfahrungen zurückerinnern. "Ich war in der Schule", verriet Shirin. "Aber ich war nicht in der Schule."

Shirin David haderte mit Unwissenheit

Trotzdem: Was die Anzahl der "Oh mein Gott"-Ausrufe anging, sicherte sich Shirin David einen Spitzenplatz. Und die Selbstzweifel keimten immer stärker Shirin haderte mit sich selbst:

"Was ist schlimmer: Wenn ich mich blamiere oder wenn ich sage, dass ich keine Ahnung habe?"

Allerdings: Die Frage nach einem früheren US-Präsidenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs war tatsächlich nicht ganz leicht. Und immerhin wusste die Musikerin, aus welcher Pflanze Opium gewonnen wird: "Danke, Mama", grinste die "Lieben wir"-Interpretin, was natürlich erstaunte Nachfragen auslöste. Die Erklärung: "Sie hat mich darum gebeten, nicht am Mohn zu schnuppern."

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"Ich war in der Schule, aber ich war nicht in der Schule", rollte Ex-"DSDS"-Jurorin Shirin David ihre Bildungserfahrungen noch mal auf. Bild: ProSieben / Claudius Pflug

Vielleicht war die junge Frau, die bereits im Vorfeld der Sendung bei Twitter vor ihrem blamablen Auftritt warnte, aber auch nur besonders streng mit sich selbst. Es gab nämlich auch diverse Quiz-Kategorien, in denen sich Shirin David gut schlug. Etwa beim launigen Lückentext-Ablese-Spiel mit dem kuriosen Namen "Da habe ich doch Prompter die Antwort vergessen". Hier schnitt sie sogar besser als Bastian Pastewka ab.

Pastewa schaffte es bis ins Direkt-Duell im Finale

Allerdings zog der mit einem hauchdünnen Punktevorsprung als letzter verbliebener Promi ins Finale ein und sah sich im Direkt-Duell mit Joko Winterscheidt und einem überfrachteten Regelwerk konfrontiert. Und Shirin David verabschiedete sich mit einer vollmundigen Aussage, die man ihr glauben kann. Oder eben nicht. "Ich hatte den Spaß meines Lebens!"

Für Pastewka war im Taktikwirrwarr des Endkampfs dann ebenfalls der Spaß vorbei. Mit den Bluff-Versuchen – und einigen überraschend richtigen Joko-Antworten – kam er nicht zurecht. Somit siegte der Moderator und behielt – fürs Erste – die eigene Show.

Wer stiehlt mir die Show?

Mit den Bluffs von Joko kommt Bastian Pastewka gar nicht klar. So schafft es der Moderator, vorerst die Kontrolle über seine Sendung zu behalten. Bild: ProSieben / Claudius Pflug

Zumindest Pastewka hat gute Chancen, ihm in einer der nächsten Sendungen schon bald den Rang abzulaufen. Und vielleicht wird das dann auch tatsächlich noch richtig witzig. Zum Schluss fühlte man sich leider doch kurzfristig wieder daran erinnert, was Joko zu Beginn der Show über die Auswahl der neuen Kandidaten gesagt hatte. Eben genau das: Dass Elyas M'Barek leider keine Zeit für eine neue Staffel gehabt habe.

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